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Die Weltwirtschaftskrise traf Deutschland weit stärker als andere Länder: Die Produktion fiel, die Einkommen sanken und die Arbeitslosigkeit stieg. Seit dem Bruch der großen Koalition aus SPD, Zentrum, DVP, DDP und BVP im März 1930 gab es im Reichstag keine parlamentarische Mehrheit mehr für eine arbeitsfähige Regierung. Reichspräsident Paul von Hindenburg beauftragte daraufhin den Fraktionsvorsitzenden des Zentrums mit der Bildung einer Minderheitsregierung.

Mit dem Kabinett unter Heinrich Brüning verlagerte sich die politische Macht vom Parlament auf den Reichspräsidenten und seine Berater. Brünings Nachfolger regierten ebenfalls gegen den Mehrheitswillen des Parlamentes. Die insgesamt vier "Präsidialkabinette" bis 1933 waren allein vom Vertrauen des Staatsoberhauptes abhängig. Mit Hilfe des in Artikel 48 der Verfassung verankerten Notverordnungsrechts konnten die autoritären Präsidialregierungen Gesetze durchsetzen, die im Reichstag keine Mehrheit fanden.

Mit Reichskanzler Franz von Papen strebten Hindenburg und große Teile der konservativen Eliten die Umsetzung autoritärer Regierungspläne an. Am 20. Juli 1932 wurde in einem Staatsstreich die von Otto Braun geführte sozialdemokratische Regierung in Preußen abgesetzt: Dieser "Preußenschlag« zerstörte das "demokratische Bollwerk Preußen«. Notverordnungen und Reichstagsauflösungen höhlten das parlamentarische System immer stärker aus. Blutige Saal und Straßenschlachten vor allem zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten gehörten jetzt zum täglichen Erscheinungsbild. Seit der Wahl im Juli 1932 stellte die NSDAP die stärkste Reichstagsfraktion. Trotz des mit 37,4 Prozent deutlichen Wahlsieges blieb Adolf Hitler der Weg zur Kanzlerschaft noch versperrt.

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