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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Steinmeier hält Gedenkrede zum Volkstrauertag

Archivbild: Volkstrauertag 2010

© DBT/Melde

Die zentrale Gedenkstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag findet am Sonntag, 13. November 2011, ab 16 Uhr im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes in Berlin statt. Die Gedenkrede hält der ehemalige Bundesaußenminister und jetzige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Frank-Walter Steinmeier. Bundespräsident Christian Wulff spricht das Totengedenken.

Die Gedenkstunde wird ab 16 Uhr live im Parlamentsfernsehen und im Web-TV auf www.bundestag.de übertragen.

Lesung mit Gunther Emmerlich

Die Lesung gestaltet der Sänger und Fernsehmoderator Gunther Emmerlich mit Passagen aus seinem Buch „Zugabe“.

Die musikalische Gestaltung der Gedenkstunde übernehmen die Regensburger Domspatzen und das Kammermusikensemble des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg.

Erste Feierstunde 1922 im Reichstag

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht „befohlene“ Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen. 

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde. 

Heldengedenktag in der NS-Zeit

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn „Heldengedenktag“. Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen. 

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) beziehungsweise den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden. 

824 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa zwei Millionen Kriegstoten auf über 824 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.

Das Leitwort ist: Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.

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