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Der anfänglich starke Rückhalt für die Weimarer Republik schwand rasch. Die Mehrheit der zu Republik und Demokratie stehenden Parteien ging schon bei der ersten Reichstagswahl im Juni 1920 verloren. Ein entscheidender Grund dafür war die Unterzeichnung des Versailler Vertrages im Sommer 1919. Die in ihm festgelegten Bedingungen, die erzwungene Anerkennung der alleinigen Kriegsschuld und die hohen Reparationsforderungen stellten eine schwere Hypothek dar. Die meisten Deutschen lehnten diesen Friedensvertrag als "Diktat und Schandfrieden" ab.

Der Ablehnung des republikanischen Staates versuchte die Regierung entgegenzuwirken, indem sie positive und identitätsstiftende Zeichen für die Republik setzte. Seit 1921 wurde jeweils am 11. August die Verfassung mit Feierlichkeiten gewürdigt. Aus demselben Grund erklärte Reichspräsident Friedrich Ebert das "Lied der Deutschen" von Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1922 zur Nationalhymne. Bis dahin hatte es keine gemeinsame Hymne aller Deutschen gegeben.

Mit der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische und belgische Truppen im Januar 1923 begann die vorläufig schwerste Bewährungsprobe für die junge Republik. Hyperinflation, eine schwere wirtschaftliche und soziale Krise sowie Putschversuche von links und rechts bedrohten die innere Ordnung und staatliche Einheit Deutschlands. Die 1924 einsetzende Phase relativer Stabilität endete mit der im Oktober 1929 beginnenden Weltwirtschaftskrise. Arbeitslosigkeit nahm zu und Verzweiflung griff um sich. Während die gemäßigten Parteien keine Kompromisse für eine konstruktive Lösung fanden, entfesselten die Gegner der Republik eine maßlose Agitation gegen das parlamentarische System.

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