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Deutscher Bundestag - Archiv

Europas Sportrechte unter Druck

Sport/Ausschuss - 07.11.2018 (hib 852/2018)

Berlin: (hib/HAU) Von einer „beunruhigenden Tendenz“ auf dem Sportrechtemarkt sprach Stefan Kürten, Direktor der Europäischen Rundfunkunion (EBU), am Mittwoch vor dem Sportausschuss. Der europäische Sportrechtemarkt werde derzeit sowohl aus China, dem arabischen Raum als auch aus den USA angegriffen. Laut Kürten kauften derzeit chinesische Unternehmen europäische Sportrechteagenturen auf. Beispiel dafür sei der Aufkauf der Agentur Infront durch den chinesischen Immobilienkonzern Dalian Wanda. Das habe zum einen damit zu tun, dass die chinesische Regierung das Modell Europa kopieren wolle. Es gehe aber auch um wirtschaftliche Interessen, denn die Käufer der Sportagenturen hätten ihr Betätigungsfeld außerhalb des Sports.

Auch die Investitionen Katars in den Sport und in Sportrechte hätten weitergehende Gründe als das Sportinteresse, sagte der EBU-Direktor, dessen Institution einen Zusammenschluss der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten Europas ist. Bei Katar würden auch geopolitische Überlegungen eine Rolle spielen. Schließlich seien auch die USA ein Mitspieler, durch Infrastrukturunternehmen, die den Sport als Content für ihre Infrastrukturangebote nutzen würden.

Der Sport, so Kürten, sei in vielen Bereichen kein eigenes Wirtschaftsprodukt mehr, sondern stelle ein Anhängsel dar. Dies und die Tatsache, dass viele Sportgroßereignisse nicht mehr in Europa stattfinden, habe Auswirkungen auf die Entwicklung des Sports in Europa. Es sei ein abnehmendes Interesse an vielen klassischen Sportarten zu verzeichnen, sagte Kürten.

Benötigt würden also neue Konzepte, wie etwa die European Championships, die 2018 in Berlin und Glasgow stattgefunden haben und die Europameisterschaften in sieben Sportarten zeitgleich innerhalb von zehn Tagen umfassten. Aus Sicht der EBU waren die European Championships äußerst erfolgreich. Verglichen mit den einzeln durchgeführten Europameisterschaften der Jahre davor sei eine 57-prozentige Steigerung des Interesses zu verzeichnen gewesen, sagte Kürten. „Ich glaube, dass in den komprimierten Sportereignissen die Zukunft liegt“, betonte er.

Das Konzept der European Games, die 2015 erstmals in Baku (Aserbaidschan) stattfanden und 2019 in Minsk (Weißrussland) stattfinden werden, sei hingegen zurzeit nicht überzeugend. Die Idee der European Games sei bislang weder von den Sportverbänden noch von den Zuschauern angenommen worden. Es gebe schlichtweg nicht genug Zuschauerinteresse, das eine Übertragung im Free-TV rechtfertigen würde.

Von den Abgeordneten gefragt, was aus seiner Sicht nötig ist, damit Olympische Spiele wieder in Europa stattfinden könnten, sagte der EBU-Direktor, Europa - ebenso wie Deutschland - dürfe nicht mit zwei Kandidaten ins Rennen gehen, angesichts der hohen Bewerbungskosten. Mittels einer Koordinierungsstelle solle im Vorfeld geklärt werden, wer ins Rennen geht. Oft seien aber auch die Anforderungen der Verbände - etwa des IOC - an die Veranstalter zu hoch. Hier müsse sich deutlich mehr ändern, als in der IOC-Agenda 2020 vorgesehen.

Keine Aussicht auf Erfolg hat nach Aussage Kürtens die Idee einer komprimierten Weltmeisterschaft ähnlich der European Championships. Damit wäre man konzeptionell zu nahe an den Olympischen Spielen, was vom IOC nicht akzeptiert werden würde.