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22 Stipendiaten aus ara­bi­schen Staaten im Bundes­tag

Aus acht arabischsprachigen Ländern stammen die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des achten Sonderprogramms des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Bundestages.

Aus acht arabischsprachigen Ländern stammen die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des achten Sonderprogramms des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Bundestages.

© DBT/Anke Jacob

Am Sonntag, 1. September 2019, begann das vierwöchige Sonderprogramm des Internationalen Parlamentsstipendiums (IPS) des Bundestages für arabische Staaten. 22 junge Leute im Alter von 22 bis 35 Jahren aus Ägypten, Algerien, dem Irak, dem Libanon, Marokko, Oman, Syrien und Tunesien erleben dann den deutschen Parlamentarismus hautnah und fast rund um die Uhr – im Deutschen Bundestag. Das Sonderprogramm – „kleiner Bruder“ des IPS-Regelprogramms – findet damit zum achten Mal statt. Aufgelegt wurde es erstmals im Jahr 2012 als Reaktion auf den Arabischen Frühling.

Kurz-Praktikum im Abgeordnetenbüro

Wie ihre Vorgänger so zeichnet auch die Teilnehmer im Jahr 2019 politisches Interesse und zivilgesellschaftliches Engagement aus. Die zwölf Frauen und zehn Männer haben einen Hochschulabschluss und sprechen gut Deutsch. Viele absolvierten ein Studium der Germanistik und stehen teilweise schon im Berufsleben, zum Beispiel als Deutschlehrerin oder Redakteurin.

Höhepunkt ihres Berlin-Aufenthaltes wird für die meisten Teilnehmer vermutlich die Woche vom 23. bis 27. September. Dann nämlich steht ein fünftägiges Kurz-Praktikum im Büro ihres jeweiligen Patenabgeordneten an. Abgeordnete aller Fraktionen haben sich erneut bereit erklärt, den jungen Leuten Einblick in ihre Arbeit zu gewähren.

Deutsche Erinnerungskultur

Aber auch abseits der Praktikumswoche hat das zuständige Referat WI 4 der Bundestagsverwaltung ein interessantes Programm für die Stipendiaten gestrickt. Dazu zählen Vorträge zur Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland, Informationsveranstaltungen zum politischen System in Deutschland und zur deutschen Erinnerungskultur. 

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Roland Jahn, wird ihnen über den Neuanfang nach der Diktatur berichten. In der Gedenkstätte Hohenschönhausen (ehemaliges Stasi-Gefängnis) und im Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ (zum Terrorapparat des NS-Regimes) werden die jungen Leute mit den dunkelsten Phasen der deutschen Geschichte konfrontiert.

Gedankenaustausch mit Claudia Roth

Am Mittwoch, 11. September, ist der Besuch der Plenarsitzung zur Generaldebatte im Rahmen der Beratungen des Bundeshaushalts 2020 im Bundestag vorgesehen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) live am Rednerpult sehen und hören zu können – ein sicherlich hochspannendes Erlebnis für die jungen Leute.

Gegen Ende ihres Programms treffen die Stipendiaten zu einem Gedankenaustausch mit Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) zusammen.

Gespräch mit Experten für Nahost und Maghreb

Daneben gibt es weitere Programmpunkte außerhalb der Bundestagsgebäude. So treffen die Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Stephan Roll von der Stiftung Wissenschaft und Politik, einem unabhängigen „Think Tank“ zur Politikberatung, zusammen.

Das Thema der Diskussion lautet „Transformationsprozesse in der Mena-Region und deutsche Politik“, wobei Mena für „Middle East and North Africa“, also die Herkunftsländer der Teilnehmer, steht. Auch der Deutschen Welle in Berlin wird ein Besuch abgestattet. Vorgestellt wird die Sendung „Jaafar Talk“ mit Jaafar Abdul Karim im arabischen Programm des Auslandssenders.

Religionsfreiheit und interreligiöser Dialog

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist das Thema Religionsfreiheit. So besuchen die Teilnehmer ein Seminar mit dem Titel „Plurale Gesellschaft: Vielfalt, Religionsfreiheit und Minderheiten in Deutschland“, das von Alsharq, einem Berliner Verein für Politische Bildung zum Nahen und Mittleren Osten ausgerichtet wird.

Mehr über den interreligiösen Dialog in Deutschland erfahren sie bei der Stiftung „House of one“ in Berlin, wo sie mit Vertretern des Christentums, des Judentums und des Islams zusammentreffen. Am Müggelsee ist ein Planspiel mit Kleingruppenarbeit zum Thema „Umgang mit autokratischen Herrschern“ geplant. Im Anschluss steht ein Besuch des Auswärtigen Amts und ein Gespräch mit den dortigen Nahost- und Maghreb-Experten auf dem Programm. (vom/02.09.2019)


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