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Kunst im Parlament!

Jugendliche in der Ausstellung Über den Unterschied der Gesichtszüge im Menschen von GIOM

Jugendliche in der Ausstellung "Über den Unterschied der Gesichtszüge im Menschen" von GIOM

© DBT/ Maria Ricci

TEXTuren des Zwischenraums

Eine Schreibwerkstatt

22. April 2017, 14 bis 16.30 Uhr 

In ihrer aktuellen Ausstellung im Mauer-Mahnmal verschränkt Juliane Ebner Bild, Text und Ton zu einer raumgreifenden Erzählung. Mit ihrer ganz persönlichen Handschrift entfaltet die Künstlerin das Schicksal einer deutschen Familie zwischen Nationalsozialismus und Mauerfall und zeigt, dass unser Gedächtnis erfinderisch ist: Sprache und Zeichnungen, Erinnerungsspuren und Fiktion überlagern sich zu einer vielschichtigen Textur, in der Dokumentation und Fiktion ineinander fließen, zeitliche Ebenen miteinander verschränkt und historische Zuordnungen aufgelöst werden. 

Die Schreibwerkstatt lädt dazu ein, mit poetischen Experimenten auf die Ausstellung zu reagieren. Mit Methoden des kreativen Schreibens und der écriture automatique wollen wir die Fäden der Ausstellungserzählung aufnehmen und weiterspinnen: Aus Sprachschnipseln, biografischen Versatzstücken und Passagen entstehen eigene poetische Fragmente, die wir zu einer vielstimmigen Textcollage verweben.  

Für Jugendliche (ab 15 Jahren) und Erwachsene

Zeichnung im Kontext der Zeit.

Ein Workshop zum Geschichte(n) erzählen

20. Mai 2017, 14 bis 16.30 Uhr 

Juliane Ebners Film ,,Landstrich" basiert auf einer Vielzahl an Zeichnungen. Diese wurden auf transparente Folien übertragen, die im Stop-Motion-Verfahren zu einem Film arrangiert wurden und einander im Verlauf zunehmend überlagern. Inhaltlich verschränkt Juliane Ebner Nachforschungen zur eigenen Familiengeschichte, Erinnerungen an Erzählungen von Verwandten und erfundene sowie historische Ereignisse. Als Bildvorlagennutzt sie dabei oft historische Aufnahmen: Fotos aus Dokumentationen, Reportagen und Familienalben, auch Gemälde und andere Zeugnisse der Zeit, die von der Künstlerin in eine Zeichnung übertragen und so zu einem Bild einer neuen - der eigenen - Geschichte werden. 

Genau wie Juliane Ebner werden wir im Workshop anhand von Zeichnungen ,,Geschichte(n) erzählen". Grundlage können eigene Bilderfindungen oder bereits vorhandene persönliche Fotos, Zeitungsbilder oder historische Aufnahmen sein. Dabei wird über die eigene Geschichte(n) reflektiert und die persönliche Vita mit aktuellen oder bereits vergangenen Geschehnissen verknüpft.

Für Jugendliche (ab 12 Jahren) und Erwachsene

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten.

Alle Workshops können unabhängig von den konkreten Daten für offene Veranstaltungen von Klassen und Gruppen im entsprechenden Alter kostenfrei gebucht werden. Bitte schreiben Sie uns mindestens sechs Wochen vor dem gewünschten Termin eine E-Mail an kunst-raum@bundestag.de.

Über das Kunstvermittlungsprogramm

Im Bundestag finden jedes Jahr zahlreiche Ausstellungen statt, die sich mit dem großen Thema "Kunst und Politik" auseinandersetzen. Ausstellungsorte sind das Schadowhaus und das Mauer-Mahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, dem jüngsten der großen Parlamentsgebäude.

Das Kunstvermittlungsprogramm lädt Kinder und Jugendliche dazu ein, die Ausstellungen im Schadowhaus und im Mauer-Mahnmal aktiv zu erkunden und eigene Zugänge zu den in den Bundestagsgebäuden versammelten künstlerischen Positionen zu entwickeln. Im Spannungsfeld von Kunst und Politik erforschen wir zeitgenössische künstlerische Sprachen und Sujets: Mit Ausstellungsgesprächen, kreativen Expeditionen und künstlerischem Gestalten schafft das Kunstvermittlungsprogramm ein produktives Experimentierfeld zwischen Kunst, Institution und Öffentlichkeit. Mitten im politischen Zentrum Berlins gibt es Kindern und Jugendlichen Raum, sich mit ihren Erfahrungen, Perspektiven und Ausdrucksformen einzubringen – mit allen Mitteln der Kunst.

Kunstvermittlungsprogramm im Schadow-Haus

In der Schadowstraße nahe am Brandenburger Tor öffnete vor einem Jahr eines der wenigen erhaltenen Künstlerhäuser vom Anfang des 19. Jahrhunderts wieder seine Pforten. Vor mehr als zwei Jahrhunderten lebte und arbeitete hier der Hofbildhauer des preußischen Königshofes: Johann Gottfried Schadow, der 2014 seinen 250. Geburtstag gefeiert hätte. Heute arbeiten hier die Mitarbeiter des Kunstreferats des Deutschen Bundestags. Mit einer Ausstellungsreihe im Schadowhaus werden zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler eingeladen, auf weltberühmte Werke Schadows wie die Quadriga und die Prinzessinnengruppe mit eigenen Arbeiten zu reagieren. Das Kunstvermittlungsprogramm nimmt diese Ausstellungsreihe zum Ausgangspunkt einer kreativen Erkundung: Im Spannungsfeld von aktueller Kunst und Politik nehmen wir Schadows Bildhauerwerk neu in den Blick und entwickeln im Atelier eigene künstlerische Antworten.

Workshops für Schulklassen

Neben offenen Workshops bieten wir feste Programme für Schulklassen wie den „Grenzgänger-Workshop“ im Mauer-Mahnmal oder eigens konzipierte, mehrteilige Kunstworkshops zu Ausstellungen und Kunst-am-Bau-Installationen an. Schüler, Lehrer und Eltern, die Interesse daran haben, eine Klasse oder Schülergruppe dafür anzumelden, senden uns bitte eine E-Mail an

kunst-raum@bundestag.de  oder rufen unter den Nummern +49 (0)30 227 35399 oder +49 (0)30 227 33888 an.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Grenzgänger

Eine künstlerische Expedition ins Niemandsland. Im August 2011 jährte sich der Beginn des Mauerbaus zum fünfzigsten Mal. Mehr als 28 Jahre lang trennte die Mauer Ost- und West-Berlin und machte die einstige Kulturmetropole Europas zu einer Grenzstadt inmitten der Fronten des Kalten Krieges. Das Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages liegt im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus am Ostufer der Spree – und damit direkt auf dem einstigen Mauerstreifen. Dieses so genannte Niemandsland zwischen Mauer und Staatsgrenze ist bis heute sichtbar, denn im Untergeschoss durchzieht ein Band aus Mauersegmenten das gesamte Gebäude. Der spreeseitige Teil wurde vom Architekten Stephan Braunfels als Mauer-Mahnmal, und damit als Ort des Gedenkens und der Erinnerung, gestaltet. Die Mauersegmente waren vom Aktionskünstler Ben Wagin gesichert und mit Zahlen von Toten nicht nur in Berlin, sondern im gesamten Grenzregime gestaltet worden – heute erinnert ein Mauertotengedenkbuch an die inzwischen besser erforschten Schicksale der Mauertoten im Berliner Stadtgebiet. Aber ist die Mauer nur Geschichte? Auch heute werden Menschen aus- oder eingeschlossen, werden neue Grenzen gezogen und verteidigt. Was bedeutet das – gerade im historischen Vergleich? Wo verlaufen Grenzlinien heute und wie kann man sie erkennen? Wer bleibt „draußen“, und wer darf „mitmachen“? Wie werden Grenzübergänge gestaltet? Im Workshop „Grenzgänger“ begeben wir uns ins Niemandsland: Wir beobachten die Wirkung von Grenzen in unserem Lebensumfeld, experimentieren mit Grenzverschiebungen und laden ein zur kreativen Grenzüberschreitung. Im künstlerischen Dazwischen liegt der Raum für neue Möglichkeiten!

Workshop für Schülergruppen und Schulklassen im Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages für verschiedene Altersgruppen.

Dauer: ca. 2,5 Stunden

VerOrtungen – Zur Kunst am Bau im Deutschen Bundestag

Schaut man sich im Berliner Parlamentsviertel um, so trifft man allerorten auf Kunst: In Foyers und Innenhöfen, an Fassaden und in Treppenhäusern, in Büros und Sitzungssälen – mehr als einhundert Kunst-am-Bau-Projekte wurden seit 1999 im Zuge der Neu und Umbauten des Bundestags realisiert, geschaffen von so bekannten Künstlern wie Gerhard Richter, Neo Rauch und Günther Uecker, Georg Baselitz, Jenny Holzer, Christian Boltanski und Anselm Kiefer. Aber was genau ist das eigentlich: Kunst am Bau? Von welchen Motivationen und Ideen ist das Kunst-am-Bau-Konzept im Deutschen Bundestag geleitet? Welche Strategien, Materialien, Interventionen werden von den Künstlerinnen und Künstlern genutzt, und wie werden sie wahrgenommen? Im Dialog mit ausgewählten Kunstwerken in den Parlamentsgebäuden, mit Modellen, Plänen und Wettbewerbsentwürfen, gibt der Workshop Einblick in die Prozesse und Herausforderungen von Kunst am Bau. Als Resonanz auf die Architekturen und Atmosphären, auf den historischen Ort und den politischen Alltag im Bundestag sind die Teilnehmenden eingeladen, im Atelier eigene Entwurfsskizzen für besondere Raumsituationen zu entwickeln: künstlerische VerORTungen im Bezugsfeld Politik.

Workshop für Schülergruppen ab der sechsten Klasse

Dauer: ca. 3 Stunden

Termine wochentags nach Vereinbarung

Kontakt und Anmeldung: kunst-raum@bundestag.de

Mehr Informationen: +49 (0)30 227 35399 oder +49 (0)30 227 33888 

Kunstworkshops im Schadow-Haus

Die aktuelle Ausstellung im Schadow-Haus zeigt viele Gesichter: GIOMs Porträts von Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Nordafrika, die nach Deutschland geflohen sind und hier ein neues Zuhause suchen und die Zeichnungen Johann Gottfried Schadows zu den „unterschiedlichen Gesichtszügen im Menschen“, für die er die realen und die in der Kunst gefundenen „Fremden“ seiner Zeit porträtierte.

Das Porträt, die möglichst detailgenaue Darstellung des Menschen also, ist eines der ältesten Themen der Kunst. Erst waren es Könige und Kaiser, später Adelige und Bürgerliche, noch später „ganz normale Menschen“, die die Künstler aller Zeiten bewogen, Gesichter zum Gegenstand ihrer Gemälde und Skulpturen zu machen. Aus ihnen lassen sich jedoch weit mehr Dinge erfahren als das Aussehen eines Menschen: Porträts geben Hinweise auf den Charakter und das Leben des Porträtierten, auf seinen Beruf, seine Herkunft, seine gesellschaftliche Stellung.

Sie sind damit Fenster in unbekannte Welten, die zu erforschen wir mit zwei Workshops einladen:

vis-á-vis: Gesicht zeigen!

Ein Graphic-Novel-Workshop

Der Workshop nähert sich dem Thema Gesicht und sucht nach dem Sinn hinter den vielen Redensarten: Gesichter werden „verzogen“ oder „verloren“, „gewahrt“ oder „gerettet“. Zuweilen ist es gut, andere „Gesichtspunkte“ in den Blick zu nehmen. Und manchmal müssen wir „Gesicht zeigen“ und für das, was uns wichtig ist, einstehen. Was davon finden wir in den Gesichtern der Ausstellung, was erfahren wir über die abgebildeten Menschen – und welche Dialoge könnten sich zwischen ihren Bildnissen abspielen? Was will der König von Persien dem kleinen Jungen Mustafa aus Syrien zurufen? Und was möchte der schöne Krieger Selim uns „ins Gesicht“ sagen? In einer raumfüllenden Graphic Novel zeichnen wir die Beziehungen und Zwischenräume zwischen den Porträts auf und füllen sie mit Leben.

[d]ich ans Licht

Ein Porträt-Workshop

Warum lassen sich Menschen porträtieren? Und warum hat ein Künstler das Bedürfnis, das Gesicht eines Menschen auf der Flucht festzuhalten? Wie schaut es mit dem eigenen Porträt aus – wie sehe ich mich, wie sehen mich die anderen?

Der Workshop nähert sich der Kunst des Bildnisses an und ermutigt die Teilnehmenden zu eigenen Erfahrungen mit der Kunstform. Künstlerisch-praktische Übungen sollen Konzepte wie Gesichtssymmetrie und -proportionen spielerisch thematisieren und mit dem Thema Identität in Verbindung bringen. Im praktischen Teil entstehen Zeichnungen und dreidimensionale Selbstbildnisse als Profilbüsten aus Pappe.

Gut zu wissen

Die Workshops sind für etwa 2,5 Stunden konzipiert und können von den Museumspädagoginnen an die Kenntnisse und Fähigkeiten verschiedener Altersgruppen angepasst werden.

Termine suchen wir mit Ihnen gemeinsam. Bitte richten Sie Ihre Anfrage unter Angabe der Teilnehmerzahl und des Alters an kunst-raum@bundestag.de

Aus Platzgründen sollten die Gruppen eine Teilnehmeranzahl von 20 Schülerinnen und Schülern nicht übersteigen.

Die Kunstvermittlungsangebote zu den Ausstellungen im Deutschen Bundestag sind kostenfrei. Anfahrts- und andere Kosten können nicht übernommen werden. Die Workshops können auch in Englisch, Französisch und Italienisch angeboten werden.