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23. April 2021

Nachtragshaushalt (Beschlussempfehlung)

Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) zu dem Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD - Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes (Drucksachen 19/28464(Dokument, öffnet ein neues Fenster) und 19/28740(Dokument, öffnet ein neues Fenster))

  • Abstimmungsergebnis
  • Debatte

Gesamtergebnis, 709 Mitglieder, absolute Mehrheit erforderlich

  • 370 ja
  • 78 nein
  • 184 enthalten
  • 77 nicht abg.

CDU/CSU
245 Mitglieder

  • 230 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 15 nicht abg.

SPD
152 Mitglieder

  • 140 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 12 nicht abg.

AfD
88 Mitglieder

  • 0 ja
  • 74 nein
  • 0 enthalten
  • 14 nicht abg.

FDP
80 Mitglieder

  • 0 ja
  • 1 nein
  • 67 enthalten
  • 12 nicht abg.

Die Linke
69 Mitglieder

  • 0 ja
  • 0 nein
  • 62 enthalten
  • 7 nicht abg.

B90/Grüne
67 Mitglieder

  • 0 ja
  • 0 nein
  • 55 enthalten
  • 12 nicht abg.

fraktionslos
8 Mitglieder

  • 0 ja
  • 3 nein
  • 0 enthalten
  • 5 nicht abg.

1 / 50

Name

Fraktion

Bundesland

Abstimmung

Der Bundestag hat am Freitag, 23. April 2021, nach halbstündiger Aussprache den Gesetzentwurf der Bundesregierung über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021, 19/27800(Dokument, öffnet ein neues Fenster), 19/28139(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) angenommen. CDU/CSU und SPD stimmten dafür, AfD, FDP und Linksfraktion dagegen. Die Grünen enthielten sich. Zur Abstimmung lagen eine Beschlussempfehlung (19/28750(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und ein Bericht (19/28751(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) des Haushaltsausschusses vor.

In namentlicher Abstimmung befürwortete der Bundestag einen Antrag von CDU/CSU und SPD (19/28464(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), um den benötigten Beschluss wegen Überschreitens der grundgesetzlich festgeschriebenen Kreditobergrenzen herbeizuführen, so wie er in Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes verlangt wird. 370 Abgeordnete stimmten für den Antrag, 78 lehnten ihn ab, 184 Abgeordnete enthielten sich. Erforderlich war eine Mehrheit von 355 Stimmen, die damit erreicht wurde. Zur Abstimmung lag eine Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses vor (19/28740(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). 

Gesamtausgaben erhöhen sich auf 547,7 Milliarden Euro

Der Nachtragshaushalt sieht für 2021 Gesamtausgaben in Höhe von 547,7 Milliarden Euro und damit knapp 50 Milliarden Euro mehr als ursprünglich veranschlagt, vor (19/27800(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Die Nettokreditaufnahme soll auf 240 Milliarden Euro steigen – 60 Milliarden Euro mehr als geplant. Damit würde die Obergrenze der Schuldenregel um rund 213 Milliarden Euro überschritten, was eine Zustimmung des Bundestages erfordert. Von den zusätzlichen Mitteln sind laut Bundesregierung 25,5 Milliarden Euro für Unternehmenshilfen eingeplant.

Mit weiteren Geldern sollen beim Bundesministerium für Gesundheit zusätzliche Ausgaben ausgeglichen werden, die seit Jahresbeginn geleistet wurden. Allein auf die Impfstoffbeschaffung entfallen rund 6,2 Milliarden Euro. Vorsorglich sind nach Angaben der Regierung auch Mittel für weitere pandemiebedingte Ausgaben eingeplant, zum Beispiel für die Impf- und Testkampagne oder weitere Hilfen. Berücksichtigt werden auch Steuermindereinnahmen in Höhe von rund neun Milliarden Euro für Hilfen wie den Kinderbonus und weitere steuerliche Entlastungen.

Entschließungsanträge abgelehnt

Entschließungsanträge der FDP (19/28876(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und von Bündnis 90/Die Grünen (19/28877(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) zum Nachtragshaushaltsgesetz fanden keine Mehrheit. Die FDP hielt eine weitere Erhöhung der Globalen Mehrausgabe für Kosten im Zusammenhang mit der Covid-19-Bewältigung und der Corona-Unternehmenshilfen für überflüssig. Alle übrigen Fraktionen stimmten gegen den Entschließungsantrag.

Die Grünen wollten in allen Hilfsprogrammen einen echten Unternehmerlohn für Solo-Selbstständige berücksichtigen und bei den Überbrückungshilfen die Personalkostenquote erhöhen. Die Linke enthielt sich, die übrigen Fraktionen mit Ausnahme der Antragsteller votierten dagegen.

Angenommener Antrag der Koalitionsfraktionen

Mit ihrem in namentlicher Abstimmung angenommenen Antrag (19/28464(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hatten CDU/CSU und SPD einen Tilgungsplan gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 des Grundgesetzes für die „aufgrund der Ausnahmeregelung aufgenommenen Kredite“ vorgelegt. Diese Kredite sollen im Bundeshaushalt 2026 sowie in den folgenden 16 Haushaltsjahren zurückgeführt werden, heißt es darin.

Die Rückführung erfolge dabei „in Höhe von jeweils einem Siebzehntel des Betrages der Kreditaufnahme, der nach Abschluss des Bundeshaushalts 2021 die nach Artikel 115 Absatz 2 Satz 2 und Satz 3 des Grundgesetzes zulässige Verschuldung überstiegen hat“. Die vorgelegte Tilgungsverpflichtung tritt zu der am 2. Juli 2020 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Tilgungsverpflichtung hinzu (19/20128(Dokument, öffnet ein neues Fenster), 19/20716(Dokument, öffnet ein neues Fenster)).

Antrag der Grünen abgelehnt

Abgelehnt wurde ferner ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen für „schnelle, unkomplizierte und zuverlässige Wirtschaftshilfen“ (19/27194(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), zu dem eine Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses vorlag (19/28292(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Neben den Grünen stimmte auch die Linksfraktion dafür, die AfD enthielt sich, die übrigen Fraktionen lehnten ihn ab.

Einfacher zu beantragen, schneller und in größerer Höhe erhältlich – das forderte die Fraktion mit Blick auf die Corona-Hilfen. Sie plädierte darüber hinaus für einen Stufenplan, der Transparenz und Verlässlichkeit darüber schafft, bei welchem Infektionsgeschehen welche Maßnahmen ergriffen werden. Die Konditionen sollten ihrer Ansicht nach dahingehend verbessert werden, dass erstattungsfähige Fixkosten vollständig erstattet werden können. Die Abschlagszahlung müsse von 50 auf 75 Prozent der beantragten Summe erhöht werden, auch die Personalkostenquote bei den erstattungsfähigen Fixkosten sollte deutlich steigen.

Zur Begründung heißt es, viele Klein- und Kleinstunternehmer sowie Solo-Selbstständige profitierten bislang unzureichend von den Hilfen. Grundsätzlich müsse die Auszahlung schneller gehen, da viele Unternehmen jetzt Liquidität bräuchten, um zu überleben.

Einen Geschäftsordnungsantrag der AfD-Fraktion zu Beginn der Aussprache, die Debattenzeit von 30 Minuten auf eine Stunde zu erhöhen, lehnte der Bundestag mit der Mehrheit aller übrigen Fraktionen ab. (hau/ste/pez/sas/23.04.2021)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Claudia Roth

Claudia Roth

© Claudia Roth/ Kristian Schuller

Roth (Augsburg), Claudia

Bundestagsvizepräsidentin

()
Peter Boehringer

Peter Boehringer

© Peter Boehringer

Boehringer, Peter

AfD

()
Carsten Schneider

Carsten Schneider

© Carsten Schneider/ Photothek Media Lab

Schneider (Erfurt), Carsten

SPD

()
Claudia Roth

Claudia Roth

© Claudia Roth/ Kristian Schuller

Roth (Augsburg), Claudia

Bundestagsvizepräsidentin

()
Olaf Scholz

Olaf Scholz

© SPD/ Photothek

Scholz, Olaf

Bundesminister der Finanzen

()
Volker Münz

Volker Münz

© Volker Münz/ Bilderparadies Mitterwald, Uhingen

Münz, Volker

AfD

()
Eckhardt Rehberg

© Eckhardt Rehberg

Rehberg, Eckhardt

CDU/CSU

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Christian Dürr

Christian Dürr

© Christian Dürr/ Tobias Koch

Dürr, Christian

FDP

()
Gesine Lötzsch

Gesine Lötzsch

© Dr. Gesine Lötzsch/Olaf Kostritz

Lötzsch, Dr. Gesine

Die Linke

()
Anja Hajduk

Anja Hajduk

© Bündnis 90/ Die Grünen

Hajduk, Anja

Bündnis 90/Die Grünen

()
Svenja Stadler

Svenja Stadler

© Svenja Stadler/ Susie Knoll

Stadler, Svenja

SPD

()
Marcus Bühl

Marcus Bühl

© Marcus Bühl/ Andreas Drößler

Bühl, Marcus

AfD

()
Reinhard Brandl

Reinhard Brandl

© Reinhard Brandl/ Stefan Bösl

Brandl, Dr. Reinhard

CDU/CSU

()
Claudia Roth

Claudia Roth

© Claudia Roth/ Kristian Schuller

Roth (Augsburg), Claudia

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 19/20128 - Antrag: Beschluss des Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes
    PDF | 226 KB — Status: 17.06.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/20716 - Beschlussempfehlung und Bericht: Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD - Drucksache 19/20128 - Beschluss des Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes
    PDF | 254 KB — Status: 01.07.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/27194 - Antrag: Für Wirtschaftshilfen, die schnell, unkompliziert und zuverlässig helfen
    PDF | 267 KB — Status: 02.03.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/27800 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021)
    PDF | 1 MB — Status: 25.03.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28139 - Unterrichtung: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021) - Drucksache 19/27800 - Stellungnahme des Bundesrates
    PDF | 222 KB — Status: 31.03.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28292 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Katharina Dröge, Anja Hajduk, Claudia Müller, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/27194 - Für Wirtschaftshilfen, die schnell, unkompliziert und zuverlässig helfen
    PDF | 269 KB — Status: 07.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28464 - Antrag: Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes
    PDF | 232 KB — Status: 14.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28740 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD - Drucksache 19/28464 - Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes
    PDF | 259 KB — Status: 21.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28750 - Beschlussempfehlung: zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung - Drucksachen 19/27800, 19/28139 - Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021)
    PDF | 1 MB — Status: 21.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28751 - Bericht: zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung - Drucksachen 19/27800, 19/28139 - Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021)
    PDF | 1 MB — Status: 21.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28876 - Entschließungsantrag: zu der dritten Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung - Drucksachen 19/27800, 19/28139, 19/28750- Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021)
    PDF | 295 KB — Status: 21.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/28877 - Entschließungsantrag: zu der dritten Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung - Drucksachen 19/27800, 19/28139, 19/28750 - Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 (Nachtragshaushaltsgesetz 2021)
    PDF | 305 KB — Status: 21.04.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • namentliche Abstimmung zu Beschlussempfehlung 19/28740(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 19/28464(Dokument, öffnet ein neues Fenster) in der Ausschussfassung annehmen)
  • 09:55:07: Beginn der Abstimmung
  • 10:27:51: Ende der Abstimmung
  • Gesamt: 633 Ja: 371 Nein: 78 Enthaltungen: 184
  • Beschlussempfehlung 19/28740(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 19/28464(Dokument, öffnet ein neues Fenster) in der Ausschussfassung annehmen) angenommen


Gesetzentwurf 19/27800(Dokument, öffnet ein neues Fenster) und 19/28139(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Beschlussempfehlung 19/28750(Dokument, öffnet ein neues Fenster) und 19/28751(Dokument, öffnet ein neues Fenster): Gesetzentwurf in der Ausschussfassung annehmen) angenommen
Entschließungsantrag 19/28876(Dokument, öffnet ein neues Fenster) abgelehnt
Entschließungsantrag 19/28877(Dokument, öffnet ein neues Fenster) abgelehnt
Beschlussempfehlung 19/28292(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 19/27194(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

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Stand: 17.05.2026