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Bundestag trauert um seinen Vizepräsidenten Thomas Oppermann

Schwarz-weiß-Porträtaufnahme eines älteren Mannes.

Thomas Oppermann (1954-2020)

© DBT/Marco Urban

Der Deutsche Bundestag trauert um seinen Vizepräsidenten Thomas Oppermann (SPD). Der 66-Jährige starb am Sonntag, 25. Oktober 2020, in einem Göttinger Krankenhaus, nachdem er bei Dreharbeiten mit dem ZDF zusammengebrochen war. Oppermann war seit Oktober 2017 Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Am 24. Oktober 2017 hatten ihn die Abgeordneten auf Vorschlag der SPD-Fraktion in dieses Amt gewählt. Seit 2005 gehörte er dem Bundestag an. Von 2013 bis 2017 war Thomas Oppermann Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Schäuble: Behalte ihn als Vollblut-Parlamentarier in Erinnerung

„Die Nachricht über den Tod von Vizepräsident Thomas Oppermann bewegt mich sehr. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und den Angehörigen, ihnen gilt mein tief empfundenes Mitgefühl“, erklärte Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble. „Wer Thomas Oppermann zuletzt traf, erlebte einen Mann, der gerade nach der Ankündigung seines Abschieds aus der aktiven Politik im kommenden Jahr in sich zu ruhen schien und gleichzeitig voller Vorfreude auf kommende Projekte war. Umso betroffener macht sein plötzlicher Tod.“ 

In seiner niedersächsischen Heimat habe Oppermann er als überzeugter Sozialdemokrat Regierungsverantwortung getragen. Schäuble: „Ich behalte ihn vor allem als Vollblut-Parlamentarier in Erinnerung. 30 Jahre gehörte Thomas Oppermann deutschen Parlamenten an, davon 15 Jahre dem Deutschen Bundestag. Hier verstand er sich als langjähriger Parlamentarischer Geschäftsführer und Vorsitzender seiner Fraktion genauso auf den leidenschaftlich geführten Schlagabtausch, wie er in seinem Amt als Vizepräsident auf die Wahrung der Würde des Hauses bedacht war. Im Präsidium, in dem wir über die Fraktionsgrenzen hinweg eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, verlieren wir mit ihm einen besonnenen Kollegen von hohem juristischen Sachverstand und großer politischer Erfahrung. Er wird uns gerade in dieser – nicht zuletzt durch die Pandemie – ungemein herausfordernden Legislaturperiode sehr fehlen. Thomas Oppermann hat sich in seinen herausragenden Ämtern um den Parlamentarismus verdient gemacht, wir werden ihm im Deutschen Bundestag ein ehrendes Andenken bewahren.“

Abgeordneter im niedersächsischen Landtag

Oppermann wurde am 27. April 1954 in Freckenhorst im Münsterland geboren. 1980 trat er in die SPD ein. Nach dem Abitur 1975 begann er ein Germanistik- und Anglistikstudium in Tübingen. Von 1976 bis 1978 war er als freiwilliger Helfer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in den USA tätig. Nach der Rückkehr nach Deutschland studierte Oppermann Jura an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er 1983 das Referendarexamen und 1986 das Assessorexamen ablegte. 1985 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden, 1989 zum Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Göttingen gewählt.

Bei der Landtagswahl 1990 zog Oppermann als Abgeordneter in den niedersächsischen Landtag ein, wo er bis 1998 rechtspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion war. 1998 erfolgte die Ernennung zum Landesminister für Wissenschaft und Kultur. Nach der Wahlniederlage der SPD bei den Landtagswahlen 2003 übernahm Oppermann das Amt des wirtschaftspolitischen Sprechers der Fraktion.

Parlamentarischer Geschäftsführer und Fraktionsvorsitzender

Bei der Bundestagswahl 2005 gewann er das Direktmandat im Wahlkreis Göttingen mit 46,8 Prozent der Erststimmen und verteidigte es bei den nachfolgenden Bundestagswahlen. 2006 wurde er Obmann im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss, 2007 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Ab 2009 war Oppermann auch Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums, ehe im Dezember 2013 die Wahl zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion folgte.

Thomas Oppermann war evangelisch, Vater von vier Kindern und Mitglied des FC Bundestag, der Fußballmannschaft der Abgeordneten. (vom/26.10.2020) 

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