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Presse

8. Januar 2019

Deutscher Bundestag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus – Gedenkrede von Prof. Dr. Saul Friedländer

Zeit: Donnerstag, 31. Januar 2019, 9 Uhr
Ort: Reichstagsgebäude, Plenarsaal

Am Donnerstag, 31. Januar 2019 gedenkt der Deutsche Bundestag in diesem Jahr der Opfer des Nationalsozialismus. Die Gedenkstunde im Plenarsaal beginnt um 9 Uhr. Nach den begrüßenden Worten von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wird Prof. Dr. Saul Friedländer die Hauptrede der Gedenkstunde halten. Der international renommierte Historiker hauptsächlich die Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere das Schicksal der europäischen Jüdinnen und Juden erforscht.

Friedländer wurde 1932 als Sohn einer jüdischen Familie in Prag geboren. Infolge der deutschen Besetzung emigrierte die Familie nach Frankreich. Während der Junge im Versteck überlebte, wurden seine Eltern verhaftet und in Auschwitz ermordet. Nach dem Ende des Krieges wanderte Friedländer nach Israel aus. Er lehrte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, an der Universität Tel Aviv und an der University of California, Los Angeles. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. dem Pulitzer-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Zu der Gedenkstunde im Plenarsaal kommen neben den Bundestagsabgeordneten auch Repräsentanten  der Verfassungsorgane sowie junge Menschen aus Deutschland und seinen Nachbarländern, u.a. Frankreich und Polen, die an der jährlichen Jugendbegegnung des Bundestages zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilnehmen. In diesem Jahr beschäftigen sich die jungen Teilnehmer intensiv mit dem Schicksal Kindern und Jugendlichen, die während der NS-Zeit versteckt wurden, um sie vor der Deportation und Ermordung zu retten.

Im Anschluss an die Gedenkstunde wird Bundestagspräsident Schäuble eine Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum mit dem Titel „Einige waren Nachbarn“ eröffnen (Paul-Löbe-Haus, Halle, 10:30 Uhr). Die Ausstellung setzt sich mit der Frage auseinander, wie die einzelnen Menschen während der Shoah auf die Bedrohung ihrer jüdischen Kollegen, Klassenkameraden, Nachbarn und Freunde reagierten und welche Beweggründe und welcher Druck diese Verhaltensweisen beeinflussten.

Um 11:30 Uhr findet zudem eine Podiumsdiskussion statt, bei der die Teilnehmer der Jugendbegegnung Gelegenheit haben, mit Bundestagspräsident Schäuble und Prof. Friedländer ins Gespräch zu kommen (Jakob-Kaiser-Haus, Raum 1.302).

Medienvertreter sind zur Berichterstattung eingeladen - es gelten die üblichen Akkreditierungsregelungen des Deutschen Bundestages.

Die Gedenkstunde wird live im Internet unter www.bundestag.de sowie auf mobilen Endgeräten übertragen. Am Folgetag ist sie unter www.bundestag/mediathek abrufbar.