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07. September 2014

Tausende beim Tag der Ein- und Ausblicke

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Zum elften Mal hatte der Deutsche Bundestag am Sonntag, 7. September 2014, seine Pforten für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Die Gäste strömten zum Tag der Ein- und Ausblicke in das Reichstagsgebäude, das Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und konnten sich von der Arbeit im Parlament ein eigenes Bild machen. Was viele Bürger nur aus der Ferne oder den Medien kennen, konnten sie nun hautnah erleben. Ob Ausschusssitzungen, Plenarsaal oder Ukraine-Konflikt – insgesamt rund 23.500 Besucher warfen ihren Blick hinter die Kulissen.

Sommerliches Wetter zum historischen Tag

„Der rote Teppich ist für Sie ausgerollt. Lernen Sie das Herzstück unserer Demokratie, das Parlament, kennen“, begrüßte Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CDU/CSU) am Morgen die rund 200 Gäste am Westportal des Reichstagsgebäudes „zu diesem denkwürdigen, historischen Tag“ – denn der Bundestag feierte seinen 65. Jahrestag. Am 7. September 1949 trat der Bundestag zu seiner ersten Sitzung zusammen, und seitdem „ist viel geschehen“.

Bildergalerie zum Tag der Ein- und Ausblicke 2014

Die Geschichte des Bundestages und seiner Plenarsäle konnte man in einer beeindruckenden Fotoausstellung in der Abgeordneten-Lobby bestaunen. Singhammer bot allen Gästen die Gelegenheit zu erfahren, wie Politik funktioniert, und einen Einblick in den Arbeitsplatz der Bundestagsabgeordneten zu erhalten. Bei strahlendem Sonnenschein gab dazu das Blasorchester Köpenick bekannte Beatles-Song zum Besten, bei denen auch prompt einige Gäste mitsangen.

Internationales Publikum entdeckt den Bundestag

Viel internationales Publikum war gekommen, um einen unverfälschten Einblick in die deutsche Politik zu erhalten. „In London wäre so etwas nicht möglich“, meinte Fran Brownlie aus England. Die junge Geschichtsstudentin kommt ins Staunen, denn sie kennt den Reichstag nur aus ihren Büchern, und nun kann sie ihn selbst im Rundgang ergehen. Marta Borgosz aus Polen war schon sieben Mal in Berlin, hat es aber noch nie in den Bundestag geschafft. Mit Kind und Kegel hat es nun geklappt, und sie ist überwältigt von der Kuppel und dem Ausblick auf die Stadt.

Auch Imani Mufti (20), zu Besuch aus Pakistan, ist begeistert vom Andachtsraum der drei großen Religionen Islam, Christentum, Judentum, den er gerade angeschaut hatte. „Ich finde es fantastisch, wie respektvoll und tolerant der Bundestag den Religionen gegenübersteht. Jedem wird ein Raum der Stille bereitgestellt, um seinem Glauben nachzugehen. Ich finde, solch einen Raum sollte es in jedem Parlament der Welt geben.“

Mit Politikern hautnah diskutieren

Vorbei am Andachtsraum, ließen sich derweil die Besucher die Geschichte des hängenden Bundesadlers, die Aufgaben und Aufteilung des Plenarsaals von Vizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) auf der Besuchertribüne erklären. Bundestagsdrucksachen lagen für jeden interessierten Gast aus, und auf der Fraktionsebene des Hauses konnte man sich die Arbeit der vier im Parlament vertretenen Bundestagsfraktionen erklären lassen.

Gleichzeitig fand im Paul-Löbe-Haus die erste Podiumsdiskussion des Tages mit Abgeordneten des Finanzausschusses zu aktuellen Fragen der Steuer- und Finanzpolitik statt. Aufmerksam verfolgten die Zuhörer das Gespräch der Fachpolitiker. Wann die Steuern denn sinken sollen, war wohl die bedeutendste Frage der Gäste.

Viel Musik, Kunst und Spaß für Kinder

Viel Andrang in der Kinderecke: Kinder mit bunt bemalten Gesichtern und riesigen Luftballons tollten zwischen den verschiedene Ständen der Bundestagsverwaltung im Paul-Löbe-Haus herum. Bis 20 Uhr konnten die Gäste den Tag der Ein- und Ausblicke erleben. Kunstinteressierte bestaunten bei einer spannenden Führung durch die Häuser unter anderem die Werke von Neo Rauch, Richter und Beuys.

Offener Umgang mit der Geschichte

Viele Besucher blieben vor den kyrillischen Inschriften im Reichstagsgebäude stehen und stellten dem Besucherdienst interessierte Fragen. Für Wilhelm Neitzel (79) ist es ein emotionaler Moment, als er vor den Wänden steht, die die Soldaten der sowjetischen Roten Armee nach dem Sieg 1945 über Hitlerdeutschland mit Holzkohle bemalten. Sein Vater fiel im Krieg, seine Familie wurde damals aus Polen vertrieben. Heute lebt er in Heringsdorf an der Ostsee, um nah der Heimat zu sein.

Es ist sein erster Besuch im Bundestag, und dass Geschichte so lebendig erzählt und erlebt wird, hätte er sich nicht vorstellen können. Er ist überwältigt, dass Deutschland mit seiner Geschichte so offen umgeht. Gleich fängt die erste Kunstführung an, danach die Führung im Parlamentsarchiv und der Bibliothek. „Ich möchte so viel mitnehmen wie möglich. Ich bin extra heute nach Berlin gefahren.“  Ein volles, aber spannendes Programm hat sich Herr Neitzel zusammengestellt für seinen ersten Besuch im Bundestag. (abb/07.09.2014)