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Die Sowjetunion begann bald nach Kriegsende, ihre Besatzungszone nach dem Vorbild ihres eigenen Herrschaftssystems umzugestalten. Deutsche Kommunisten, die in der Zeit des Nationalsozialismus im sowjetischen Exil gewesen waren, übernahmen Schlüsselrollen beim staatlichen Neuaufbau. Die Besatzungsmacht ließ Parteien zu, doch wurden diese in einen Block unter Führung der SED gedrängt. SPD und KPD waren im April 1946 gegen den mehrheitlichen Willen der sozialdemokratischen Parteimitglieder unter Zwang zur SED vereinigt worden.

Offiziell bekundete die SED ihren Willen zur deutschen Einheit, intern aber bereitete sie die Gründung eines eigenen Staates vor. Die hauptsächlich der SED angehörenden Delegierten des 1. Deutschen Volkskongresses forderten Ende 1947 eine gesamtdeutsche Regierung. Im März 1948 wählte der 2. Deutsche Volkskongress den Deutschen Volksrat als pseudoparlamentarische Versammlung. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland forcierte die Sowjetunion die Gründung der DDR: Der Volksrat bestätigte am 30. Mai 1949 den Entwurf für eine Verfassung, die am 7. Oktober 1949 in Kraft trat. Zugleich erklärte sich der Volksrat zur Volkskammer, einem Scheinparlament nach sowjetkommunistischer Vorstellung.

Die Farben der Staatsflagge der DDR waren zunächst wie die der Bundesrepublik Deutschland Schwarz-Rot-Gold. Um ihre staatliche Eigenständigkeit zu demonstrieren, fügte die DDR Ende der fünfziger Jahre ihr Staatswappen in die Flagge ein: Ähren, Hammer und Zirkel symbolisierten Bauern, Arbeiter und Intellektuelle, die nach der kommunistischen Ideologie wichtigsten Träger des Staates. Staatshymne wurde das von Johannes R. Becher getextete und von Hanns Eisler komponierte Lied "Auferstanden aus Ruinen". Diese Hymne wurde ab Anfang der siebziger Jahre wegen der Textzeile "Deutschland, einig Vaterland" nicht mehr gesungen.

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