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Rahmenprogramm Gesundheitsforschung

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Unterrichtung - 07.12.2018 (hib 960/2018)

Berlin: (hib/ROL) Mit Forschung und Innovation will die Bundesregierung Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Der medizinische Fortschritt soll rascher zu den Patienten gebracht werden und den Standort Deutschland in der Gesundheitsforschung an die internationale Spitze führen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Unterrichtung zum "Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung" (19/6221).

Gesund und lange leben, dafür seien in Deutschland die Voraussetzungen besser als jemals zuvor: Die Lebenserwartung habe sich durch verbesserte Lebensbedingungen und gute medizinische Versorgung in den vergangenen hundert Jahren annähernd verdoppelt. Einst gefürchtete Krankheiten, wie etwa die Kinderlähmung, seien dank umfassender Impfprogramme in Deutschland ausgerottet. Bei anderen Erkrankungen sei es gelungen, die Zahl der Todesfälle deutlich zu reduzieren.

Doch auch im 21. Jahrhundert stehe die Medizin vor zahlreichen Herausforderungen. Altersassoziierte und lebensstilbedingte Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Demenz würden zunehmen. Weltweit seien die Menschen mit neuen Krankheitserregern konfrontiert, die häufig von Tier zu Mensch übertragen werden würden und sich aufgrund der stetig wachsenden globalen Mobilität rasch verbreiten können. Die Umwelt und ihre Belastung, etwa durch Feinstaub oder Lärm, hätten großen Einfluss darauf, wie gesund, vital und zufrieden die Menschen seien.

Mit dem neuen Rahmenprogramm will die Bundesregierung die Gesundheitsforschung stärken, damit diese den großen gesundheitlichen Herausforderungen der Zeit erfolgreich begegnen und den Innovationsstandort Deutschland voranbringt. Die heutige Gesundheitsforschung sei von einem enormen Wissenszuwachs, einer kontinuierlichen Entwicklung neuer Technologien und immer kürzeren Innovationszyklen geprägt. Durch Globalisierung, Digitalisierung und die demografische Entwicklung befänden sich Gesellschaft und Forschung inmitten eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels. Diese stetigen und raschen Veränderungen machten es notwendig, das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung flexibel und offen anzulegen - es könne heute nicht mehr über Jahre festgeschrieben werden. Zugleich biete es die Möglichkeit, forschungspolitische Schwerpunkte an aktuelle wissenschaftliche Gegebenheiten und relevante gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen.

Das Programm gliedere sich in zwei Leitlinien und drei Handlungsfelder. Die Leitlinien "Der Mensch im Mittelpunkt" und "Personalisierung und Digitalisierung als Schlüssel" seien eng miteinander verwoben. Mit der Leitlinie "Der Mensch im Mittelpunkt" soll der Zugang zu wirksamen Gesundheitsinnovationen für alle Menschen zur Richtschnur der Forschungsförderung werden. Dabei sollen auch die Bedürfnisse der Menschen in Entwicklungsländern berücksichtigt werden, sowie die wachsenden grenzüberschreitenden Gesundheitsrisiken und die enge Verknüpfung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ("One Health"-Ansatz). Mit dem Programm "Personalisierung und Digitalisierung" sollen diese zum Schlüssel für den medizinischen Fortschritt werden und es soll auf ihre Anwendung im Versorgungssystem hingewirkt werden, ein gesellschaftlicher Dialog über die ethischen und sozialen Dimensionen soll möglich werden.

In ihrer Unterrichtung beschreibt die Bundesregierung drei Handlungsfelder. Mit dem ersten Handlungsfeld "Forschungsförderung - Krankheiten vorbeugen und heilen" will die Bundesregierung Volkskrankheiten entschlossen bekämpfen. Krebs und psychische Erkrankungen sollen dabei einen Schwerpunkt bilden. In der Public-Health-Forschung sollen Präventions- und Versorgungsmodelle auf verschiedene Bevölkerungsgruppen ausgerichtet werden. Bei den globalen medizinischen Forschungsaufgaben sollen internationale Kooperationen eingegangen werden. Ebola oder Antibiotikaresistenzen kennen keine Grenzen, betont die Bundesregierung. Beim Handlungsfeld "Innovationsförderung" sollen Gesundheitsinnovationen vorangetrieben werden. Mit der "Strukturförderung - Forschungsstandort stärken", will die Bundesregierung die Vielfalt des deutschen Wissenschaftssystems stärken.