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Deutscher Bundestag - Archiv

Wissenschaftskommunikation im Fokus

Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Ausschuss - 01.07.2020 (hib 694/2020)

Berlin: (hib/ROL) Die Stärkung der Wissenschaftskommunikation hat am Mittwoch im Mittelpunkt der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung gestanden. Zugrunde lagen der Sitzung Anträge der Fraktionen der CDU/CSU und SPD (19/16044), ein Antrag der FDP-Fraktion (19/17517), Anträge der AfD-Fraktion (19/16053, 19/19524) und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/20041).

Der Vertreter der CDU/CSU betont, dass die institutionellen wie auch die wissenschaftsjournalistischen Strukturen gestärkt werden müssten. Dabei nannte er auch die von der Bundesregierung neu gegründete „Denkwerkstatt“ (#FactoryWisskomm), die Vorschläge erarbeiten solle. In diesem Zusammenhang soll laut Antrag von CDU/CSU und SPD auch geprüft werden, ob es einen Bedarf für eine „Agentur für Wissenschaftskommunikation“ gebe, die den Wissenschaftsjournalismus fördern soll.

Diese Position stehe zumindest im Moment in einem Gegensatz zur Haltung der Bundesregierung, wie die Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen in der Sitzung anmerkte. Thomas Rachel (CDU), Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, erklärte dazu, dass sich die Bundesregierung bisher nicht entschieden habe, solch eine Stiftung oder Agentur zu gründen. Das habe auch mit der Überzeugung zu tun, dass journalistische Unabhängigkeit ein extrem hohes Gut sei, das geschützt werden müsse. Diese Unabhängigkeit dürfe nicht durch eine vom Staat finanzierte Stiftung in irgendeiner Weise gefährdet werden.

Dei Fraktion Bündnis 90/Die Grünen setzt sich hingegen in ihrem Antrag dafür ein, zu prüfen, wie innovativer Wissenschaftsjournalismus unter Beachtung aller relevanten verfassungsrechtlichen Vorgaben gefördert werden kann und dabei trotzdem ein Höchstmaß an Unabhängigkeit von Staat und Parteien trotzdem sichergestellt werden kann.

Der Vertreter der AfD-Fraktion betonte, dass nichts gegen eine allgemein verständliche Sprache in der Wissenschaftskommunikation einzuwenden sei, er warnte jedoch vor einer Instrumentalisierung. Man könne am Beispiel des Klimawandels sehen, wie dort Framing betrieben werde, eine Emotionalisierung der Sachverhalte stattfinde, Gegenpositionen marginalisiert und sogar verteufelt würden. Der Konformitäts- und Kommunikationsdruck auf die Wissenschaftler dürfe nicht erhöht werden. Die Freiheit der Forschung müsse gewährleistet werden. Zudem forderte er, Deutsch als Wissenschaftssprache zu stärken und zu erhalten.

Der Vertreter der SPD-Fraktion sagte über die Anträge der AfD, dass er bei der Lektüre zwischen „Zweifel und Verzweiflung“ geschwankt habe. Positiv bewertete er hingegen die von der AfD in die Debatte gebrachte Fragestellung, wie das klassische Verhältnis von der Einheit von Forschung und Lehre im Sinne Humboldts, das in der Realität an Hochschulen so nicht mehr in der Intensität praktiziert werde, auch ein Auftrag für die Wissenschaftskommunikation sein könnte. Zudem lobte er die Anträge der Fraktionen von FDP und von Bündnis 90/Die Grünen und nannte als Beispiel den Vorschlag, die Aufklärung über Innovationen in die Wissenschaftskommunikation mitaufzunehmen.

Auch der Vertreter der FDP forderte die Stärkung von Wissenschaftskommunikation. Seine Fraktion verstehe diese als Teil von Transfer - und zwar in beide Richtungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssten „in die Fläche“ kommen, aber umgekehrt müsste die Wissenschaft auch rezipieren, was die Bevölkerung in den Regionen tatsächlich denke und bespreche. Zudem sprach er sich dafür aus, Wissenschaftskommunikation ab der Promotion zu einem Teil der Ausbildung zu machen.

Die Vertreterin der Linken äußerte die Sorge, dass der Begriff Wissenschaftskommunikation zu eng gefasst werde. Diese finde nicht nur innerhalb und zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft statt, sondern es gebe viele andere Gruppen, wie Nichtregierungsorganisationen und Verbände, die sich mit den gleichen Fragen beschäftigen würden. Bisweilen finde Wissenschaftskommunikation dort sogar mit einem viel kritischeren Blick statt als man es aus der Politik und der Wissenschaft selbst kenne. Diese Kompetenzen müssten mit eingebunden werden. Nur so werde in der Wissenschaftskommunikation Transparenz und Partizipation entwickelt.