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28. April 2023

Änderung des Atomgesetzes

Gesetzentwurf der Fraktion der AfD: Entwurf eines Zwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes (Drucksachen 20/6189(Dokument, öffnet ein neues Fenster) und 20/6573(Dokument, öffnet ein neues Fenster))

  • Abstimmungsergebnis
  • Debatte

Gesamtergebnis, 736 Mitglieder

  • 64 ja
  • 551 nein
  • 0 enthalten
  • 121 nicht abg.

SPD
206 Mitglieder

  • 0 ja
  • 181 nein
  • 0 enthalten
  • 25 nicht abg.

CDU/CSU
197 Mitglieder

  • 1 ja
  • 153 nein
  • 0 enthalten
  • 43 nicht abg.

B90/Grüne
118 Mitglieder

  • 0 ja
  • 109 nein
  • 0 enthalten
  • 9 nicht abg.

FDP
92 Mitglieder

  • 0 ja
  • 75 nein
  • 0 enthalten
  • 17 nicht abg.

AfD
78 Mitglieder

  • 60 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 18 nicht abg.

Die Linke
39 Mitglieder

  • 0 ja
  • 32 nein
  • 0 enthalten
  • 7 nicht abg.

fraktionslos
6 Mitglieder

  • 3 ja
  • 1 nein
  • 0 enthalten
  • 2 nicht abg.

1 / 50

Name

Fraktion

Bundesland

Abstimmung

Der Bundestag hat am Freitag, 28. April 2023, namentlich mit 551 Stimmen gegen 64 Stimmen einen von der AfD-Fraktion vorgelegten Gesetzentwurf für ein 20. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes (20/6189(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) abgelehnt. Der Abstimmung lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (20/6573(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) zugrunde. Erstmals beraten wurden hingegen ein Antrag mit dem Titel „Keine Rückbaugenehmigung für die am 15. April 2023 abgeschalteten Kernkraftwerke wegen drohender Strommangellage“ (20/6537(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) sowie ein Gesetzentwurf zur Änderung des Atomgesetzes mit der Forderung nach einem Stopp des Rückbaus der Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 (20/6533(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Beide Vorlagen wurden im Anschluss zur weiteren Beratung an den federführenden Umweltausschuss überwiesen.

Erster Gesetzentwurf der AfD

Mit ihrem Gesetzentwurf stemmt sich die AfD-Fraktion gegen den Atomausstieg. Sie will die rechtliche Grundlage für den Weiterbetrieb der drei letzten bis vor Kurzem noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland schaffen. Auch die Ende 2021 vom Netz genommenen Atomkraftwerke Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen sollen nach dem Willen der Fraktion wieder reaktiviert werden. Konkret sieht der Entwurf eine „entschädigungsbewehrte Laufzeitzusage“ von zehn Jahren für alle Atomkraftwerke vor.

Die Meiler Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 sollten ursprünglich am 31. Dezember 2022 heruntergefahren werden. Aufgrund der Energiekrise hatte der Bundestag im November beschlossen, die Laufzeiten der drei Meiler im Streckbetrieb befristet bis längstens 15. April 2023 zu verlängern.

„Gefährliche Mangelsituation abwenden“

Dass die Bundesregierung darüber hinaus auf den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke verzichten wolle, sei, so die AfD-Fraktion, „nicht zielführend“. Die Maßnahmen begründeten zudem „zusätzliche Gefahr“, heißt es im Gesetzentwurf. Noch immer sei die Erdgasversorgung angespannt. In einer solchen Situation müssten „alle zur Verfügung stehenden Energiequellen“ genutzt werden, um eine „gefährliche Mangelsituation in der Versorgung in den Winterperioden abzuwenden“.

Einwände der Bundesregierung gegen einen Weiterbetrieb weist die Fraktion zurück: Sowohl Personal als auch Brennstoff könnten bereitgestellt werden. Technisch und organisatorisch seien längere Laufzeiten also möglich.

Zweiter Gesetzentwurf der AfD

Die AfD-Fraktion fordert, den Rückbau der abgeschalteten Atomkraftwerke (AKW) zu stoppen. Mit einer Änderung des Atomgesetzes sollen die drei AKW Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2, deren Betriebsgenehmigung am 15. April erloschen ist, betriebsbereit gehalten werden. Konkret soll im Atomgesetz eine Regelung zur Ausnahme von der Stilllegungs- und Rückbauverpflichtung gemäß Paragraf 7 Absatz 3 Satz 3 AtG für die AKW Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 geschaffen werden.

Die Fraktion begründet ihren Vorstoß mit der im kommenden Winter voraussichtlich weiterhin angespannten Stromversorgung. Daher sei es erforderlich, die drei AKW „zumindest dergestalt in Reserve zu halten, dass sie nicht durch Rückbaumaßnahmen unwiederbringlich zerstört werden und zur Ergänzung der gesicherten Stromversorgung im Notfall nicht mehr zur Verfügung stehen.“ 

Antrag der AfD

In ihrem Antrag fordert die AfD-Fraktion einen Rückbau-Stopp für die Mitte April abgeschalteten Atomkraftwerke. Die Antragsteller verlangen, die Genehmigung zum Rückbau der Reaktorblöcke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 auszusetzen beziehungsweise zu widerrufen.

Aufgrund einer im Winter 2023/2024 erneut „drohenden Strommangellage“ könne man nicht auf die Anlagen verzichten. Die Bundesregierung solle die Betreiber veranlassen, sie „gegen Zusage einer Mindestlaufzeit“ betriebsbereit zu halten und für eine „Beschleunigung der dafür erforderlichen Verfahren unter Beibehaltung des hohen Standards bei der Sicherheitsbeurteilung zu sorgen“, heißt es im Antrag. Weiter wird gefordert, die Betreiber bei der Beschaffung neuen Brennstoffes zu unterstützen, damit die Atomkraftwerke „noch zum Jahreswechsel“ in Betrieb genommen werden können. (vom/sas/28.04.2023)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

()
Dr. Rainer Kraft

Dr. Rainer Kraft

© Rainer Kraft/Hagen Schnauss

Kraft, Dr. Rainer

AfD

()
Carsten Träger

Carsten Träger

© Carsten Träger/ Agentur Photothek Media Lab

Träger, Carsten

SPD

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Dr. Klaus Wiener

Dr. Klaus Wiener

© Dr. Klaus Wiener/Justus Kersting

Wiener, Dr. Klaus

CDU/CSU

()
Bernhard Herrmann

Bernhard Herrmann

© Bernhard Herrmann/Karla Mohr

Herrmann, Bernhard

Bündnis 90/Die Grünen

()
Victor Perli

Victor Perli

© Deutscher Bundestag/ Alexander Klebe

Perli, Victor

Die Linke

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Judith Skudelny

Judith Skudelny

© FDP Landesverband Baden-Württemberg/ Stephanie Trenz

Skudelny, Judith

FDP

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Nina Scheer

Nina Scheer

© Nina Scheer

Scheer, Dr. Nina

SPD

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Fabian Gramling

Fabian Gramling

© Fabian Gramling/ Lukas Muckenfuß

Gramling, Fabian

CDU/CSU

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Harald Ebner

Harald Ebner

© Harald Ebner/ Laurence Chaperon

Ebner, Harald

Bündnis 90/Die Grünen

()
Jakob Blankenburg

Jakob Blankenburg

© Jakob Blankenburg / Johann Floeter

Blankenburg, Jakob

SPD

()
Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/6189 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Zwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes
    PDF | 210 KB — Status: 28.03.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/6533 - Gesetzentwurf: Entwurf eines ... Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes
    PDF | 180 KB — Status: 25.04.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/6537 - Antrag: Keine Rückbaugenehmigung für die am 15. April 2023 abgeschalteten Kernkraftwerke wegen drohender Strommangellage
    PDF | 162 KB — Status: 25.04.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/6573 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Gesetzentwurf der Abgeordneten Karsten Hilse, Steffen Kotré, Dr. Rainer Kraft, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD - Drucksache 20/6189 - Entwurf eines Zwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes
    PDF | 190 KB — Status: 26.04.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 20/6537(Dokument, öffnet ein neues Fenster), 20/6533(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen
  • namentliche Abstimmung - Gesetzentwurf 20/6189(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen - annehmen
  • 13:18:32: Beginn der namentlichen Abstimmung
  • 13:39:48: Ende der namentlichen Abstimmung
  • Gesamt: 615 Ja: 64 Nein: 551 Enthaltungen --
  • Der GesEntwurf ist somit abgelehnt.

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

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Stand: 13.07.2026