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Deutscher Bundestag - Archiv

Gutachter fordern mehr Innovation

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Unterrichtung - 24.02.2016 (hib 111/2016)

Berlin: (hib/ROL) Nicht nur technologische, sondern auch soziale Innovationen können zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Soziale Innovationen werden in der deutschen Forschungs- und Innovations-Politik bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Das kritisiert die Expertenkommission im neuesten Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2016 (EFI-Gutachten), das sie der Bundesregierung am 16. Februar 2017 übergeben hat und das nun als Unterrichtung (18/7620) vorliegt. Die Gutachter, eine unabhängige Gruppe renommierter Wissenschaftler, fordern die Bundesregierung auf, soziale Innovationen verstärkt in den Blick zu nehmen und mit neuen Formaten der Partizipation und mit geeigneten Förderinstrumenten wie dem Wettbewerb um Preisgelder zu experimentieren.

Um die Forschungs- und Entwicklungspolitik (FuE) in Deutschland zu fördern, hält die Expertenkommission nach wie vor die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung für erforderlich.

Die Gutachter betonen, dass die hochschulpolitische Diskussion derzeit von der geplanten Fortführung der Exzellenzinitiative geprägt werde. Die ersten Runden der Exzellenzinitiative hätten die Leistungsfähigkeit der deutschen Wissenschaft und ihre internationale Sichtbarkeit erhöht. Auch künftig sollten besonders leistungsstarke deutsche Universitäten eine institutionelle Förderung erhalten. Die Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs müsste verbessert werden. Um auch im internationalen Wettbewerb die besten Talente anziehen zu können, müssten attraktive Arbeitsbedingungen und Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs geboten werden. In den nächsten Jahren sollten zusätzliche W2- und W3-Professuren und vermehrt Tenure Track-Laufbahnen geschaffen werden.

Zudem schlagen die Wissenschaftler vor, dass die Hochschulen Strategien entwickeln müssten, um die Chancen der Digitalisierung besser zu nutzen. Sie sollten dabei durch die Identifizierung und Förderung von Best Practice Beispielen unterstützt werden. Der Bund könnte zudem einzelne Hochschulen institutionell fördern, um die Umsetzung von besonders ambitionierten Digitalisierungsstrategien zu unterstützen.

Hochschulen und Politik müssen zudem gemeinsam dafür Sorge tragen, studierfähigen Flüchtlingen rasch und unbürokratisch den Zugang zum deutschen Hochschulsystem zu ermöglichen.

Ein Schwerpunkt im Gutachten sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sie gelten als eine der Stärken der deutschen Volkswirtschaft. Dabei verweisen die Wissenschaftler vor allem auf ihre große Bedeutung für Beschäftigung und Innovation. Die Gutachter kritisieren, dass die Innovationsintensität und Innovationsausgaben deutscher KMU im internationalen Vergleich gering seien. Innovationserfolge und Patentaktivitäten hingegen zeigten ein gemischtes Bild. Während deutsche KMU bei der Häufigkeit der Produkt- oder Prozessinnovationen führend seien, erreichen sie bezüglich der Patentintensität und des Umsatzanteils mit neuen Produkten im europäischen Vergleich einen Platz im Mittelfeld.

Die Expertenkommission stellt ein Bündel von Maßnahmen vor, um die Innovationskraft deutscher KMU wieder zu stärken. Die Kommission schlägt unter anderem die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung unter besonderer Beachtung der Belange der KMU sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Gründungstätigkeit und zur Verbesserung des Angebots an Fachkräften vor.

Ferner legen die Experten ihr Augenmerk auf Roboter. Seit gut 50 Jahren werden Roboter in der industriellen Fertigung eingesetzt. Zunächst dienten sie dazu, innerhalb von Produktionsprozessen monotone, gefährliche oder körperlich anstrengende Tätigkeiten zu übernehmen. Einsatzpotenziale für moderne Roboter existieren in vielen Branchen auch jenseits des industriellen Sektors bei der Erbringung von Dienstleistungen mithilfe von sogenannten Servicerobotern. Deutschland sei im internationalen Vergleich beim Robotereinsatz in der industriellen Fertigung, insbesondere im Fahrzeugbau, derzeit noch gut aufgestellt. Konkurrenz erwachse jedoch aus Robotik-Nationen wie den USA, Japan, Südkorea und China. Zudem gewinne die Servicerobotik an ökonomischer Bedeutung und wird Prognosen zufolge in naher Zukunft die ökonomische Bedeutung der Industrierobotik sogar übersteigen. Hier sei Deutschland bisher nicht gut positioniert.

Zudem kritisieren die Gutachter die die Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft. Deutschland habe bisher weder in der klassischen IKT-Branche noch in den neuen, internetbasierten Bereichen der digitalen Wirtschaft besondere Stärken aufbauen können. Die Politik in Deutschland habe es versäumt, gute Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle zu schaffen, sondern eher auf etablierte Strukturen und Modelle gesetzt.

Und auch im Bereich des E-Government liege Deutschland im internationalen Vergleich deutlich zurück. E-Government (Electronic Government) steht für die Abwicklung von Regierungs- und Verwaltungsprozessen mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken über elektronische Medien. E-Government stelle eine Innovation im öffentlichen Sektor dar. Konsequent umgesetzt, eröffne es ein bedeutendes Wertschöpfungspotenzial und könne die Qualität von Dienstleistungen der Behörden für die Bürger deutlich verbessern. Der Rückstand spiegle vor allem ein begrenztes und wenig nutzerfreundliches E-Government-Angebot wider. Deutschland lasse damit wichtige Innovations- und Wertschöpfungspotenziale brachliegen.