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Deutscher Bundestag - Archiv

AfD will berufliche Bildung stärken

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antrag - 01.07.2019 (hib 740/2019)

Berlin: (hib/ROL) Mit dem „Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung“ (19/10815) unternimmt die Bundesregierung einen Vorstoß, den Stellenwert der beruflichen Bildung gegenüber einer Hochschulausbildung zu stärken, bestehende verfestigte Positionen aufzubrechen und das duale System der beruflichen Bildung fit für die Zukunft zu machen, schreibt die AfD-Fraktion in einem Antrag (19/11154). Grundsätzlich loben die Abgeordneten den Versuch der Bundesregierung, auf der Grundlage des bestehenden Berufsbildungsgesetzes notwendige Anpassungen an die sich immer dynamischer verändernden Qualifikationsanforderungen in Wirtschaft und Verwaltung vorzunehmen. Der Beruf bilde einen wesentlichen Teil der persönlichen und sozialen Identität. Seine eindeutige und klare Definition gebe den Menschen berufliche Sicherheit, Flexibilität und Mobilität.

Falsch sei dagegen die Absicht, die Bezeichnungen von beruflichen Bildungsabschlüssen an akademische Abschlüsse anzugleichen. Es sei dringend geboten, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung gegenüber anderen Ausbildungsgängen im Schul- und Hochschulbereich, vor allem für Leistungsstärkere, weiter zu erhöhen. Das setze mehr denn je die praktische Umsetzung der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Ausbildung voraus. Mit einer Initiative „Meister statt Master“, die das Bedürfnis junger Menschen nach einer attraktiven, hochwertigen und gesellschaftlich angesehenen Berufsausbildung ernst nimmt, könne eine Ausbildung im dualen System aufgewertet werden. Das duale System müsse künftig wieder auf die Bildungsleistungen vorangegangener Bildungsabschnitte aufbauen können.

Im Jahr 2018 hätten 494.539 Personen ihre duale Berufsausbildung in einem der rund 330 nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) anerkannten Ausbildungsberufe begonnen. Demgegenüber stünden 513.988 Personen, die ihre Ausbildung an einer Fachhochschule oder Hochschule begonnen hätten. Diese Entwicklung zeige deutlich, dass die Attraktivität der beruflichen Ausbildung gegenüber der Hochschulausbildung nachgelassen habe, schreiben die Abgeordneten.

Ein anderes Problem sei der Anstieg der Anzahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss, was vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland und eines drohenden Fachkräftemangels so nicht hinnehmbar sei.

Die jüngere Vergangenheit habe zudem gezeigt, dass die Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung (BAV), nicht immer einen systematischen Anschluss an eine Berufsausbildung gewährleisten würden. In einem Übergangssystem ersatzweise verstärkt geförderte außerbetriebliche Ausbildungsgänge führten nur zu einem Teil in den ersten Arbeitsmarkt.

Insgesamt waren im Jahr 2017 rund 2,12 Millionen junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsausbildung, unterstreicht die AfD. Auch leistungsschwächeren jungen Menschen müssten reale Chancen eingeräumt werden. Viele von ihnen würden sich gar nicht erst um eine Lehrstelle bemühen, andere fänden trotz intensiver Suche keine, weil es für ihre Fähigkeiten keine adäquaten Ausbildungsmöglichkeiten gebe, manche würden die Ausbildung abbrechen oder in der Abschlussprüfung scheitern. Diesen jungen Menschen bleibe meist nur die Möglichkeit, als an- oder ungelernte Kräfte Tätigkeiten aufzunehmen, die mit einem weit überdurchschnittlichen Risiko behaftet sind, arbeitslos zu werden.

Eine Möglichkeit zur Modernisierung der dualen Berufsausbildung und zum Ausgleich bestehender Schwächen sei die Einführung ein System klar abgrenzbarer Ausbildungsabschnitte für die berufliche Ausbildung. Staatliches Handeln müsse die Rahmenbedingungen für eine Durchlässigkeit zwischen und innerhalb der verschiedenen Bildungsbereiche schaffen. Diese müssten sich auf eine Transparenz der Bildungswege, Übergänge zwischen Berufsvorbereitung und Berufsausbildung, auf die Verzahnung von Aus- und Weiterbildung und den Zugang von beruflich Qualifizierten zur Hochschule ausrichten.