+++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++

+++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++ Archiv +++

Direkt zum Hauptinhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen

Deutscher Bundestag - Archiv

Fachprogramm Medizintechnik

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antwort - 03.06.2019 (hib 635/2019)

Berlin: (hib/ROL) Die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. In der Branche sind mittlerweile rund 7,6 Millionen Menschen beschäftigt. Der Sektor erwirtschaftet rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Von besonderer Bedeutung innerhalb der Gesundheitswirtschaft ist die Innovationskraft der Medizintechnikbranche. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/10457) auf die Kleine Anfrage der FDP (19/9587). Die mittelständische geprägte Medizintechnik gehöre mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von neun Prozent ihres Umsatzes zu den innovativsten Branchen in Deutschland. Rund ein Drittel des Umsatzes werde mit Produkten erzielt, die jünger als drei Jahre sind. Deutschen Firmen seien international gut aufgestellt und gehörten mit einer Exportquote von 64 Prozent häufig zur Weltspitze. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) seien in der Medizintechnik in vielen Bereichen Vorreiter des technologischen Fortschritts und Innovationstreiber der Branche.

Die Bundesregierung betont, dass sich derzeit weltweit die Gesundheitssysteme wandeln und eine bedarfsorientierte Patientenversorgung immer wichtiger wird. Der internationale Wettbewerb nehme zu, Innovationsprozesse würden komplexer und aufwändiger. Um auf diese Umbrüche reagieren zu können hätten das Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), Gesundheit (BMG) sowie Wirtschaft und Energie (BMWi) 2011 den ressortübergreifenden Nationalen Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ initiiert. Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Gesundheitswesen hätten gemeinsam entlang der gesamten Wertschöpfungskette Handlungsempfehlungen erarbeitet, um das Innovationssystem Medizintechnik am Standort Deutschland zu stärken. Die im Schlussbericht zum Strategieprozess im November 2012 veröffentlichten Handlungsempfehlungen zielten darauf ab, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems auszubauen, die Patientenversorgung zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern sowie die Innovationskraft der medizintechnischen Forschung zu stärken.

Auf Basis der forschungs- und innovationspolitischen Handlungsempfehlungen habe das BMBF sich in der Medizintechnikförderung neu aufgestellt und mit Unterstützung des Deutschen Bundestages (18/7044) und (18/8233) unter der Maßgabe „Patientenversorgung verbessern - Innovationskraft stärken“ im Mai 2016 erstmals ein dezidiertes Fachprogramm Medizintechnik veröffentlicht. Ziel des Fachprogramms sei es, innovative Ansätze aus der Forschung schneller in die Gesundheitsversorgung zu bringen. Mit einem breiten Spektrum an Förderinstrumenten und Maßnahmen, strukturiert in den fünf Handlungsfeldern Patientennutzen, Innovationstreiber, Mittelstand, Innovationsprozess und Innovationssystem, werde über die Laufzeit von zehn Jahren der notwendige Wandel des Innovationssystems Medizintechnik nachhaltig begleitet. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Nationalen Strategieprozesses seien unter anderem die Unterstützung für forschende KMU auszubauen, Beratungsmöglichkeiten insbesondere für KMU zu schaffen, die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft weiterzuführen, den Ausbau und die stärkere Nutzung von medizinischen Registern und die Bedarfsorientierung in den Fokus der Medizintechnik-Forschung zu rücken. Ferner soll der Wandel der Industrie zum System- und Prozessanbieter ausgebaut und Akteure im Innovationssystem Medizintechnik vernetzt werden.

2016 sei basierend auf den Empfehlungen aus dem Strategieprozess ein dezidiertes Fachprogramm Medizintechnik veröffentlicht worden. Erste Fördermaßnahmen zum Fachprogramm Medizintechnik behandelten unter anderem den Innovationstreiber Digitalisierung, die personalisierte Gesundheitsversorgung, chronische Krankheiten, die mobile Gesundheitsversorgung, bildgeführte Interventionen, nosokomiale Infektionen sowie die Zielgruppe Kinder/Jugendliche. Kleine und mittlere Unternehmen würden seit 2018 durch die Maßnahme „Medizintechnische Lösungen in die Patientenversorgung überführen - Klinische Evidenz ohne Verzögerung belegen“ dabei unterstützt, erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte zügig in die klinische Erprobung zu überführen. Projekte aus dem Bereich Medizintechnik und Gesundheitsforschung würden auch über die technologieoffenen Förderprogramme „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“, „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ und „Innovationskompetenz (INNO-KOM)“ gefördert. Mit der Förderung von akademischen und industriellen Partnern im Rahmen anwendungsorientierter Verbundprojekte im Rahmen der Fachprogramme des BMBF werde der Transfer der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung gefördert.