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FDP fordert Deutsche Transfergemeinschaft

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antrag - 05.12.2018 (hib 950/2018)

Berlin: (hib/ROL) Die FDP tritt für die Gründung einer Deutsche Transfergemeinschaft (DFG) ein, die den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft institutionalisieren soll. Das schreibt die Fraktion in ihrem Antrag (19/6265). Transfer von Forschungsergebnissen in die unternehmerische Praxis zu bringen, sei eine beständige Aufgabe. Hierfür sei es erforderlich, eine dauerhafte Institution mit personeller und finanzieller Substanz zu schaffen.

Die Idee einer Transfergemeinschaft werde seit längerem breit diskutiert und von der Mitgliedergruppe der Fachhochschulen in der Hochschulrektorenkonferenz und insbesondere der Hochschulallianz für den Mittelstand unterstützt. Selbst im Koalitionsvertrag werde vage über eine Transfergemeinschaft gesprochen.

Nach Ansicht der FDP verfügt Deutschland zwar über ein differenziertes Forschungs- und Innovationssystem, jedoch sei der Transferkanal aus der Wissenschaft in die Wirtschaft und Gesellschaft deutlich unterentwickelt. Dies gelte sowohl für Forschung an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und an den Universitäten als auch für den Transfer angewandter Forschung aus allen Hochschulen in die häufig mittelständisch geprägten Regionen hinein. Gleichzeitig sei an vielen Hochschulen für angewandte Wissenschaften ein starker Aufwuchs der anwendungsorientierten Forschung zu beobachten, der in bestehenden Förderstrukturen nicht ausreichend abgedeckt werde. Die Aufgabe des Transfers müsse von allen Beteiligten, sowohl der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft als auch der Politik, offensiv vorangetrieben werden.

Zu oft werde in Deutschland noch für die Erkenntnis an sich geforscht, die dann im Regal lande. Zu selten werde geprüft, ob eine Erkenntnis auch einen Nutzen stiften könne. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Aus wissenschaftlichen Erkenntnissen müssten auch Lösungen für die gesellschaftlichen, technologischen, sozialen und ökonomischen Probleme unserer Zeit gewonnen werden.

Forschungsleistungen würden bisher stark in einen Zusammenhang mit den ihnen zugrundeliegenden Mitteln (Input) gestellt. Im Bundesbericht Forschung und Innovation, in Regierungserklärungen und sonstigen öffentlichen Stellungnahmen von Forschungsträgern werde vorwiegend vom erfolgten Aufwuchs an Finanzen und Personal sowie von zukünftigen Plänen gesprochen, anstatt prioritär und systematisch über Ergebnisse (Output) wie Patente und ihre wirtschaftliche Nutzung oder Ausgründungen und ihre geschäftliche Skalierung sowie Umsatz- und Kunden-/Nutzerentwicklung bei innovativen Produkten und Services - und dies auch im internationalen Vergleich.

Zwar gebe es bereits transferorientierte Programme des BMWi sowie des BMBF, darunter das "Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)", die "Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)" und "KMU-innovativ". Damit gebe es zwar verschiedene Angebote, aber keine übergreifende Struktur. Zudem meldeten sich Antragsberechtigte Unternehmen oft dann, wenn sie bei ihren bestehenden Produkten und Dienstleistungen einen Mangel feststellten, der behoben werden soll. Dadurch sei das Ergebnis angewandter Forschung oft eher Reparatur als neue Technologie und Entwicklung. Hochschulen, die Anträge stellen, suchten nicht selten Wirtschaftspartner als Alibi-Partner.

Nach Ansicht der FDP soll die DTG unabhängig agieren können und als Selbstverwaltungseinrichtung Erkenntnistransfer aus der Wissenschaft in die praktische Anwendung durch Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft, insbesondere Kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) , fördern. Kooperationen der Wissenschaft mit den Bereichen Politik und Verwaltung sowie Kultur und Zivilgesellschaft sollen ebenfalls möglich sein. Die DTG soll sowohl technologische als auch soziale Innovation unterstützen.

Zum Anfang soll nach Meinung der FDP ein hoher dreistelliger Millionenbetrag zur Verfügung stehen, der sich aus den Mitteln für die bisherigen Transferförderprogramme aus Bundesministerium für Bildung und Forschung und Bundesministerium für Wirtschaft zusammensetzt und sukzessive gesteigert werden soll. In der Endausbaustufe soll das Budget mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr betragen.