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Deutscher Bundestag - Archiv

Forschungskoordination Corona-Impfstoff

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antwort - 05.06.2020 (hib 582/2020)

Berlin: (hib/ROL) Die COVID-19-Pandemie kann laut Bundesregierung nur erfolgreich überwunden werden, wenn ein zukünftiger Impfstoff weltweit verfügbar ist. Das macht die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/19389) auf die Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (19/18868) zur Internationale Forschungskoordination zur Entwicklung von Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika gegen COVID-19 deutlich. Für die Entwicklung und globale Produktion von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika sollen demnach mindestens 7,4 Milliarden Euro ausgegeben werden. Das hat die internationale Geberkonferenz der EU-Kommission am 4. Mai 2020 beschlossen. Ziel ist es, dass Tests, Arzneimittel und Impfstoffe in großer Menge und zu erschwinglichen Preisen entwickelt, hergestellt und global verteilt werden können.

Die Bundesregierung unterstreicht, dass sie sich insgesamt in internationalen Gremien dafür einsetze, dass zugelassene Arzneimittel zur Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten in allen Teilen der Welt schnellstmöglich zugänglich sind. Ein fairer und transparenter Verteilungsmechanismus müsse dazu beitragen, dass Impfstoffe dorthin gelangen, wo sie am dringendsten benötigt werden und den Nutzen für die öffentliche Gesundheit maximieren. Aufgrund der Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit und des hohen weltweiten Bedarfs müssten handelspolitische Beschränkungen vermieden werden, eine schnellstmögliche Versorgung müsste sichergestellt werden. Dann könnten mehrere Hersteller gleichzeitig mit der Produktion beginnen, sobald ein erster sicherer und wirksamer Impfstoff entwickelt worden sei. Ferner sollten die bestehenden Möglichkeiten für einen Technologietransfer auch genutzt werden, um die lokale Produktion eines zukünftigen COVID-19- Impfstoffes in Entwicklungsländern zu fördern.

Wichtig bei der Impfstoffentwicklung sei dabei auch die internationale Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), die die Bundesrepublik in Folge von Ebola 2017 mit gegründet hat. Sie basiert auf dem Gedanken, dass internationale Zusammenarbeit Vorteile gegenüber nationalen Einzelanstrengungen bei der Bekämpfung von Pandemien und Entwicklung von Impfstoffen hat. Mittlerweile baue CEPI auf eine inzwischen dreijährige Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen pandemierelevante Krankheiten auf und habe ein großes Portfolio parallel entwickelter Impfstoffe, die auf unterschiedlichen Methoden und Technologien basieren würden. Daher habe CEPI eine realistische Chance, auch tatsächlich zwei bis drei Impfstoffe bis zur Zulassung zu bringen. CEPI gewährleiste mit den Rahmenbedingungen und der individuellen Ausgestaltung der Verträge, dass die entwickelten Impfstoffe weltweit an verschiedenen Standorten produziert und grundsätzlich für alle Menschen verfügbar und erschwinglich sein werden.

Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung auch Bereitstellung von Impfstoffen über das Engagement in der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI). Auch Gavi sorge dafür, dass Impfstoffe dahin kommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Kernmandat sei, die Immunisierungsdichte von geimpften Kindern in den ärmsten Ländern zu fördern.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Bereitstellung möglicher COVID-19-Arzneimittel sieht die Bundesregierung beim ACT- Accelerator beziehungsweise dem Medicines Patent Pool (MPP). Unternehmen, die ein COVID-19-Medikament entwickeln, können auf freiwilliger Basis dem MPP eine globale Lizenz erteilen, um allen Ländern Zugang zu erschwinglichen Preisen zu ermöglichen. Oft würden lebensrettende Arzneimittel bedürftige Personen aufgrund unzureichender Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht erreichen.

Die Bundesregierung betont, dass aus der COVID-19-Pandemie zahlreiche Schlussfolgerungen gezogen werden müssten, auch insbesondere hinsichtlich der Vorhaltung nationaler Produktionskapazitäten. Die gegenwärtige hochdynamische Situation lasse es nach Ansicht der Bundesregierung jedoch nicht zu, hier bereits abschließende Aussagen zu treffen.