+++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++

+++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++

Direkt zum Hauptinhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen

Deutscher Bundestag - Archiv

NADA braucht jährlich zehn Millionen Euro

Sportausschuss - 19.02.2014 (hib 093/2014)

Berlin: (hib/HAU) Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, benötigt die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA) ab 2015 einen Gesamtetat von jährlich zehn Millionen Euro. Davon sollen 1,9 Millionen Euro an die durch die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) akkreditierten Labore in Köln und Kreischa gehen. Das machte die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann am Mittwoch vor dem Sportausschuss deutlich. Für das Jahr 2014 plane die NADA mit einem Etat von 7,7 Millionen Euro, so Gotzmann weiter. Die Spende der mittelständischen Firmengruppe Otto Bock in Höhe von eine Million Euro sowie die „positiven Signale“ des organisierten Sports, 250.000 Euro zusätzlich zur Verfügung stellen zu wollen, ließen sie „etwas beruhigter in das Jahr 2014 gehen“, sagte die NADA-Chefin mit Blick auf die vergangenen Jahre, als die Finanzierung der NADA erst durch zusätzliche Finanzspritzen des Bundes gesichert werden konnte.

Gotzmann erläuterte vor den Abgeordneten die Zusammensetzung der Einnahmen für 2014. Danach trage der Bund 40 Prozent, der organisierte Sport über seine Verbände 29 Prozent, die Wirtschaft 20 Prozent und die Länder ein Prozent der Einnahmen. Trotz eines Stiftungskapitals von 13 Millionen Euro trage der Zinsertrag nur zu fünf Prozent der Einnahmen bei. Weitere fünf Prozent seien „sonstige Einnahmen“. Mit den Geldern, so Gotzmann weiter, solle im Jahr 2014 der Investitionsstau aufgelöst werden. Investiert werden müsse in den Datenbankausbau, die Stärkung der Prävention und einen Prozesskostenfonds. „Die NADA“, so Gotzmanns Vorstellung, „soll in der Lage sein, bei Verfahren bis in die letzte Instanz zu gehen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu gelangen.“

Den Mehrbedarf ab 2015 begründete die NADA-Vorstandsvorsitzende mit dem ab 1.Januar 2015 geltenden neuen Welt-Anti-Doping-Code, der für die NADA eine Erweiterung der Aufgaben mit sich bringe. Zudem wolle man neben den Trainingskontrollen auch sämtliche Wettkampfkontrollen

übernehmen, sagte sie. Derzeit hätten die Verbände der NADA lediglich 20 Prozent dieser Kontrollen übergeben. Möglicherweise, so Gotzmann auf Nachfrage eines Vertreters der Linksfraktion, liege die Zurückhaltung der Verbände darin begründet, „dass man Kompetenzen nicht abgeben will oder misstrauisch gegenüber der Institution NADA ist“. Auf Nachfrage der Unionsfraktion, ob die Kontrollen durch die Verbände billiger seien, vermied Gotzmann eine klare Antwort. Man könne natürlich mit ehrenamtlichen Helfern Dopingkontrollen durchführen, wie es die Verbände täten, sagte die NADA-Chefin und machte deutlich: „Das ist nicht unser Anspruch.“ Bei den Kontrollen werde eine hohe Qualität benötigt. Zudem könne durch eine Übertragung der Verantwortung an die NADA Interessenkonflikte vermieden werden.

Auf die Frage der SPD-Vertreterin, wie sich denn eine Verminderung der Einnahmen auf die NADA auswirken würde, machte Gotzmann deutlich, dass die Posten „Dopingkontrollsystem“ und „Personal“ die ersten seien, an denen man einsparen müsste. Von dem Vertreter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf die derzeit noch fehlenden Nachweismöglichkeiten für das neue Muskelwachstumspräparat „Full Size MFG“ angesprochen, zeigte sich die NADA-Chefin optimistisch, „dass das unsere Labore recht bald im Griff haben“.

Von Seiten der Bundesregierung wurde der NADA Unterstützung bei ihren Bemühungen um eine gesicherte Finanzierung zugesagt. Der Bundesinnenminister, so ein Regierungsvertreter, sei derzeit in Verhandlungen mit dem Bundesfinanzminister. Zudem würden auch Gespräche mit der Wirtschaft über ein stärkeres Engagement laufen. „Das sieht eigentlich ganz gut aus“, schätzte der Vertreter der Bundesregierung ein.