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Große Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den Bundesländern

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Es sind Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den einzelnen Bundesländern erkennbar.

© Globus Infografik

Als Besonderheit der Bundestagswahl vom 24. September 2017 sticht heraus, dass die Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen stärkste Partei wurde mit 27 Prozent der Zweitstimmen, dicht gefolgt von der CDU mit 26,9 Prozent. Doch auch im Übrigen zeigt sich zwischen den einzelnen Bundesländern ein unterschiedliches Wahlverhalten. Den geringsten Zweitstimmenanteil erreichte die AfD in Hamburg mit 7,8 Prozent und schnitt damit von den im Bundestag vertretenen Parteien am schlechtesten ab. In vier Ländern blieb sie einstellig: Neben Hamburg in Schleswig-Holstein (8,2 Prozent), Niedersachsen (9,1 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (9,4 Prozent).

Drei Direktmandate für die AfD

Drei Direktmandate konnte die AfD erringen, alle drei in Sachsen: in den Wahlkreisen Görlitz (Tino Chrupalla), Bautzen I (Karsten Hilse) und Sächsische Schweiz - Osterzgebirge (Dr. Frauke Petry). Nachdem Frauke Petry am 25. September erklärt hatte, der künftigen AfD-Fraktion nicht anzugehören, sondern fraktionslos zu sein, verringerte sich die Zahl der AfD-Direktmandate auf zwei. 

Von den Unionsparteien schnitt die CSU in Bayern trotz aller Verluste noch am besten ab, sie kam auf 38,8 Prozent der Zweitstimmen. Das beste CDU-Ergebnis in den Ländern wurde aus Rheinland-Pfalz gemeldet. Dort kam die Union auf 35,9 Prozent. In Berlin fuhr die CDU mit lediglich 22,7 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis ein.

SPD schwächelt im Osten und Süden

Die SPD wiederum holte ihr bestes Ergebnis nicht in ihrem „Stammland“ Nordrhein-Westfalen (26 Prozent), sondern im benachbarten Niedersachsen mit 27,4 Prozent der Zweitstimmen.

In jedem zweiten Bundesland blieben die Sozialdemokraten unter zwanzig Prozent: in allen ostdeutschen Ländern einschließlich Berlin sowie in Baden-Württemberg (16,4 Prozent) und Bayern (15,3 Prozent). Den Tiefpunkt bildet Sachsen, wo es nur für 10,5 Prozent reichte.

FDP am stärksten in Nordrhein-Westfalen

Der FDP gelang es, im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen 13,1 Prozent der Zweitstimmen zu sammeln. Es folgen Baden-Württemberg mit 12,7 und Schleswig-Holstein mit 12,6 Prozent.

In sechs Ländern übersprang die Partei die Zehn-Prozent-Marke, in zehn Ländern blieb sie darunter. Am wenigsten konnten die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern punkten, wo es nur für 6,2 Prozent der Zweitstimmen reichte.

Hochburg der Linken ist Berlin

Breit ist die Spanne des Abschneidens auch für Die Linke. Das beste Ergebnis bescherte ihr Berlin, wo sie mit 18,8 Prozent der Zweitstimmen auf Platz zwei hinter der CDU landete. In neun von 16 Bundesländern schaffte die Partei ein zweistelliges Ergebnis.

Dazu gehören neben Berlin und den fünf übrigen ostdeutschen Ländern Bremen (13,5 Prozent), das Saarland (12,9 Prozent) und Hamburg (12,2 Prozent). An der Fünf-Prozent-Hürde wäre Die Linke in keinem Land gescheitert, die geringsten Zweitstimmenanteile gab es aber mit 6,1 Prozent in Bayern und 6,4 Prozent in Baden-Württemberg.

Vier Direktmandate holte Die Linke, drei davon in Berlin und eines in Sachsen: Dr. Gregor Gysi im Wahlkreis Berlin-Treptow - Köpenick, Petra Pau im Wahlkreis Berlin-Marzahn - Hellersdorf, Dr. Gesine Lötzsch im Wahlkreis Berlin-Lichtenberg, Stefan Liebich im Wahlkreis Berlin-Pankow und Sören Pellmann im Wahlkreis Leipzig II.

Grüne im Osten nur in Berlin über fünf Prozent

Bündnis 90/Die Grünen haben dagegen nicht in allen Ländern die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen. In Sachsen-Anhalt erreichten sie nur magere 3,7 Prozent, in Thüringen 4,1 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 4,3 und in Sachsen 4,6 Prozent der Zweitstimmen. In Brandenburg reichte es für gerade fünf Prozent. In Hamburg lief es für die Grünen mit 13,9 Prozent am besten, in Baden-Württemberg mit 13,5 Prozent am zweitbesten. In Berlin erhielten sie 12,6, in Schleswig-Holstein zwölf Prozent.

Das einzige Direktmandat der Grünen gewann Canan Bayram in Berlin-Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost, dem früheren Wahlkreis von Hans-Christian Ströbele.

Der Anteil, den die „sonstigen“ Parteien auf sich vereinigen konnten, lag in Bayern mit 7,5 Prozent am höchsten und mit 2,7 Prozent in Schleswig-Holstein am niedrigsten. (vom/26.09.2017)

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