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09.09.2020 Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen — Anhörung — hib 927/2020

Hoher Bedarf an Studierendenwohnungen

Berlin: (hib/PEZ) Auf den erheblichen Bedarf an Wohnformen für Studierende und die Bedeutung bedarfsgerechter politischer Programme haben Experten bei einem öffentlichen Fachgespräch im Bundestag hingewiesen. Den Impuls für die Sitzung des Bauausschusses hatten Anträge der Fraktionen Die Linke (19/14154) und Bündnis 90/Die Grünen (19/13551) gegeben.

Helga Kühnhenrich, Leiterin des Referates II 3 - Forschung im Bauwesen am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), plädierte für Fördermodelle mit Spielraum für lokale Ausprägungen. Der Bedarf ganz speziell für studentische Wohnformen sei da. Gerade um Bildungsstandorte zu stärken, sollte ein klares Signal gegeben werden. Sie verwies zudem auf ein Modellvorhaben, das Ansätze zum Bau bezahlbaren, qualitativ hochwertigen und flexiblen Wohnraums für Studierende analysiert.

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerk (DSW), Achim Meyer auf der Heyde, begrüßte die vorliegenden Anträge. Der Wohnungsmarkt gerade für Studierende mit niedrigem Einkommen sei sehr angespannt, sagte er. Ein öffentlich geförderter Bau von Studierendenwohnungen sei sinnvoll, da der Bedarf bleiben werde. Zum einen sei Deutschland als Standort attraktiv und die Zahl der Studierenden weiterhin hoch; zum anderen würden immer mehr junge Menschen die Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Je höher die öffentliche Förderung ausfalle, desto größer sei die Chance, Mietpreise auf ein für Studierende akzeptables Niveau drücken zu können, so Meyer auf der Heyde.

Rainer Nonnengässer, CEO des Projektentwicklers International Campus GmbH, stimmte dem weitgehend zu. Es sei zu wenig gebaut worden, die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt werde von Jahr zu Jahr angespannter. Er würde es sehr begrüßen, wenn studentisches Wohnen auf allen politischen Ebenen eine höhere Priorität eingeräumt würde. Nonnengässer brachte Förderprogramme ähnlich denen zu altersgerechtem Umbau ins Gespräch, verbunden mit Auflagen, so dass nicht nur hochpreisiges Wohnen entsteht.

Sebastian Zachrau, Vorstandsmitglied des freien Zusammenschluss von Student*innenschaften e.V. (fzs), erklärte, wichtig sei bedarfsgerechtes Bauen - da, wo es gebraucht wird. Er warnte davor, dass es zur Frage des Geldbeutels werden könnte, wo man studieren kann.

Der Kronacher Landrat Klaus Löffler (CSU) schließlich beschrieb ein Großprojekt in seinem Landkreis, das im Zuge einer Standortverlagerung aus dem oberbayrischen Raum nach Nordfranken auch Neubauten für Studierende umfasst. Er sah die Maßnahme als bedeutsam für das politische Ziel an, gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland herzustellen. Durch das Engagement nicht zuletzt der Kommune zögen nun auch Privatinvestoren nach, sagte Löffler. Hochschulplanung sollte nach Ansicht des Landrats stets mit der Wohnraumplanung verknüpft werden.

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