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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Erkundungen in der Lutherstadt Wittenberg

IPS-Stipendiaten bei der Diskussion im Rathaus

IPS-Stipendiaten bei der Diskussion im Rathaus

© DBT

Auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Bergner (CDU/CSU) und mit Unterstützung des Beauftragten für Kultur und Medien, Bernd Neumann (CDU) haben 60 Teilnehmer des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Deutschen Bundestages (IPS) die Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt) besucht. Die Hochschulabsolventen aus 27 Nationen, die unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert fünf Monate in Abgeordnetenbüros mitarbeiten, informierten sich vor Ort über den Stand der Vorbereitungen für das Reformationsjubiläum 2017 und knüpften Kontakte zu den Akteuren vor Ort.

Die Reformation und ihre Weltbedeutung

Zunächst stand das Kennenlernen der Lutherstätten auf dem Programm. Mit Stadt- und Schlosskirche, den Cranach-Höfen, der Leucorea und nicht zuletzt dem Luther-Haus konnten zahlreiche Originalschauplätze der Reformation besichtigt werden.

Zwei Stadtführer im historischen Gewand verdeutlichten den Stipendiaten die von Mitteldeutschland ausgehende Reformation in ihrer Weltbedeutung. Die Stipendiaten, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft und Religionszugehörigkeit einen sehr heterogenen Kenntnisstand zu Luther und seinen Zeitgenossen hatten, erfuhren hier viel Neues.

Video mit dem Luther-Rap

Im Gespräch mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wittenberg, Eckhard Naumann, sowie mit dem Bundestagsabgeordneten Ulrich Petzold (CDU/CSU) aus Wittenberg, informierten sich die Stipendiaten auch über die Entwicklung der Stadt seit der friedlichen Revolution in der DDR und die Bautätigkeiten zur Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2017.

In der anschließenden Diskussion mit Mitarbeitern der staatlichen und kirchlichen Geschäftsstelle zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums befasste sich die Gruppe mit originellen Ideen, mit denen versucht wird, junge Menschen für das Jubiläum zu begeistern. So war etwa ein Video mit dem „Luther-Rap“ einer Jugendgruppe zu sehen.

800 Lutherbotschafter

Auch an den bunten Lutherbotschaftern zeigten die Stipendiaten großes Interesse. 800 von ihnen schmückten im Rahmen einer Installation des Künstlers Ottmar Hörl 2010 den Wittenberger Marktplatz und werden nun von dort in die ganze Welt verschickt, um für das Reformationsjubiläum zu werben.

In der Diskussion brachten die Stipendiaten eigene Gesichtspunkte ein. So wurde etwa die internationale Dimension des Jubiläums hinterfragt. Eine tschechische Stipendiatin verwies auf den in ihrer Heimat stark verehrten böhmischen Reformator Jan Hus, der bereits rund hundert Jahre vor Martin Luther für seine kirchenerneuernden Vorschläge noch in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

500 Bäume für den Luthergarten

Die Stipendiaten aus Israel interessierten sich insbesondere für die heutige Rezeption von Luthers Werken hinsichtlich dessen Bemerkungen zum Judentum. Hier verwiesen die Diskussionspartner auf eine wissenschaftliche Tagung zu Luther im Kontext judenfeindlicher Einstellungen, die im Frühjahr 2011 stattfand.

Zum Abschluss führte Arne Lietz, Referent des Wittenberger Oberbürgermeisters, die Stipendiaten zum - in der Form der Lutherrose - angelegten Luthergarten. Ausgehend von dem Martin Luther zugeschriebenen Spruch „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“, setzen in Wittenberg bis 2017 500 Kirchen aus aller Welt und aller Konfessionen zwei Bäume - einen im Wittenberger Luthergarten und einen in der Heimatgemeinde.

Multiplikatoren für das Reformationsjubiläum

Viele Stipendiaten entdeckten dabei einen Baum aus ihrem Herkunftsland. Andere, die nicht fündig wurden, nahmen sich fest vor, nach der Rückkehr in die Heimat Kontakte ihrer Gemeinde zum Luthergarten aufzunehmen. Der allgemeine Wunsch, in den Stipendiaten des Deutschen Bundestages auch internationale Multiplikatoren für das Reformationsjubiläum zu finden, würde sich damit erfüllen.

Auf der Rückfahrt nach Berlin hatte die Gruppe reichlich Gesprächsstoff über die vielfältigen Erlebnisse in „Lutherberg“ – so die Bezeichnung der Stipendiaten für Wittenberg - eine Stadt, die die Mehrheit der Stipendiaten sonst wohl übersehen hätte.

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