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Koalition gegen Erweiterungen beim Sportbericht

Sprinterinnen am Startblock

© dpa-Report

Der Vorschlag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, in zukünftigen Sportberichten der Bundesregierung zusätzliche Themengebiete aufzunehmen, wird von der CDU/CSU- und der FDP-Fraktion abgelehnt. Bei der Sportausschusssitzung am Mittwoch, 15. Dezember 2010, in der der zwölfte Sportbericht der Bundesregierung (17/2880) "zur Kenntnis genommen“ wurde, machten Redner aller Fraktionen deutlich, dass es gut sei, einen solchen Bericht zu haben, der nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Ausblick sei

Grüne: Gefahr durch Korruption im organisierten Sport

In eigenen Entschließungsanträgen forderten jedoch die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, künftig weitere Kapitel in den Sportbericht aufzunehmen.

So soll nach Ansicht der Grünen der Bekämpfung der Korruption im organisierten Sport ein eigenes Kapitel gewidmet werden, da diese eine große Gefahr für die Akzeptanz in der Öffentlichkeit sowie die Berechtigung der Sportförderung durch öffentliche Gelder darstelle.

SPD: Zielvereinbarungen offenlegen

Die SPD-Fraktion plädierte für einen gesonderten Abschnitt zur Dopingbekämpfung sowie für die Aktivitäten der "nichtolympischen Verbände“. Gleichzeitig wurde gefordert, die Zielvereinbarungen, die zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund, olympischen Verbänden und Bundesinnenministerium geschlossen wurden, offenzulegen.

Einen weiteren Entschließungsantrag hatten die Koalitionsfraktionen vorgelegt, mit der Forderung, den Sport in seiner Gesamtheit zu fördern.

"Ansammlung von Allgemeinplätzen"

Während die Oppositionsfraktionen sich jeweils für die Anträge von SPD und Grünen aussprachen, kritisierten sie die Vorlage von Union und FDP als "Ansammlung von Allgemeinplätzen“.

Martin Gerster (SPD) kritisierte unter anderem das fehlende Petitum für die Aufnahme des Sports in das Grundgesetz. Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) vermisste "politische Umsetzungsvorschläge“.

Linke: "Sport ins Grundgesetz" fraktionsübergreifend angehen

Kathrin Kunert (Die Linke) forderte dazu auf, das Thema "Sport in das Grundgesetz“ fraktionsübergreifend anzugehen. Bei der Abstimmung über den Antrag der Koalitionsfraktionen enthielten sich SPD, Grüne und Linke. Union und FDP stimmten zu.

Gleichzeitig lehnten CDU/CSU und FDP die Anträge der Oppositionsfraktion ab. Es gebe keinen Bedarf für ein eigenes Kapitel zur Bekämpfung der Korruption im organisierten Sport, sagte Klaus Riegert (CDU/CSU). Dem Antidoping-Kampf wird seiner Ansicht nach zudem im vorliegenden Sportbericht ausreichend Platz gegeben.

FDP: SPD hätte ihre Forderung früher umsetzen können

Auf die SPD-Forderung nach der Aufnahme des Sports in das Grundgesetz eingehend, sagte die FDP-Abgeordnete Gisela Piltz, wenn dies den Sozialdemokraten so wichtig sei, hätte man es während der Regierungsbeteiligung in den vergangenen Jahren umsetzen sollen. (hau)