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Deutscher Bundestag - Archiv

Koalition will Nationale Wirkstoffinitiative

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antrag - 26.01.2017 (hib 51/2017)

Berlin: (hib/HAU) Die Bundesregierung soll im Jahr 2017 eine „Nationale Wirkstoffinitiative gegen Infektionskrankheiten“ starten. Das fordern die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in einem Antrag (18/10972), der am Donnerstag im Plenum des Bundestags beraten wird. Die geforderte Wirkstoffinitiative soll nach den Vorstellungen der Abgeordneten auch die Grundlagenforschung im Bereich der Naturstoffmedizin und Medizinalchemie stärken und die ressortübergreifenden Förderungen sowie die nationale und internationale Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen vorantreiben.

Die Koalitionsfraktionen sprechen sich außerdem dafür aus, zur Entwicklung neuer Antiinfektiva und alternativer Wirkstoffe Kooperationsformate zwischen Wissenschaft und Forschung zum einen und Industrie zum anderen - auch unter Berücksichtigung mittelständischer Unternehmen - aufzubauen. Des Weiteren wird gefordert, bei der Förderung im Bereich der Wirkstoffforschung auf dem Gebiet der Infektionserkrankungen neben der Grundlagenforschung auch die produktorientierte Forschung stärker zu unterstützen. Dabei solle die Gesamtförderstrategie auf die gesamte Translationskette ausgerichtet werden und mit dem beihilferechtlichen Rahmen der EU konform sein.

Zur Begründung ihrer Initiative machen Unions- und SPD-Fraktion darauf aufmerksam, dass die Zunahme von Volkskrankheiten und Mehrfacherkrankungen in der Bevölkerung unsere Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen stelle. „Neben nicht-übertragbaren chronischen Erkrankungen stellen vor allem Infektionskrankheiten und deren weltweite Zunahme eine ernste Bedrohung für unsere Gesundheit dar, vor allem durch die zunehmende Verbreitung von Krankheitserregern, die gegen einen oder mehrere Arzneimittel-Wirkstoffe resistent geworden sind“, heißt es in dem Antrag. Dies erhöhe wesentlich die Risiken in der Intensivmedizin, bei Routineoperationen und bei immungeschwächten Patienten, wie etwa Empfängern von Organtransplantationen.

Laut Angaben des Europäischen Parlaments würden 25.000 Bürger pro Jahr in Europa sterben, weil Antibiotika gegen resistent gewordene Erreger nicht mehr richtig wirken, heißt es in dem Antrag. Bei ungehinderter Weiterentwicklung und Verbreitung der Resistenzen wären dies 2050 laut einer Prognose der internationalen Vereinigung pharmazeutischer Hersteller und Verbände (IFPMA) rund 10 Millionen Todesfälle im Jahr durch nicht behandelbare Infektionen bei gleichzeitigen Kosten für das Gesundheitswesen von ungefähr 100 Milliarden US-Dollar im Jahr. Neben dem menschlichen Leid würde das auch einen enorm hohen volkswirtschaftlichen Schaden bedeuten, schreiben die Fraktionen.

In der Vorlage wird auch darauf verwiesen, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) schon jetzt die Wirkstoff- und Arzneimittelforschung und die Vernetzung relevanter Akteure in diesem Bereich fördere. Dies geschehe unter anderem seit 2008 durch die „Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie“ mit der ressortübergreifenden Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des BMBF und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Erwähnung in dem Antrag findet auch der „10-Punkte-Plan zur Vermeidung behandlungsassoziierter Infektionen und Antibiotika-Resistenzen“ des BMG mit Verschärfung der Meldepflichten für Kliniken bei gefährlichen resistenten Erregern im März 2015.