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Presse

Wissenschaft braucht Internationalität

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Ausschuss - 28.02.2018 (hib 109/2018)

Berlin: (hib/ROL) "Wir brauchen Freunde in aller Welt." Das sagte die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel, bei der Vorstellung des DAAD am Mittwochvormittag vor dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Der DAAD, der insgesamt über 522 Millionen Euro verfügt, hat das Ziel, durch Partnerschafts- und Strukturprogramme für die deutschen Hochschulen die Exzellenz von Forschung und Lehre durch Internationalisierung zu stärken, und versucht herausragende Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen. Zudem wirbt der DAAD, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Auswärtigen Amt, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert wird, gezielt für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Wintermantel machte deutlich, dass der Wettbewerbsdruck für die wichtige Wissenschaftsnation Deutschland hoch sei, aber ohne eine Internationalisierung Wissenschaft auf einem relevaten Level nicht möglich sei. Dabei verwies sie gleich zu Beginn ihres Statements auf die Geschichte des DAAD, der von Studenten vor 92 Jahren gegründet worden ist. Diese waren nach dem Ersten Weltkrieg der Auffassung, dass dem deutschen Wissenschaftsstandort international nicht genug Aufmerksamkeit zuteilwerde und wollten das ändern. Mit dem Nationalsozialismus kam die Internationalisierung fast vollständig zum Erliegen und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Gedanke wieder aufgenommen und gefördert. "Heute wissen die Hochschulen, wie wichtig die Internationalisierung ist, um Leute zu rekrutieren", machte Wintermantel deutlich.

Hans-Christian Pape, der neue Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, betonte ebenfalls, dass ohne internationale Kontakte Wissenschaft heute kaum noch umgesetzt werden könnte. Die Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forschern und versteht sich als Mittlerorganisation der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Im Jahr 2016 verfügte sie über 116 Millionen Euro, die mit über 95 Prozent aus Bundesmitteln stammen. Mit den Forschungsstipendien und Forschungspreisen der Stiftung können Wissenschaftler nach Deutschland kommen, um ein selbst gewähltes Forschungsprojekt mit einem Gastgeber und Kooperationspartner durchzuführen. Wissenschaftler aus Deutschland können im Ausland ein Forschungsprojekt als Gast bei einem von weltweit über 28.000 Humboldtianern verwirklichen, den Alumni der Humboldt-Stiftung. "Das Strukturpaket wird für den einzelnen Wissenschaftler maßgeschneidert. Dieses funktioniert nach dem Schlüssel-Schloss-System", so Pape. Für die Stiftung zählt einzig die persönliche exzellente Leistung des Wissenschaftlers. Es gibt keine Quoten, weder für einzelne Länder noch für einzelne akademische Disziplinen. Im Jahr 2016 hatte die Stiftung 533 Stipendien vergeben. Pape forderte die Anzahl der Stipendien um rund 30 Prozent zu erhöhen und regte an, stärker auch auf exzellente Wissenschaftler in den Schwellenländern zu achten.

Der Präsident lobte zudem den von der Bundesregierung vorgelegten "Bericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2014 bis 2016" (18/13061), wenngleich dieser nach seinem Eindruck zu starke retrospektive Züge trage. Pape unterstrich, wie auch im Bericht untermauert, die große Bedeutung Europas. "Ohne ein einiges Europa kann die Wissenschaft nicht wettbewerbsfähig sein", so der Neurophysiologe.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel (CDU), unterstrich ebenfalls, wie wichtig die weltweite Zusammenarbeit für die Wissenschaft sei. "Wir müssen auf Austausch und nicht auf Abschottung setzen", sagte Rachel. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Afrikastrategie der Bundesregierung. Afrika dürfe nicht länger nur als Kontinent der Probleme sondern müsse auch als Kontinent der Chancen gesehen werden.