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Deutscher Bundestag - Archiv

Kooperation mit Indien in der Wissenschaft

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Ausschuss - 23.06.2016 (hib 390/2016)

Berlin: (hib/ROL) Die Kooperation mit Indien in der Bildungs- und Forschungspolitik soll ausgebaut und vertieft werden. Ein entsprechender Antrag der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen (18/8708) wurde am Mittwoch im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung angenommen, die Fraktion Die Linke enthielt sich.

Indien investiere wie kaum ein anderes Schwellenland in Bildung und Forschung und werde mit seiner gut entwickelten und ausgebauten Forschungs- und Technologielandschaft auch in den kommenden Jahren ein entscheidender Motor der Globalisierung sein, heißt es im Antrag. Bereits in den vergangenen Jahren habe die Ansiedlung deutscher Unternehmen in Indien zugenommen, während gleichzeitig immer mehr gut ausgebildete junge Inderinnen und Inder nach Deutschland kämen. Von diesem gegenseitigen Austausch profitiere die deutsche Wirtschafts- und Forschungslandschaft bereits heute.

Ein Vertreter der Unionsfraktion betonte im Ausschuss, Indien sei mit 1,3 Milliarden Menschen als größte Demokratie der Welt ein verlässlicher Partner. Als Ziel der Zusammenarbeit nannte er vor allem die Förderung der beruflichen Bildung in Indien, den Aufbau von Fachhochschulen und die Zusammenarbeit in verschiedenen Forschungsbereichen, etwa im Bereich von „Clean Energy“.

Eine wichtige Säule der deutsch-indischen Zusammenarbeit sei zudem der Austausch von Studenten sowie jungen Wissenschaftlern. So habe sich der Anteil der indischen Studenten, die nach Deutschland kommen, von 3.431 im Jahr 2007 auf 11.860 Studenten im Jahr 2015 mehr als verdreifacht. „Aber auch da gibt es noch Luft nach oben“, betonte der Vertreter der Union. Allerdings arbeiteten bereits 80 Prozent der Inder, die in der Forschung tätig seien, im Ausland, was eine Vertreterin der SPD-Fraktion als sehr bedenklichen Brain-Drain bezeichnete.

Auch die Vertreterin der Linken begrüßte im Grundsatz den Ausbau von Kooperationen mit Indien. Gleichzeitig mahnte sie aber an, dass man die Zusammenarbeit immer nur auf Augenhöhe tätigen dürfe und auch fragen müsste, was man von Indien lernen könne. Es sei fraglich, ob jedes in Deutschland funktionierende System, wie etwa die duale Berufsausbildung, auch in Indien funktionieren würde. Zudem forderte sie, nicht nur die Spitzenforschung zu unterstützen, sondern „auch in der Breite“ zu fördern.

Die Vertreterin der SPD-Fraktion, die den Antrag im Grundsatz ebenfalls lobte, sprach die Situation im Bildungssystem Indiens an: Es gäbe Beispiele, dass Lehrer am Morgen erst gar nicht an ihrem Arbeitsplatz zum Unterricht erscheinen würden. Zudem thematisierte sie den in Indien weit verbreiteten Sexismus.

Ein Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen lobte den überfraktionellen Antrag. Er sei froh, dass aus den Erfahrungen einer Reise des Ausschusses nach Indien ganz konkrete Forderungen erwachsen seien, die nun aber auch im Haushalt 2017 zu berücksichtigen seien. Die Koalitionsfraktionen seien nun aufgefordert, dies auch durchzusetzen.

Der Vertreter der Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel (CDU), begrüßte ebenfalls den Antrag und wies darauf hin, wie dünn noch 2005 die Zusammenarbeit mit Indien gewesen sei. Dem Wunsch der Linksfraktion nach Breitenförderung in der Forschung erteilte Rachel eine Absage: „Das werden wir ausdrücklich nicht tun. Es ist auch der Wunsch der indischen Partner vor allem in der Spitzenforschung zusammenzuarbeiten.“