KI-Weißbuch diskutiert
Berlin: (hib/STE) Die Mitglieder der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz haben sich in ihrer Videokonferenz-Sitzung am Montag unter anderem mit dem im Februar 2020 erschienenen Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz befasst, das „ein europäisches Konzept für Exzellenz und Vertrauen“ verspricht.
Die Eckpunkte und die programmatische Ausrichtung des Papiers schilderte Christiane Canenbley, die stellvertretende Kabinettchefin der geschäftsführenden Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margarethe Vestager, den Abgeordneten. Zwei Säulen seien für Europäische Kommission bei der Erstellung des Weißbuches maßgeblich gewesen, sagte sie: Erstens die Schaffung eines „Ökosystems der Exzellenz“, also einer Umgebung, in der Wissenschaft und Forschung rund um Themen der KI gefördert, in der internationaler Austausch vertieft und der europaweite Netzausbau vorangetrieben werden könne. Zweitens sei es wichtig, innerhalb der Bevölkerung Vertrauen für die Künstliche Intelligenz zu schaffen. Bei vielen gebe es noch Zurückhaltung, was bestimmte KI-Anwendungen betreffe, sagte Canenbley. Es müssten daher die europäischen Rechtsrahmen überprüft werden - mit Blick auf selbstfahrende Autos etwa das Haftungsrecht, sagte sie. Zugleich gelte es aber auch, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit bei der Datenverarbeitung von KI-Anwendungen zu gewährleisten und darauf zu achten, dass die durch die KI ausgegebenen Ergebnisse am Ende stets noch durch menschliche Intelligenz geprüft und bewertet werden.
Im weiteren Verlauf der Sitzung befassten sich die Abgeordneten außerdem mit dem Thema „OECD-Grundsätze für Künstliche Intelligenz“. Hierzu war Verena Weber, Head of Communication Infrastructures and Services Unit im Directorate for Science, Technology and Innovation der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eingeladen, Stellung zu beziehen.