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3. Oktober 1918: Prinz Max von Baden zum Reichs­kanzler ernannt

Prinz Max von Baden (1867-1929)

Prinz Max von Baden (1867-1929)

© dpa - Bildarchiv

Donnerstag, 3. Oktober 1918

Wilhelm II. ernennt den als liberal geltenden Prinzen Max von Baden zum Reichskanzler als Nachfolger des am 30. September zurückgetretenen Graf Georg von Hertling. Damit kommt er einer Forderung der Obersten Heeresleitung (OHL) nach, die wenige Tage zuvor, am 30. September 1918, angesichts des unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs der Westfront die sofortige Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen sowie die Umbildung der Regierung „auf breitester Grundlage“ (unter Einbeziehung der Mehrheitssozialdemokraten, MSPD) und eine Parlamentarisierung des Reiches verlangt hatte. Der neuen Regierung gehören mehrere Parlamentarier von MSPD, Zentrumspartei und Fortschrittlicher Volkspartei als Staatsekretäre (Minister) und Unterstaatssekretäre an. Diese drei Parteien verfügen zusammen über eine Mehrheit im Reichstag („Mehrheitsparteien“) seit 1917 und hatten im so genannten Interfraktionellen Ausschuss eine Parlamentarisierung der Reichsregierung, das heißt die Bildung einer vom Vertrauen der Reichstagsmehrheit getragenen Regierung, programmatisch und personell vorbereitet. Noch vor ihrer förmlichen Ernennung tritt die neue Regierung am Abend zusammen, um eine Note an den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson zu beraten, mit der dieser um Vermittlung bei der Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen auf der Basis seines 14-Punkte-Friedensprogramms vom 8. Januar 1918 gebeten werden soll. (ww/03.10.2018)

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