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Presse

"Afrika-Strategie schafft Chancen "

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antwort - 19.02.2019 (hib 179/2019)

Berlin: (hib/ROL) Die Afrika-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist Ausdruck des in den letzten Jahren massiv gestiegenen Interesses deutscher Wissenschaftler an deutsch-afrikanischen Kooperationen. Sie biete diesen Forschern von Universitäten und Forschungseinrichtungen den Rahmen, den Raum und die Struktur, Forschungs- und Bildungsvorhaben gemeinsam mit afrikanischen Partnern zu formulieren und umzusetzen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/7661) auf die Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (19/6755). Es sei nicht das Ziel der Afrika-Strategie des BMBF, die Aktivitäten auf möglichst viele Länder auszuweiten. Gleichwohl hätten sich die Kooperationen zwischen afrikanischen und deutschen Hochschulen von 2014 bis 2018 von 637 auf 905 Kooperationen erhöht. Im Jahr 2014 seien 36 afrikanischen Staaten beteiligt gewesen, 2018 bereits 40. Die Anzahl der geförderten Projekte sei um circa elf Prozent gestiegen.

Eines der zentralen Ziele der Aktivitäten des BMBF sei es, mit hohem Qualitätsanspruch nachhaltige wissenschaftliche Kooperationsstrukturen zu schaffen. Für eine sinnvolle Kooperation bedürfe es grundlegender Forschungs- und Bildungsstrukturen, die die Umsetzung gemeinsamer Vorhaben erlaubten. Maßnahmen des BMBF zielten auf den nachhaltigen Aufbau von Kapazitäten generell und den Aufbau von Bildungs- und Forschungsstrukturen konkret.

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sei der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Bildungs- und Forschungssysteme seien dabei Treiber für mehr Geschlechtergerechtigkeit, bedürften aber oft selbst eines Wandels im Sinne eines befähigenden Arbeitsumfelds und besserer Karrierechancen für Wissenschaftlerinnen. Die Afrika-Strategie 2014 bis 2018 habe zu diesem Wandel beigetragen. Die Bundesregierung ziele hierbei auf die qualitative Steigerung der Beschäftigung von Frauen und eine langfristige systemische Entwicklung. Im Rahmen der Afrika-Strategie seien seit 2014 rund 600 Aktivitäten mit einem Volumen von insgesamt 350 Millionen Euro gefördert worden.

Als Beispiele zur Bewältigung globaler Herausforderungen nennt die Bundesregierung mehrere Beispiele. Es sollten beispielsweise Klimaprognosen und Szenarien entwickelt werden, um entscheidungsnahe Klimadienstleistungen anzubieten und konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen. Hieraus würden sich vielfältige Synergien zur Förderung der internationalen Agrarforschung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ergeben sowie insbesondere zur Arbeit der fünfzehn Grünen Innovationszentren, die das BMZ gemeinsam mit afrikanischen Partnerländern eingerichtet habe. Sie schafften mit hohem Qualitätsanspruch nachhaltige wissenschaftliche Kooperationsstrukturen, stärkten die regionale wie kontinentale Forschungszusammenarbeit und würden Innovationspotenziale und Märkte erschließen, so dass Deutschland in Afrika als zentralen Partner in Bildung und Forschung sichtbar werde.

Zum Auf- und Ausbau von Forschungsinfrastrukturen im Bereich der Globalen Gesundheit habe das BMBF laufende Maßnahmen gestärkt. Hierzu zähle die "European and Developing Countries Clinical Trials Partnership" (EDCTP), die gemeinsam von afrikanischen und europäischen Partnern getragen werde. Zur Verbesserung der Gesundheitssituation in Afrika habe das BMBF seine Forschungsförderung im Bereich der Globalen Gesundheit deutlich gesteigert. So könnten Produktentwicklungspartnerschaften Medikamente für überwiegend in Afrika auftretende Krankheiten, wie zum Beispiel die Schlafkrankheit, auch aufgrund des mehr als verdoppelten Finanzierungsbeitrags aus Deutschland entwickeln. Ferner gehören dazu die Stärkung der Kapazitäten durch gemeinsame Forschungsprojekte bei Themen wie der demografischen Entwicklung, Jugendarbeitslosigkeit, Ernährungsbedarf, Klimawandel, Nachfrage nach Energie und Urbanisierung. Die Afrika-Strategie hebe zudem die Bedeutung guter Bildungsstrukturen und funktionierender Wissenschaftssysteme für Innovation, gesellschaftliche Teilhabe, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum hervor. In ihrem Rahmen habe das BMBF gemeinsam mit Partnern aus zehn Ländern des westlichen und fünf Ländern des südlichen Afrikas je ein regionales Kompetenzzentrum für Klimawandel und nachhaltiges Landmanagement aufgebaut.