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21. Oktober 1918: Kai­ser ak­zeptiert Parla­men­ta­ri­sierung des Reichs

Die erste Nationalversammlung der deutschen Abgeordneten Österreichs im Sitzungssaal des Niederösterreichischen Landhauses in der Wiener Herrengasse am 21. Oktober 1918: vorne von links die Abgeordneten Vinzenz Kraus, Heinrich Richte, Anton Hueber, Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Gustav Groß, das Präsidium der Nationalversammlung Prof. Dr. Viktor Waldner, Jodok Fink, Karl Seitz und die Abgeordneten Dr. Franz Dinghofer, Josef Schraffl, Franz Beyer und Adolf Glöckner

Die erste Nationalversammlung der deutschen Abgeordneten Österreichs im Sitzungssaal des Niederösterreichischen Landhauses in der Wiener Herrengasse am 21. Oktober 1918: vorne von links die Abgeordneten Vinzenz Kraus, Heinrich Richte, Anton Hueber, Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Gustav Groß, das Präsidium der Nationalversammlung Prof. Dr. Viktor Waldner, Jodok Fink, Karl Seitz und die Abgeordneten Dr. Franz Dinghofer, Josef Schraffl, Franz Beyer und Adolf Glöckner

© Charles Scolik

Montag, 21. Oktober 1918

In einer (auf Anweisung von Reichskanzler Max von Baden) von der Presse nicht veröffentlichten Ansprache an die neuen Staatssekretäre der Regierung Max von Baden lobt Kaiser Wilhelm II. den Kampfgeist und den Durchhaltewillen des deutschen Volkes. 

Er erkennt die Notwendigkeit von Veränderungen der Macht- und Herrschaftsstruktur des Reiches an und akzeptiert die eingeleiteten Maßnahmen zur Parlamentarisierung des Reiches: In umfassender Weise soll das deutsche Volk berufen sein, „an der Gestaltung seiner Geschicke mitzuwirken, an politischer Freiheit keinem Volk der Erde nachstehend, an innerer Tüchtigkeit und fester Staatsgesinnung keinen Vergleich scheuend“.

Zensur wird verschärft

Angesichts zunehmender Demonstrationen und Protestveranstaltungen erörtert das preußische Staatsministerium Maßnahmen, mit denen revolutionären Bestrebungen „programmmäßig“ entgegengewirkt werden kann. Neben einer Verschärfung der Zensurbestimmungen und dem Verbot von Versammlungen der unabhängigen Sozialdemokraten werden auch Verhaftungen von „Leuten, die zur Revolution aufrufen“, erwogen.

Provisorische Nationalversammlung für Deutsch-Österreich

In Wien treten Reichsratsabgeordnete der deutschsprachigen Gebiete Österreichs einschließlich Böhmens und Mährens zur konstituierenden Sitzung der „provisorischen Nationalversammlung für Deutsch-Österreich“ zusammen.

Es wird die Errichtung eines deutsch-österreichischen Staates proklamiert. Zum ersten Präsidenten wird der Deutschnationale Franz Dinghofer gewählt. (ww/21.10.2018)

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