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Frauen in Informatik unterrepräsentiert

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antwort - 25.10.2018 (hib 800/2018)

Berlin: (hib/ROL) Um mehr junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern, sowie Hochschulabsolventinnen für Berufskarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen, hat die Bundesregierung mehrere Initiativen und Programme ins Leben gerufen. Laut Statistischem Bundesamt sind die Frauen in MINT-Berufen jedoch weiter stark unterrepräsentiert. Das wird aus der Antwort der Bundesregierung (19/5057) auf die Kleine Anfrage(19/4426) von Bündnis 90/Die Grünen zur Situation von Frauen in der Digitalbranche deutlich. Die Grünen hatten unterstrichen, dass die Digitalbranche nach wie vor eine Männerdomäne sei.

Laut Statistischem Bundesamt lag der Anteil sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen in Informations- und Kommunikationstechnik Berufen mit akademischen Berufsabschluss 2017 bei 17,7 Prozent, 2013 bei 16,7 Prozent. 2017 haben 3,3, Prozent der Studentinnen als Studium Informatik gewählt, 2007 waren es 1,9 Prozent. Die Anzahl der Promotionen im Studienbereich Informatik 2017 hatte in Deutschland einen Anteil von 1,2 Prozent oder 152 Promotionen. In 2007 waren es noch 0,7 Prozent oder 66 Promotionen.

Laut einer im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) erstellten Studie zu Frauen im Innovationsprozess seien nach dem Eindruck der Bundesregierung die Steigerungsraten von MINT-Studentinnen auch auf die mehrjährigen Kampagnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zurück zu führen. Mit Hilfe der Kampagnen würden moderne und attraktive MINT-Berufsbilder, auch anhand konkreter Beispiele erfolgreicher Frauen und moderner Arbeitsmodelle, präsentiert. Eine systematische Untersuchung von belastbaren Synergieeffekten, basierend auf bereits vorliegenden Wirksamkeitsmessungen, stehe jedoch noch aus.

Um die Frauen in MINT-Berufen zu stärken hat die Bundesregierung auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Jahr 2008 unter anderem den Nationale Pakt für Frauen in MINTBerufen "Komm, mach MINT." als bundesweite Netzwerk-Initiative und Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung "Aufstieg durch Bildung" ins Leben gerufen. Aktuell würden sich 274 Partner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Verbänden im Netzwerk engagieren. Das Bündnis habe dazu beigetragen, dass sich das Engagement und die Kompetenz zu MINT und Digitalisierung in Schulen und Hochschulen, Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden deutlich verstärkt habe. Das Kompetenzzentrum Technik, Diversity, Chancengleichheit in Bielefeld unterstütze neben dem Ausbau des Netzwerkes und der Informationsbereitstellung insbesondere die Informatik und weitere eng mit der Digitalisierung verknüpfte Berufsfelder. Durch die Umsetzung innovativer Maßnahmen für mehr Frauen im MINT-Studium und -Beruf sollen Innovationspotenziale von Frauen für die Digitalisierung erschlossen werden.

Mit der Förderbekanntmachung "Erfolg mit MINT - Neue Chancen für Frauen" leiste das BMBF einen weiteren Beitrag zur Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft im Rahmen der Digitalen Agenda der Bundesregierung und unterstütze die Umsetzung der Ziele des Nationalen Pakts für Frauen in MINTBerufen. Von den im Zeitraum 2015 bis 2021 mit rund 20 Millionen Euro geförderten 54 Vorhaben hätten 40 Vorhaben einen Bezug zu IT-Berufen oder zur Digitalisierung. Hierzu gehörten Forschungsprojekte sowie Maßnahmen für Schülerinnen, Studentinnen und Berufseinsteigerinnen beziehungsweise -wiedereinsteigerinnen ebenso wie Projekte, die sich digitaler Methoden der MINT-Berufs- oder Studienwahlorientierung zuwenden, wie etwa Entwicklung einer App zur Berufs- oder Studienwahlorientierung.

Zudem habe die Bundesregierung den Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag ins Leben gerufen. Der bundesweite Aktionstag Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag eröffne Mädchen ab Klasse fünf Berufs- und Studienbereiche, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind. Mit einem eintägigen Schnupperpraktikum erhielten sie jährlich die Chance, ihre Stärken in den Bereichen Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und IT auszuprobieren.