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10. März 2016

Reform der Pflegeberufe beschäftigt das Parlament

Krankenschwester bei der Arbeit

Krankenschwester bei der Arbeit

© dpa

Die Pflegeberufe und eine von der Bundesregierung geplante Ausbildungsreform (18/7823) stehen im Mittelpunkt einer Debatte des Bundestages am Freitag, 18. März 2016. Die Regierung will die bisher drei Ausbildungszweige Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammenzuführen. Die Fraktion Die Linke sieht zwar auch die Notwendigkeit, die Ausbildungszweige besser miteinander zu verbinden, will aber an den Spezialisierungen festhalten. Über ihren Antrag (18/7414) wird ebenso beraten wie über einen Antrag der Grünen für eine integrative Pflegeausbildung (18/7880). Die 85-minütige Aussprache beginnt um 9 Uhr.

Die Debatte wird live im Parlamentsfernsehen, im Internet auf www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.

Größter Ausbildungsberuf in Deutschland

Nach Angaben der Bundesregierung entsteht mit der Reform der größte Ausbildungsberuf in Deutschland mit über 133.000 Auszubildenden in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. In den Krankenhäusern steige der Anteil älterer, demenziell erkrankter Patienten, in den Pflegeheimen nehme der medizinische Behandlungsbedarf der Bewohner zu.

Die ambulante Pflege werde wichtiger und sei auf breit qualifizierte und flexibel einsetzbare Pflegekräfte angewiesen. Die generalistische Pflegeausbildung solle auf einen Einsatz in allen Arbeitsfeldern der Pflege vorbereiten, einen Wechsel zwischen Pflegebereichen erleichtern und den Pflegekräften wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeiten und zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen.

Pflegefachfrau oder Pflegefachmann

Das Gesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates. Der erste Ausbildungsjahrgang könnte nach Angaben der Regierung 2018 starten. Ausgebildet wird mit dem Berufsziel Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Die Ausbildung dauert drei Jahre, in Teilzeit maximal fünf Jahre und wird vergütet.

Bislang wird in manchen Ländern noch Schulgeld erhoben, die Ausbildung ist dort also kostenpflichtig. Damit soll künftig Schluss sein. Der praktische Ausbildungsanteil soll in der neu strukturierten Lehre überwiegen. Eingeführt werden soll auch ein dreijähriges Pflegestudium.

"Gewisser Grad an Spezialisierung erforderlich"

Nach Ansicht der Linksfraktion müssen die drei voneinander losgelösten Ausbildungen besser miteinander verbunden werden. So erwiesen sich in der Altenpflege zunehmend Qualifikationen aus der Krankenpflege als unerlässlich. Umgekehrt seien in der Krankenpflege verstärkt Qualifikationen aus der Altenpflege unentbehrlich, da die Krankenhauspflege immer mehr vom Umgang mit älteren Menschen geprägt sei, heißt es in dem Antrag der Abgeordneten.

Dennoch sei ein gewisser Grad an Spezialisierung erforderlich. Die Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern, älteren Menschen oder Patienten in der Sterbephase seien sehr unterschiedlich. Deshalb sei eine integrierte Pflegeausbildung innerhalb einer mindestens dreijährigen dualen Ausbildung sinnvoll. Durch eine mindestens einjährige Schwerpunktsetzung in allgemeiner Pflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege könnten spezifische Fachkenntnisse für die verschiedenen Bereiche erworben werden.

Grüne fordern integrativ gestufte Ausbildung

Die Grünen fordern ein Konzept für eine integrativ gestufte Ausbildung. Im ersten Abschnitt von eineinhalb bis zwei Jahren sollten identische Ausbildungsinhalte unterrichtet werden. Im zweiten Teil sollten sich die Auszubildenden in einem der drei Berufe spezialisieren, mit dem sie die Ausbildung abschließen.

Diese Form der Zusammenarbeit schaffe die Basis für eine bessere Zusammenarbeit der Pflegeberufe, schreibt die Fraktion. Die Einsatzfelder und Entwicklungsmöglichkeiten der Auszubildenden würden erweitert, eine Nachqualifizierung in einem der anderen Pflegeberufe erleichtert. Zugleich bleibe die derzeitige Spezialisierung bestehen und das heutige Niveau der Versorgungsqualität erhalten. (pk/16.03.2016)