In diesem Jahr wird auf dem Subkontinent das Bicentenario gefeiert: der Anfang vom Ende der europäischen Kolonialherrschaft über die heutigen süd- und mittelamerikanischen Staaten. Meist dominiert Revolutionsromantik die Erinnerungskultur. Die Freiheitskämpfe des 19. Jahrhunderts werden als ...
Josef Oehrlein Hay menos tiempo que lugar/no obstante hay lugares que duran un minuto y para cierto tiempo no ha lugar. Mario Benedetti 1 Die Länder Lateinamerikas arbeiten sich seit zweihundert Jahren an einem Vorgang ab, der sich zeitlich und räumlich scheinbar präzise eingrenzen lässt. ...
Bis Anfang der 1980er Jahre glaubten viele Beobachter der politischen Szenerie Lateinamerikas, in diesem Erdteil sporadische Pendelbewegungen zwischen autoritären Regimen und mehr oder weniger demokratisch gesinnten Herrschaften zu erkennen.* Tatsächlich alternierten in manchen Ländern ...
Im Dezember 1998 wurde der Militäroffizier und Exputschist Hugo Chávez Frías zum Präsidenten Venezuelas gewählt. Sein provokatives Auftreten in der Öffentlichkeit und seine selbsternannte Bolivarische (und nun auch Sozialistische) Revolution sorgen dafür, dass das Land immer wieder auf den ...
Bolivien ist ein gesellschaftlich und politisch tief gespaltenes Land. Die sich seit dem Jahr 2000 verschärfenden gesellschaftlichen Konflikte, zu denen die wirtschaftliche Unzufriedenheit als Folge einer neoliberalen Wirtschaftspolitik erheblich beigetragen hatte, kulminierten im Aufstand im ...
Es gibt weder Gegenwart noch Zukunft „der kubanischen Revolution“, sondern allein der Gesellschaft auf Kuba in ihrer gegenwärtigen politischen Form. La revolución , „die kubanische Revolution“, wird zwar gerne, besonders auf Kuba oder in internationalen Debatten unter Linken, ...
Sowohl in der alten Bundesrepublik als auch in der DDR bestanden Mythen zu Lateinamerika. Sie hatten gemeinsame historische Wurzeln. Unter „Amerika“ wurde bis ins Zeitalter der Aufklärung sowohl der Norden als auch der Süden des Kontinentes verstanden. Ein Wandel setzte erst im 18. ...
Che lebt!“ Diese Worte prangten auf einem Plakat mit Che Guevaras Konterfei, das sich Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre bei linken Studenten in Westdeutschland großer Beliebtheit erfreute. „Che lebt!“, das konnte man damals als verzweifelt trotzigen Ausruf verstehen, der ...