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Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung

Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit/Unterrichtung - 18.03.2014 (hib 136/2014)

Berlin: (hib/JOH) Die Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2012 ist Thema einer Unterrichtung (18/708), welche die Bundesregierung jetzt dem Bundestag vorgelegt hat. Die jährliche Berichterstattung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit an Bundestag und Bundesrat über die Entwicklung der Radioaktivität ist durch das Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) vom 19. Dezember 1986 vorgesehen.

Unter anderem geht aus der Unterrichtung hervor, dass die von den zuständigen Behörden festgelegten Höchstwerte für die Ableitung radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen in allen Fällen eingehalten werden. Die tatsächlichen jährlichen Ableitungen lägen im Allgemeinen deutlich unter den Genehmigungswerten.

Weiter heißt es, die mittlere Strahlenexposition der Bevölkerung durch den Reaktorunfall von Tschernobyl sei 2012 fast ausschließlich durch die Bodenstrahlung des im Jahr 1986

deponierten Cäsium-137 verursacht worden. Andere Radionuklide spielten keine Rolle mehr. Auf Grund seiner physikalischen Halbwertszeit von 30 Jahren lägen noch zirka 54 Prozent der 1986 deponierten Aktivität vor. Grundnahrungsmittel wie Milch, Gemüse, Getreide, Obst und Fleisch seien durch radioaktives Cäsium aus dem Reaktorunfall nur noch geringfügig belastet, berichtet die Bundesregierung. In Lebensmitteln aus Waldgebieten und vereinzelt auch bei Fischen würden jedoch weiterhin höhere Werte gemessen. Die spezifischen Cäsium-137-Aktivitäten reichten bei einigen Arten von Wildpilzen, zum Beispiel Maronenröhrlingen (41 Messungen) bis 940

Becquerel (Bq) pro Kilogramm und bei Pfifferlingen (98 Messungen) bis 1490 Bq/kg. Eine Wintertrüffel habe 1820 Bq/kg enthalten. Bei Fischen seien bis zu 42 Bq/kg bei Flussbarsch aufgetreten (17 Messungen). Bei Wildschweinen seien nach wie vor stellenweise Überschreitungen des Höchstwertes von 600 Bq pro kg für Cäsium-13 7 gemessen worden; diese dürften nicht vermarktet werden.

Außerdem geht aus der Unterrichtung hervor, dass im Berichtsjahr 2012 in Deutschland wie schon in der zweiten Jahreshälfte 2011 keine erhöhten Radionuklidaktivitäten aus der Fukushima-Katastrophe in Japan mehr nachweisbar gewesen seien.