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12. Februar 2016

Deutsch-französischer Parlamentspreis verliehen

Claude Bartolone,Claire Demesmay, Cécile Calla, Norbert Lammert, Claudia Hiepel

Claude Bartolone, Claire Demesmay, Cécile Calla, Norbert Lammert, Claudia Hiepel

© DBT/Andreas Schmitter Foto Aachen

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und der französische Parlamentspräsident Claude Bartolone haben am Freitag, 12. Februar 2016, in Aachen den Deutsch-Französischen Parlamentspreis an die Historikerin Dr. Claudia Hiepel, die Journalistin Cécile Calla und die Politikwissenschaftlerin Dr. Claire Demesmay verliehen. Im Weißen Saal des Aachener Rathauses würdigten Lammert und Bartolone die Arbeiten der Preisträgerinnen, die deutlich machten, dass es seit dem Elysée-Vertrag 1963 immer wieder unterschiedliche Interessen, aber auch gerade deshalb den Willen und die Fähigkeit zu gemeinsamen Lösungen gegeben habe. Die Werke seien inhaltlich anspruchsvoll und doch allgemein verständlich.

Die aus deutschen und französischen Abgeordneten und Wissenschaftlern zusammengesetzte Jury unter Vorsitz der beiden Parlamentspräsidenten hatte sich für Claudia Hiepels Werk „Willy Brandt und Georges Pompidou. Deutsch-französische Europapolitik zwischen Aufbruch und Krise“ entschieden. Cécile Calla und Claire Demesmay bekommen die Ehrung für ihr Buch „Que reste-t-il du couple franco-allemand?“ (Was bleibt vom deutsch-französischen Tandem?).

Europapolitik in den siebziger Jahren

Claudia Hiepel ist Privatdozentin und Wissenschaftlicher Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen. Sie untersucht in ihrem Werk die Europapolitik in den siebziger Jahren unter dem deutschen Kanzler Willy Brandt und dem französischen Präsidenten Georges Pompidou. In dieser von schweren Krisen geprägten Ära konnten die beiden Politiker trotz ihres persönlich schwierigen Verhältnisses entscheidende Weichen für die europäische Einigungspolitik stellen.

Für ihr Buch bekam die Autorin (Jahrgang 1967) 2011 den Willy-Brandt-Preis zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und den „Émile-und-Aline-Mayrisch-Preis“ für herausragende Verdienste um die westeuropäische Verständigung. 2015 ist eine aus Mitteln der Volkswagen-Stiftung finanzierte französische Übersetzung des Werks erschienen.

Aktuelle Fragen der deutsch-französischen Beziehungen

Cécile Calla (Jahrgang 1977) arbeitet als freie Journalistin und hat unter anderem für das Magazin „ParisBerlin“ und für die Zeitungen „Le Monde“ und „Le Figaro“ berichtet. Claire Demesmay leitet seit 2009 das Frankreich-Programm der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Die beiden in Berlin lebenden französischen Autorinnen legen eine detaillierte Synthese aktueller Fragen der deutsch-französischen Beziehungen vor. Im ersten Teil verfolgen sie die Geschichte des deutsch-französischen Tandems bis zu den Grundlagen der europäischen Einigung. Im zweiten Teil spiegeln sie den Stand der Beziehungen und die gegenwärtigen Entwicklungen wider.

Insgesamt hatten sich rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um den Preis beworben. Seit mehr als zehn Jahren wird der Preis gemeinsam vom Deutschen Bundestag und der Assemblée nationale an je einen deutschen und französischen Staatsbürger verliehen. Mit ihm werden alle zwei Jahre deutsche und französische wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet, die zur besseren gegenseitigen Kenntnis beider Länder beitragen. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben. (eis/vom/13.02.2016)