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5. Dezember 2025

Ablehnung eines Antrags zu eingefrorenem russischem Staatsvermögen

Beschlussempfehlung des Finanzausschusses (7. Ausschuss) zu dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Eingefrorenes russisches Staatsvermögen der Ukraine vollumfänglich zur Verfügung stellen (Drucksachen 21/3084(Dokument, öffnet ein neues Fenster) und 21/572(Dokument, öffnet ein neues Fenster))

  • Abstimmungsergebnis
  • Debatte

Gesamtergebnis, 630 Mitglieder

  • 454 ja
  • 77 nein
  • 53 enthalten
  • 46 nicht abg.

CDU/CSU
208 Mitglieder

  • 204 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 4 nicht abg.

AfD
151 Mitglieder

  • 132 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 19 nicht abg.

SPD
120 Mitglieder

  • 118 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 2 nicht abg.

B90/Grüne
85 Mitglieder

  • 0 ja
  • 76 nein
  • 0 enthalten
  • 9 nicht abg.

Die Linke
64 Mitglieder

  • 0 ja
  • 0 nein
  • 53 enthalten
  • 11 nicht abg.

fraktionslos
2 Mitglieder

  • 0 ja
  • 1 nein
  • 0 enthalten
  • 1 nicht abg.

1 / 50

Name

Fraktion

Bundesland

Abstimmung

Der Bundestag hat am Freitag, 5. Dezember 2025, in namentlicher Abstimmung zwei Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit den Titeln „Eingefrorenes russisches Staatsvermögen der Ukraine vollumfänglich zur Verfügung stellen“ (21/572(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und „Sicherheit stärken – Russische Atomgeschäfte in der Brennelementefabrik Lingen unterbinden“ (21/354(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) abgelehnt. Dem ersten Antrag (21/572(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) stimmten 77 Abgeordnete zu, 454 lehnten ihn ab. Es gab 53 Enthaltungen. Für den zweiten Antrag (21/354(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) stimmten 130 Abgeordnete, dagegen votierten 454 Abgeordnete. Den Abgeordneten lag zum ersten Antrag eine Beschlussempfehlung des Finanzausschusses (21/3084(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und zum zweiten Antrag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (21/3103(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vor.  

Erster Antrag der Grünen

Die Grünen forderten in ihrem ersten abgelehnten Antrag (21/572(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) von der Bundesregierung, sich innerhalb der G7-Staaten dafür einzusetzen, die eingefrorenen russischen Staatsvermögen „völkerrechtskonform vollumfänglich der Ukraine zur Verfügung zu stellen“. 

Die G7 hätten nach Beginn der russischen Vollinvasion Vermögenswerte der russischen Zentralbank in Höhe von 260 Milliarden Euro eingefroren, mehr als zwei Drittel davon – rund 210 Milliarden Euro – innerhalb der Europäischen Union, schreiben die Abgeordneten. Im Juli 2023 hätten die G7 bekräftigt, dass im Einklang mit den jeweiligen Rechtssystemen Russlands staatliche Vermögenswerte eingefroren bleiben. 

Gigantische Summen für Wiederaufbau der Ukraine benötigt

Während Russland seine hochprekäre Wirtschaft durch die Umstellung auf Kriegswirtschaft künstlich am Leben halte und fest mit der Rückgabe der eingefrorenen Vermögenswerte rechne, „zerstört es systematisch die ukrainische Wirtschaft sowie zivile, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Infrastruktur“. Gleichzeitig brauche die Ukraine für Ihre Verteidigung, für die Versorgung ihrer Bevölkerung im Krieg und für den Wiederaufbau gigantische Summen, die sie nicht selbst erwirtschaften könne. 

„Denn ein umfassender Wiederaufbau der Ukraine muss dabei nicht nur die zivile, soziale und wirtschaftliche Infrastruktur betreffen, sondern ausdrücklich auch die kulturelle Infrastruktur einbeziehen, die gezielt durch russische Angriffe zerstört wurde“, heißt es in dem Antrag. Der Versuch, die ukrainische Kultur und Identität auszulöschen, sei Teil der Kriegsführung. „Gerade deshalb ist der Schutz, die Wiederherstellung und der Neubau kultureller Einrichtungen ein elementarer Bestandteil der Wiederaufbauarbeit“, schreiben die Grünen.

Zweiter Antrag der Grünen

In ihrem zweiten abgelehnten Antrag (21/354(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) forderten die Grünen, russische Atomgeschäfte in Deutschland zu unterbinden. Konkret verlangten sie, dem Unternehmen Advanced Nuclear Fuels (ANF), das zum französischen Atomkonzern Framatome gehört, die Produktion von Brennelementen für Reaktoren russischer Bauart in der Brennelementefabrik Lingen zu verwehren, wenn dabei Sicherheitsrisiken nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden können.

Am Standort der ANF im niedersächsischen Lingen plane Framatome unter Beteiligung der russischen Rosatom-Tochter Tvel künftig Brennelemente-Spezialanfertigungen für überalterte sowjetische Reaktoren unter anderem im östlichen Mitteleuropa zu produzieren, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. Dies sei nur möglich, weil der russische Atomsektor bislang von allen EU-Sanktionsplänen ausgenommen sei. Eine Genehmigung für ANF stehe noch aus.

„Spionage- und Sabotagerisiken“

Neben der Sorge, dass in Deutschland nach dem Atomausstieg weiterhin Brennelemente gefertigt werden, die den Weiterbetrieb von europäischen Reaktoren mit teils „gravierenden Sicherheitsmängeln unmittelbar hinter deutschen Landesgrenzen“ ermöglichen, machen die Grünen auch Spionage- und Sabotagerisiken geltend. Es müsse verhindert werden, dass Mitarbeiter von russischen Staatskonzernen und deren Tochterfirmen „direkt oder indirekt“ etwa durch Schulung und Beratung von ANF-Mitarbeitern auf „sensible oder sicherheitstechnisch relevante nukleare Infrastruktur in Deutschland oder den zu beliefernden Atomreaktoren im europäischen Ausland erhalte“, heißt es im Antrag.

Die Grünen forderten zudem, innerhalb der Europäischen Union Importe von Kernbrennstoffen aus Russland „schnellstmöglich“ zu verbieten und per Gesetz den „Ausstieg Deutschlands aus der nuklearen Wertschöpfungskette zu vollenden“. (bal/sas/hau/08.12.2025)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Schraps, Johannes

SPD

Johannes Schraps

Johannes Schraps

© Photothek Media Lab

Gottschalk, Kay

AfD

Kay Gottschalk

Kay Gottschalk

© Kay Gottschalk/ AfD

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Hoffmann, Philip M. A.

CDU/CSU

Philip M. A. Hoffmann

Philip M. A. Hoffmann

© Philip M. A. Hoffmann/ Jennifer Weyland

Wagener, Robin

Bündnis 90/Die Grünen

Robin Wagener

Robin Wagener

© Robin Wagener/ Dominik Butzmann

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Vandre, Isabelle

Die Linke

Isabelle Vandre

Isabelle Vandre

© Isabelle Vandre / Katharina Gehrmann

Dorn, Dr. Florian

CDU/CSU

Dr. Florian Dorn

Dr. Florian Dorn

© Dr. Florian Dorn / Matthias Baumgartner

Keuter, Stefan

AfD

Stefan Keuter

Stefan Keuter

© DBT/ Inga Haar

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Dokumente

  • 21/354 - Antrag: Sicherheit stärken - Russische Atomgeschäfte in der Brennelementefabrik Lingen unterbinden
    PDF | 172 KB — Status: 03.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/572 - Antrag: Eingefrorenes russisches Staatsvermögen der Ukraine vollumfänglich zur Verfügung stellen
    PDF | 165 KB — Status: 24.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/3084 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Robin Wagener, Dr. Sebastian Schäfer, Claudia Roth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 21/572 - Eingefrorenes russisches Staatsvermögen der Ukraine vollumfänglich zur Verfügung stellen
    PDF | 175 KB — Status: 03.12.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/3103 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Harald Ebner, Dr. Konstantin von Notz, Dr. Julia Verlinden, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 21/354 - Sicherheit stärken - Russische Atomgeschäfte in der Brennelementefabrik Lingen unterbinden
    PDF | 188 KB — Status: 03.12.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • zwei namentliche Abstimmungen
  • 14:43:39: Beginn der Abstimmungen
  • 15:09:19: Ende der Abstimmungen


namentliche Abstimmung zu Beschlussempfehlung 21/3084(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 21/572(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen)
Endgültiges Ergebnis
Gesamt: 584 Ja: 454 Nein: 77 Enthaltungen: 53
Beschlussempfehlung 21/3084(Dokument, öffnet ein neues Fenster) angenommen

namentliche Abstimmung zu Beschlussempfehlung 21/3103(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 21/354(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen)
Endgültiges Ergebnis
Gesamt: 584 Ja: 454 Nein: 130 Enthaltungen: 0
Beschlussempfehlung 21/3103(Dokument, öffnet ein neues Fenster) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

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Stand: 06.10.2026