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Deutscher Bundestag - Archiv

Bundeshilfe für Sportstätten gefordert

Sport/Anhörung - 05.06.2019 (hib 658/2019)

Berlin: (hib/HAU) Während einer öffentlichen Anhörung des Sportausschusses am Mittwoch zum 14. Sportbericht der Bundesregierung (19/9150) gab es von den geladenen Experten Lob für den geplanten Mittelaufwuchs im Sport und ein grundsätzlich positives Feedback zum Stand der Reform der Spitzensportförderung. Kritik wurde hingegen am Zustand der Sportstätteninfrastruktur für den Breitensport geübt.

Christian Sachs vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) betonte die herausragende gesellschaftliche Bedeutung des Sports. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, müssten die Rahmenbedingungen für Vereine und die ehrenamtlich Tätigen verbessert werden, forderte der Leiter des Hauptstadtbüros des deutschen Sports. Stichworte hierbei seien Bürokratieabbau, die Stärkung des Ehrenamts und die „längst überfällige Bundesförderung der Sportstätteninfrastruktur für den Breitensport und für vereinseigene Sportstätten“. Klarheit, so Sachs, müsse auch bei der nationalen Strategie zu Sportgroßveranstaltungen geschaffen werden. Nur ein partnerschaftliches Vorgehen könne hier zu Erfolgen bei den Bewerbungen führen, mahnte er an.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), sagte, der Sportbericht zeige, dass sich der paralympische Spitzensport hinsichtlich des Leistungsniveaus und der zunehmenden Professionalisierung auf Augenhöhe mit dem olympischen Sport bewege. Gerade für den paralympischen Sport sei die begonnene Reform der Spitzensportförderung „ein Meilenstein“. Die Gleichstellung sei ein positives Signal für die gesamtgesellschaftliche Inklusionsdebatte, befand er. Dass es dennoch weiterhin Unterschiede beim Anteil der sporttreibenden Menschen mit und ohne Behinderung gebe, sei auch auf die fehlende Barrierefreiheit der Sportstätten zurückzuführen, sagte der DBS-Präsident.

Aus Sicht der Athletenvertreterin Manuela Schmermund vom Verein Athleten Deutschland fehlt der Punkt „Machtmissbrauch im Sport“ in dem Bericht. Die Athletenvertreter würden an dem Thema dranbleiben, kündigte sie an. Was die Spitzensportreform angeht, so forderte die Sportschützin und Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympischen Spielen, mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Athleten einzugehen - beispielsweise bei der Auswahl der Bundesstützpunkte. Nur so könne der Ansatz der Reform, die Athleten in den Mittelpunkt der Bemühungen stellen zu wollen, umgesetzt werden.

Ingo Weiss, Sprecher der Konferenz Spitzenverbände im DOSB, bewertete es positiv, dass im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) auch an einer Athletenförderung „nach der Karriere“ gearbeitet werde. Ein sehr wichtiges Thema für die Spitzenverbände sei die Schaffung einer effizienten Stützpunktstruktur. Unabdingbar sei auch eine nationale Strategie für Sportgroßveranstaltungen sowie die Förderung der nicht-olympischen Verbände, sagte Weiss.

Andreas Michelmann, Sprecher von Teamsport Deutschland, der Interessengemeinschaft der fünf größten Mannschaftssportverbände (Basketball, Eishockey, Fußball, Handball und Volleyball), beklagte Probleme bei der Sportstätteninfrastruktur. Als nach dem Erfolg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft (Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang) die Kinder in die Eishallen gedrängt hätten, habe sich schnell gezeigt, dass die Kapazitäten bei weiten nicht ausreichten. Michelmann plädierte auch für eine Korrektur bei „Jugend trainiert für Olympia“. Es bringe beiden Seiten nichts, wenn normale Schulen und Sportförderschulen sich miteinander im Wettkampf gegenüberstehen. Das sei für die eine Seite frustrierend und für die andere Seite wenig motivierend.

Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sprach vor dem Ausschuss von einem „epochalen Schritt“, der bei der unmittelbaren Athletenförderung gelungen sei. Als Olympiakader oder Paralympics-Kader eingestufte Athleten würden rückwirkend zum 1. Januar 2019 monatlich 800 Euro statt bislang 300 Euro erhalten. Olympische und paralympische Perspektivkader statt 300 Euro 700 Euro. Im Blick behalten werden müsse aber auch die Duale Karriere ebenso wie die Altersversorgung der Athleten. Gleichzeitig wünschte sich Ilgner mehr Initiativen des Bundes zur Förderung des Sportstättenbaus „auch für den Breiten- und Schulsport“.

Ein wichtiger Punkt ist das auch aus Sicht von Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Derzeit sei ein Sanierungsstau bei Schwimmbädern und Sporthallen zu verzeichnen. Es begrüße es, dass sich der Bund für eine bedarfsgerechte Infrastruktur einsetzen wolle. Geholfen wäre den Kommunen aber auch schon damit, wenn die Förderprogramme übersichtlicher gestalten würden, sagte Lübking.