9. Januar 2023 Presse

Bundestagspräsidentin Bas besucht Gedenkstätte für Opfer der NS-„Euthanasie“ in Bernburg/Saale

Zeit: Samstag, 14. Januar 2023 , 12.00 - 12.30 Uhr
Ort: Fachklinikum Bernburg, Olga-Benario-Straße 16/18, 06406 Bernburg (Saale)

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas besucht die Gedenkstätte in Bernburg an der Saale, um der dort ermordeten rund 14.000 Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten sowie Häftlingen aus den Konzentrationslagern zu gedenken. Zu den Opfern von Bernburg gehört Mary Pünjer, deren Biografie während der diesjährigen Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar vorgestellt werden soll.

Mary Pünjer wurde 1904 in einer jüdischen Hamburger Kaufmannsfamilie geboren. 1940 wurde sie als verheiratete Frau unter dem Vorwand der „Asozialität“ als „Lesbierin“ verhaftet. Nach ihrer Verurteilung wird sie im KZ Ravensbrück interniert. Dort wurde sie Anfang 1942 offenkundig aufgrund der ihr unterstellten lesbischen Neigung und ihrer jüdischen Herkunft für die Mordaktion an KZ-Häftlingen „Aktion 14f13“ selektiert. Im Frühjahr 1942 wurde Mary Pünjer in der als Gasmordanstalt genutzten „Landes-Heil- und Pflegeanstalt“ Bernburg (Saale) ermordet.

Bundestagspräsidentin Bas wird in Bernburg von Kulturstaatssekretär Sebastian Putz begrüßt, der zugleich Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt ist. Zunächst wird Bas die ständige Ausstellung und die historischen Räume im Keller besichtigen.

Im presseöffentlichen Teil des Besuchs (ab 12 Uhr) wird sie Einsicht in das Totenbuch nehmen und im Bereich des ehemaligen Krematoriums der Opfer gedenken. Auf der Bilderwand von NS-Opfern im ehemaligen Krematorium wird ein Foto von Mary Pünjer angebracht.

Anschließend steht die Bundestagspräsidentin Medienvertretern für kurze Fragen zur Verfügung (Erdgeschoss, Seminarraum 1).

Danach findet ein nicht-öffentliches Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des psychiatrischen Fachklinikums und der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt statt (Auftaktbilder möglich; Seminarraum 2).

Medienvertreter sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich eingeladen. Interessierte Journalisten bitten wir um kurze Anmeldung unter pressereferat@bundestag.de.

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