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Deutscher Bundestag - Archiv

Höhere Finanzstabilitätsrisiken in Europa

Finanzen/Antwort - 12.08.2019 (hib 880/2019)

Berlin: (hib/HLE) Im derzeitigen makroökonomischen Umfeld niedriger Zinsen, hoher Schuldenstände und geopolitischer Unsicherheiten haben sich die Finanzstabilitätsrisiken für Europa zuletzt erhöht. Darauf weist die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/11546) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/10959) hin. Vor diesem Hintergrund spricht sich die Bundesregierung für einen substanziellen Risikoabbau in den europäischen Bankbilanzen aus.

Die Profitabilität deutscher Banken wird von der Bundesregierung im europäischen Vergleich mit einer Eigenkapitalrendite von 1,6 Prozent im vierten Quartal 2018 als vergleichsweise gering bezeichnet. Der EU-Durchschnitt liegt bei 6,5 Prozent. Begründet wird die schwache Profitabilität deutscher Banken unter anderem mit dem intensiven Wettbewerb im deutschen Bankensektor und mit dem historisch niedrigen Zinsniveau.

Unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Bundesbank heißt es in der Antwort, in den letzten zehn Jahren sei die Anzahl der inländischen Filialen deutscher Banken von 39.565 im Jahr 2008 auf 27.1887 im Jahr 2018 gesunken, was einem Rückgang um 29,5 Prozent entspreche. Die Zahl der hauptberuflich Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe sei von 674.250 auf 585.892 zurückgegangen. Eine Umfrage von deutscher Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zu den Auswirkungen der Niedrigzinsen habe gezeigt, dass das Niedrigzinsumfeld die Ertragssituation der kleinen und mittelgroßen Kreditinstitute in Deutschland weiterhin stark belaste, gibt die Bundesregierung in der Antwort an. Dort heißt es allerdings auch, aufgrund der umgesetzten Reformen der europäischen Finanzmarktregulierung hätten die europäischen Banken nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Widerstandsfähigkeit deutlich erhöht.