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Deutscher Bundestag - Archiv

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Kritik an ersten olympischen Jugendspielen

In diesem Jahr fanden zum ersten Mal die olympischen Jugendspiele statt.

In diesem Jahr fanden zum ersten Mal die olympischen Jugendspiele statt.

© dpa

Die in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Youth Olympic Games bieten Anlass zur Kritik durch Mitglieder des Sportausschusses. Während der Sitzung am Mittwoch, 6. Oktober 2010, bemängelte die Ausschussvorsitzende Dagmar Freitag (SPD), dass entgegen anderslautender Ankündigungen doch der Leistungsgedanke im Vordergrund der Veranstaltung vom 14. bis 26. August gestanden habe. Zudem habe sie bei ihrem Besuch vor Ort feststellen müssen, dass das Dopingthema eine viel zu geringe Rolle gespielt habe. Es habe beispielsweise keinen Antidoping-Workshop gegeben, merkte Freitag an.

„Knallharter Wettbewerb“

Klaus Riegert (CDU/CSU) kritisierte den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, der in einem Interview gesagt habe, dass er sich eine „kontrollierte Kommerzialisierung“ der olympischen Jugendspiele zukünftig vorstellen könne.

Im Vorfeld der Wettbewerbe, so erinnerte Katrin Kunert (Die Linke), sei zudem von einer „Relativierung des Leistungsprinzips“ die Rede gewesen. Schaue man jetzt jedoch allein auf die umfangreichen Qualifizierungs- und Auswahlverfahren für die Teilnehmer, werde deutlich, dass es sich um „knallharten Wettbewerb“ handle.

„Sympathisches Auftreten in Singapur“

Ulf Tippelt, Leistungssportdirektor des DOSB und zugleich Chef de Mission in Singapur, hatte zuvor die ersten Youth Olympic Games als „riesigen Erfolg“ bezeichnet. Die deutsche Mannschaft sei in Singapur „sympathisch, attraktiv, aber auch erfolgreich“ aufgetreten.

Die Teilnehmer, die in der Mehrzahl im Alter von 16 bis 18 Jahren gewesen seien, hätten durch die Veranstaltung zusätzliche Motivation für ihre künftige sportliche Karriere bezogen. Sichtlich beeindruckt seien die Athleten auch von vielen Facetten außerhalb des Sports gewesen. Dazu habe das Leben im Olympischen Dorf ebenso gezählt wie die „beeindruckende“ Eröffnungsfeier.

„Beim Antidoping hatten wir mehr erwartet“

Auf die Kritik aus dem Kreis der Abgeordneten eingehend verwies Tippelt auf den „Premierencharakter“ der Veranstaltung. Im Vorfeld und auch bei der Veranstaltung sei noch vieles in der Entwicklung gewesen und müsse nun auch seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ausgewertet werden.

„So wie es in Singapur stattgefunden hat, wird es in vier Jahren nicht mehr stattfinden“, sagte er und schloss dabei auch die „Qualifikationswege“ ein. Gleichwohl bleibe er bei seinem positiven Urteil, machte Tippelt deutlich. Beim Thema Antidoping wiederum sei die Kritik berechtigt. „Da hatten wir auch mehr erwartet“, räumte der Delegationsleiter ein.

„Keine Zielvorgaben gemacht“

Was den Leistungsdruck angehe, könne er versichern, dass durch die Mannschaftleitung und auch durch die Trainer dieser bewusst herausgenommen worden sei. „Wir wollten, dass jeder seine beste Leistung gibt, haben aber keine Zielvorgaben gemacht“, sagte Tippelt.

Das Problem sei, dass man sich damit teilweise „in den Augen der Athleten unglaubwürdig macht“. Die jungen Sportler würden zu den Wettkämpfen fahren, um dort ihre besten Leistungen abzuliefern und sich so selbst den meisten Druck machen. Das sei auch ein ganz normaler Vorgang, befand der DOSB Leistungssportdirektor. Schließlich stünden die Sportler kurz vor dem Einstieg ins „Hochleistungssportalter“.

„Täglich mit Kommerzialisierung konfrontiert“

Die Aussage des DOSB-Präsidenten Bach zur „kontrollierten Kommerzialisierung“ sei im Zusammenhang mit der Frage gefallen, wie künftig der Standard bei den olympischen Jugendspielen gehalten werden könne, sagte Tippelt.

Angesichts der Tatsache, dass man es zumeist mit 16- bis 18-Jährigen zu tun habe, die „tagtäglich mit Kommerzialisierung konfrontiert werden“, sei das eine Option, über die man nachdenken müsse. (hau)

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