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"Fröhliche Weihnacht überall, tönet durch die Lüfte froher Schall…“, so dichtete Hoffmann von Fallersleben im 19. Jahrhundert. Ein fröhliches Lied haben auch die Musiker der Musikschule Fürth am Donnerstag, 25. November 2010, im Deutschen Bundestag gespielt, als der Verein Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. in guter alter Tradition wieder eine festlich geschmückte Tanne an das Parlament übergab.

Der Bundesvorsitzende des Vereins Lebenshilfe e.V., Robert Antretter, dankte den zahlreich erschienen Abgeordneten und Gästen, dass sie auf diese Weise der Lebenshilfearbeit und den Menschen mit geistiger Behinderung ihre Wertschätzung entgegenbringen.

"Teilhabe behinderter Menschen muss Wirklichkeit werden"

Er wies aber darauf hin, dass die Lebenshilfe weiter Unterstützung braucht und fügte an: "Bitte passen Sie im Bund und in den Ländern die Gesetze so an, dass die Teilhabe behinderter Menschen Wirklichkeit werden kann.“

Stellvertretend für alle behinderten Mitarbeiter aus den Werkstätten der Lebenshilfe Haslach übergab Alexander Burger den Baumschmuck an den Vizepräsidenten des Bundestages, Dr. Wolfgang Thierse (SPD), mit den Worten: “Vielen Dank, dass wir die Sterne hier anhängen dürfen“.

"Ein Fest der Menschenwürde"

Thierse seinerseits bedankte sich für den Weihnachtsbaum und bei den Musikern aus Fürth für ihre Darbietungen. Er nannte es "eine gute Tradition und einen Kontrapunkt in der laufenden Haushaltwoche, ein solches Geschenk zu erhalten“. Die Adventszeit sei christliche Verständigung und Weihnachten ein Fest der Menschenwürde - egal wie arm oder reich, schön oder weniger schön, clever oder weniger clever man sei.

"Danke für diese schöne Tradition. Dieser Baum ist mir der Liebste, denn er erinnert uns an die Menschen mit Behinderungen und an das Anliegen der Lebenshilfe - fraktionsübergreifend Gehör zu finden “, sagte Thierse.

Ein Moment der Ruhe

Noch einen zweiten Weihnachtsbaum bekam das Parlament am 25. November geschenkt. Der Verband Deutscher Naturparke überreichte Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, eine rund sechs Meter hohe Nordmanntanne aus dem Naturpark Harz, die nun das Foyer im Westeingang des Reichstagsgebäudes schmückt.

Zu einem richtigen Weihnachtsbaum wurde die am vergangenen Dienstag im Harz gefällte 20-jährige Tanne jedoch erst, nachdem 20 Kinder der fünften Klasse der Haupt- und Realschule Clausthal-Zellerfeld dafür den Baumschmuck gebastelt und den Baum damit geschmückt hatten.

Mit Weihnachtsgedichten und einem Musikprogramm bescherten die Kinder zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Johanna Elstrod der Vizepräsidentin einen Moment besinnlicher Ruhe inmitten des von den Haushaltsberatungen hektischen Parlaments.

"Der Naturpark Harz ist etwas Besonderes"

Hasselfeldt bedankte sich bei den Kindern und bei Michael Rudolph, Sprecher der Niedersächsischen Landesforste, der den Baum ausgesucht hatte.

"Der Naturpark Harz ist etwas Besonderes, denn er wurde schon vor 50 Jahren, in einer Zeit, in der das noch nicht üblich war, gegründet", sagte Hasselfeldt. Symbolträchtig sei, dass sich der Naturpark heute über drei Bundesländer erstreckt - Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Adventskranz mit 27 Kerzen

Ebenfalls am 25. November hat das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland einen Adventskranz an Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) übergeben. 27 Kerzen hat der Kranz, der ebenfalls in der Westlobby des Reichstagsgebäudes steht - eine für jeden Tag vom ersten Advent am 28. November bis zum 24. Dezember.

Es sei eine große Freude, sagte Dr. Wolfgang Teske, Vizepräsident des Diakonischen Werkes, dieses Zeichen des Wartens, das schon heute mit dem Weihnachtsfest verbindet, im Bundestag aufzustellen.

Dank an das Diakonische Werk

Besonders in der heutigen Zeit, die oft auch von Furcht begleitet sei, sei der Kranz ein Symbol der Hoffnung, sagte Martin von Essen, Vorsteher des Evangelischen Johannesstifts, in dessen Gärtnerei der Kranz gefertigt worden war.

Göring-Eckardt bedankte sich beim Diakonischen Werk und beim Johannesstift - nicht nur für den Adventskranz, sondern auch dafür, dass sie sich im Alltag um diejenigen kümmern, die besondere Fürsorge nötig haben. (bsl/eis/klz)