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Deutscher Bundestag - Archiv

Raumordnungsbericht 2017 vorgelegt

Verkehr und digitale Infrastruktur/Unterrichtung - 02.11.2017 (hib 555/2017)

Berlin: (hib/HAU) Ende 2015 lebten 82,2 Millionen Menschen in Deutschland und damit etwa zwei Millionen mehr als 1990. Das geht aus dem Raumordnungsbericht 2017 (18/13700) hervor, der als Unterrichtung durch die Bundesregierung vorliegt. Von 1990 bis 2015 sind der Vorlage zufolge fünf Millionen Menschen zugewandert, vor allem in die Großstädte und ihre Ballungsräume. In vielen ländlichen Regionen nehme die Bevölkerungszahl dagegen stetig ab. Derzeit würden 68 von 401 Kreisen (einschließlich kreisfreier Städte) in Deutschland mit weniger als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer als „dünn besiedelt“ gelten, heißt es. Bis 2035 könnte nach Regierungsangaben jeder siebte Kreis (51 Kreise) in den alten und jeder zweite Kreis (45 Kreise) in den neuen Bundesländern in diese Kategorie fallen.

„Während periphere Landgemeinden überwiegend Bevölkerung verloren haben, haben vor allem die Großstädte und Großstadtregionen zwischen 2005 und 2015 über 1,4 Millionen Einwohner dazu gewonnen“, schreibt die Bundesregierung. Im gleichen Zeitraum seien 37 Prozent der Mittelstädte und 52 Prozent der Kleinstädte geschrumpft. Die zugrunde liegenden Wanderungsmuster dürften nach Ansicht der Regierung auch künftig Bestand haben: Insgesamt fänden pro Jahr etwa 2,6 Millionen Zu- oder Fortzüge über Kreisgrenzen hinweg statt - etwa 32 Wanderungen pro 1.000 Einwohner.

Laut dem Bericht liegt das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Deutschland derzeit bei 44,3 Jahren. Im Jahr 2035 werde es nach der Raumordnungsprognose des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bei 47,3 Jahren liegen. Während die meisten Großstädte ihre Altersstruktur durch Zuwanderung stabil halten könnten, steige der Altersdurchschnitt in vielen ländlichen Regionen und Umlandregionen der Großstädte im Verhältnis stärker an. „Insgesamt werden 2035 knapp sieben Millionen Menschen über 80 Jahre alt sein“, heißt es in dem Bericht.

Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung stellten die ambulante ärztliche Versorgung und die Versorgung mit Arzneimitteln einen zentralen Bestandteil der Daseinsvorsorge dar, schreibt die Bundesregierung. Ihrer Ansicht nach gibt es in Deutschland „keinen generellen Ärztemangel“. Es gebe jedoch regionale Unterschiede bei den Entfernungen zum Haus- und Facharzt sowie in der Versorgung, „zumal in den dünn besiedelten Räumen bereits heute die Nachfolgeregelung oft schwieriger als in Städten und urbanen Räumen zu leisten ist“. In den Landgemeinden hätten derzeit knapp 20 Prozent der Bevölkerung einen Hausarzt in einer fußläufigen Erreichbarkeit von einem Kilometer.

Gestiegen ist laut dem Raumordnungsbericht 2017 die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. Sie habe 2015 bei 2,9 Millionen Menschen und damit fast 50 Prozent höher als noch 1999 gelegen. Nach der Raumordnungsprognose werde bis 2035 die demografisch bedingte Nachfrage nach Pflegeleistungen in allen Teilräumen West- und Ostdeutschlands erheblich zunehmen, heißt es in dem Bericht, in dem auch auf den gestiegenen Anteil der Abiturienten an allen Schulabgängern eingegangen wird, der - ebenso wie die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss - regional unterschiedlich ausfalle.

Thematisiert wird in der Vorlage auch das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Insgesamt erreichten in Deutschland knapp 90 Prozent der Bevölkerung ein auch hinsichtlich der Bedienungshäufigkeit gutes ÖPNV-Angebot in fußläufiger Entfernung. Mehr als neun Millionen Menschen könnten jedoch ein ÖPNV-Angebot nicht fußläufig erreichen oder fänden nur wenige Fahrtmöglichkeiten vor. Dies beträfe oftmals Menschen, die in ländlichen Regionen leben.