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Weihnachtsbäume und Adventskranz für den Deutschen Bundestag

Eine Frau mit einer gelben Jacke und ein Mann im Anzug stehen vor einem Weihnachtsbaum.

Die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt, mit Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich und dem von der Lebenshilfe übergebenen Weihnachtsbaum im Paul-Löbe-Haus des Bundestages

© DBT/Henning Schacht

Der Deutsche Bundestag ist auf die Advents- und Weihnachtszeit bestens vorbereitet. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat am Freitag, 27. November 2020, einen Weihnachtsbaum des Verbandes Deutscher Naturparke entgegengenommen. Bereits am Vortag freute sich Vizepräsident Dr. Hans-Peter Friedrich (CDU/CSU) über einen Weihnachtsbaum der Bundesvereinigung Lebenshilfe, und am Mittwoch, 25. November, durfte Vizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) die erste Kerze am Wichern-Adventskranz des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung anzünden.

Weihnachtsbaum aus dem Naturpark Dahme-Heideseen

Der Verband Deutscher Naturparke übergibt dem Bundestag traditionell jedes Jahr einen prachtvoll geschmückten Weihnachtsbaum, in diesem Jahr allerdings ohne weihnachtliche Musik. Die Tanne, die aus dem brandenburgischen Naturpark Dahme-Heideseen stammt, wurde, bedingt durch Corona, in kleinem Rahmen von Vizepräsident Kubicki entgegengenommen.

„Die Übergabe eines Weihnachtbaumes aus einem der 103 Naturparks Deutschlands hat zwar seit vielen Jahren Tradition, aber die Baumübergabe 2020 unterscheidet sich sehr von denen der vergangenen Jahre“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Naturparke, Friedel Heuwinkel. Im Corona-Jahr 2020 erklangen zur Übergabe im Paul-Löbe-Haus des Bundestages erstmals keine Weihnachtslieder aus Kinderkehlen wie in früheren Jahren. 

„Baumschmuck, der die aktuelle Lage widerspiegelt“

Aber auch der Weihnachtsschmuck, den die Grundschulkinder der Naturparkschule Prieros zusammen mit Kindergartenkindern gebastelt haben, sah anders aus als der Weihnachtsschmuck der vergangenen Jahre. „Die Kinder aus meinem Wahlkreis haben sich in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen und sich beim Baumschmuck mit dem Thema Corona auseinandergesetzt“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke bei der Baumübergabe.

Die Abgeordnete, die Botschafterin des Naturparks ist, bedankte sich für den Baumschmuck, den die Kinder sorgfältig und mit sehr viel Kreativität als bunte Coronaviren gestaltet haben. Sie hoffe, dass dieser Schmuck, so liebevoll er auch gestaltet sei, im nächsten Jahr nicht mehr benötigt wird und „wir wieder einen Advent feiern können, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen“.

Wolfgang Kubicki erinnerte daran, dass Weihnachten, das Fest der Familie, mit einer besonderen Atmosphäre verbunden ist: „Ich bedanke mich im Namen der Abgeordneten des Bundestages bei den Kindern der Naturparkschule Prieros für diesen außergewöhnlichen Baumschmuck, der die aktuelle Lage widerspiegelt, in der wir uns alle befinden. Es wird in diesem Jahr ein anderes Weihnachtsfest werden, aber ich bin sicher, es wird wundervoll, wenn wir uns auf das Gefühl von Gemeinsamkeit und Zusammenhalt besinnen. Ich bin zuversichtlich, dass bei der Baumübergabe 2021 wieder Lieder von einem Kinderchor im Deutschen Bundestag zu hören sein werden.“

Maritimer Baumschmuck von der Lebenshilfe Bremerhaven

Weihnachtslieder unterm Tannenbaum sind seit dem 14. Jahrhundert ein Symbol für Liebe und Freude, aber am Donnerstag, 26. November, musste diese schöne Tradition im Deutschen Bundestag wegen der Corona-Pandemie pausieren. Deshalb übergab die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt (SPD), eine geschmückte Weihnachtstanne ohne weihnachtliche Musik an den Vizepräsidenten Hans-Peter Friedrich.

Der Baumschmuck ist in diesem Jahr maritim gestaltet und besteht aus bunten Holzfischen, Ankern und Leuchttürmen, die von der Lebenshilfe aus Bremerhaven im Home-Office gefertigt wurden. Ulla Schmidt sagte bei der Baumübergabe: „Ich möchte mich in diesen, besonders für Menschen mit einer Behinderung schweren Zeiten sehr herzlich für die Unterstützung der Abgeordneten des Deutschen Bundestages bedanken.“

„Offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Lebenshilfe“

Menschen mit Behinderungen hätten es in diesem Corona-Jahr, in dem Werkstätten und Tageseinrichtungen lange geschlossen blieben, besonders schwer gehabt. „Auch wenn der Bundestag viele Herausforderungen bewältigen musste, hatte er aber immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Lebenshilfe. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich mit dieser wundervollen Tanne und dem maritimen Baumschmuck.“

Vizepräsident Hans-Peter Friedrich bedankte sich ebenfalls bei der Lebenshilfe und ausdrücklich bei Ulla Schmidt, die seit fast zehn Jahren mit großem Engagement für Menschen mit einer Behinderung eintritt. „In diesem Jahr ist es besonders wichtig, dass uns der Weihnachtsbaum der Lebenshilfe daran erinnert, wie wichtig Solidarität, Mitmenschlichkeit und gegenseitige Hilfe in der Gesellschaft sind.“

„Die Spaltung der Gesellschaft darf sich nicht vertiefen“

Mit dem „Adagio“ aus der Sonate Nr. 3 in E-Dur von Johann Sebastian Bach wurde die Adventszeit im Bundestag bereits am Mittwoch, 25. November, eingeläutet. Pfarrer Ulrich Lilie von der Deutschen Diakonie übergab zum zehnten Mal einen prächtigen Wichern-Adventskranz – in diesem Jahr an Vizepräsidentin Claudia Roth.

Lilie sagte, die Diakonie Deutschland wolle diese schöne Tradition fortsetzen und sich für die Arbeit der Parlamentarier bedanken: „Auch wenn die Übergabe in diesem Jahr coronabedingt ohne Kinder stattfindet und ihr Chorgesang im Bundestag nicht erklingen kann, möchten wir die Abgeordneten an den Ursprung des Wichern-Adventskranzes erinnern.“

Der Wichern-Adventskranz wurde im Jahr 1833 vom evangelischen Sozialreformer Johann Hinrich Wichern erstmals in Hamburg-Horn für benachteiligte und arme Kinder und Jugendliche aufgestellt. Claudia Roth bedankte sich im Namen der Abgeordneten und mahnte, dass die Menschen in dieser dramatischen Zeit der Corona-Pandemie darauf achten müssten, dass sich die Spaltung der Gesellschaft nicht weiter vertieft.

„Familien, Freunde und Kollegen müssen zusammenhalten – auch wenn wir Abstand halten müssen. Trotz Abstand und Distanz kommt es darauf an, solidarisch zu sein. Denn egal, ob jung oder alt, krank oder gesund, arm oder reich – wir können diese Pandemie nur gemeinsam bekämpfen, denn die Würde des Menschen ist kein Konjunktiv“, sagte die Vizepräsidentin, bevor sie das erste Licht am Wichern-Adventskranz anzündete. (bsl/27.11.2020)

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