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Deutscher Bundestag - Archiv

Situation bei der KfW-Bankengruppe

Wirtschaft und Energie/Antwort - 31.07.2020 (hib 803/2020)

Berlin: (hib/FNO) Die Corona-Krise wird deutliche Auswirkungen auf das Konzernergebnis der KFW-Bankengruppe haben. Besonders belastet sei vor allem das Kreditvorsorgeergebnis, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung (19/21076) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/20003). Die von der KfW gewährten Corona-Hilfsmaßnahmen hätten allerdings keine Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeitsrechnung, da der Bund alle Kredite durch eine Garantie abdecke.

Insgesamt habe sich der ökonomische Kapitalbedarf der Bankengruppe seit dem 1. März 2020 um sieben Prozent erhöht. Dennoch sei der ökonomische Deckungsgrad in den vergangenen Monaten zu allen Stichtagen deutlich über dem risikostrategischen Ziel ( >160 Prozent) geblieben. Die KfW plane auch nicht das Solvenzniveau der Bankengruppe anzupassen. Allerdings seien das Basis- und Stress-Szenario verändert worden. Demnach geht die Bank im ersten Szenario von verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Eine sukzessive Erholung der Wirtschaft werde aber ab 2021 erwartet. Im Stress-Szenario simuliere die Bank eine schwere weltweite Rezession ohne Erholung in den Folgejahren mit erhöhten Kreditrisikobelastungen.

Die in den kommenden Jahren bevorstehende Einführung der Basel-III-Regelungen könne zu weiteren Belastungen der Gesamtkapitalquote führen. Hintergrund sei die aktuelle Nichtanerkennung der risikomindernden Anrechnung von Endkreditnehmerzessionen. Demnach stiegen die Risikopositionen (RWA) um 40 Prozent, wodurch die Gesamtkapitalquote um 6,6 Prozentpunkte sinke. Falls die Endkreditnehmerzessionen weiterhin risikomindernd angerechnet würden, ergebe sich ein moderaterer RWA-Anstieg um 20 Prozent und eine Senkung der Gesamtquote um vier Prozent.