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Deutscher Bundestag - Archiv

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„Lernen Sie unsere Demokratie kennen“

IPS-Stipendiaten aus Bulgarien mit Vizepräsident Eduard Oswald und dem Präsidenten der TU Berlin, Prof. Dr. -Ing. Jörg Steinbach.

© DBT/Melde

In Polen gibt es die besten Piroggen, und die Männer dort begrüßen sich wie Bären. Estland ist etwas anderes als Island. Die Nationalhymne von Bosnien-Herzegowina hat noch keinen Text, und in Kasachstan verschenkt man gerne Blumen. Das sind nur ein paar der Erkenntnisse, die man während der offiziellen Begrüßung der diesjährigen Teilnehmer am Internationalen Parlaments-Stipendium (IPS) am Donnerstag, 22. März 2012, im Lichthof der Technischen Universität (TU) Berlin erlangen konnte.

115 Stipendiaten aus 28 Ländern präsentieren dabei ihre Regionen. Eine Veranstaltung, die seit Jahren Tradition ist. Es wurde getanzt, gesungen, rezitiert und auch Theater gespielt. Mit kleinen einstudierten Stücken wurden die Besonderheiten des eigenen Landes dargestellt und viel geografische Aufbauarbeit geleistet.

So etwa bei Israel, wo der Stipendiat Or Rothstein als menschliche Landkarte herhalten musste, anhand derer seine Landsfrau Naomi Mittelmann zur Erheiterung des Auditoriums erläuterte, wo die Golanhöhen (am Kopf) und wo Eilat (an den Füßen) liegt. Die beiden hatten das Spiel gemeinsam mit Lena Gurevich, einer weiteren Stipendiatin aus Israel, entwickelt.

Rollenspiel und Volkstanz

Mindestens ebenso interessant war das Rollenspiel der Stipendiaten aus Aserbaidschan: Weil die Aserbaidschaner einst in dem Moment, als der liebe Gott die Welt verteilte, mit der Bewirtung von Gästen beschäftigt waren, gingen sie bei der Verteilung leer aus. Doch der liebe Gott hatte ein Einsehen. Den derart gastfreundlichen Menschen spendierte er flugs noch ein kleines Paradies am Kaspischen Meer.

In Sachen Volkstanz wiederum war Bulgarien ganz weit vorn. Albanien glänzte mit einer gedichteten Vorstellung. Beim Singen versuchten sich fast alle – die einen mehr, die anderen weniger erfolgreich… Der Moderator der Eröffnungsveranstaltung, der SPD-Abgeordnete Bernd Scheelen, kam denn auch nicht umhin, immer wieder festzustellen: „Unglaublich wie kreativ die Stipendiaten sind.“

Die „politische Elite“ ihrer Länder

Dass sie nicht nur kreativ sind sondern zur „politischen Elite“ ihres Landes gehören, machte zu Beginn der Veranstaltung Wolfgang Börnsen (CDU/CSU), der allgemein als Vater des IPS-Programms gilt, deutlich. Daraus ergebe sich aber auch die Verpflichtung, „sich engagiert einzubringen“, betonte er.

TU-Präsident Prof. Dr. Jörg Steinbach begrüßte im Namen der drei Berliner Universitäten, die ebenfalls an der Durchführung des IPS-Programms beteiligt sind, die Stipendiaten und lud sie ein, am Universitätsbetrieb teilzunehmen. Zugleich äußerte er die Hoffnung, die Stipendiaten mögen in ihrer Berliner Zeit viele persönliche Freundschaften finden. Er wolle nicht pathetisch klingen, aber solche Freundschaften seien ein „Garant für den Frieden“, sagte er, denn: „Demjenigen, mit dem ich befreundet bin, haue ich hinterher nicht auf den Kopf.“ Zugleich, so Steinbach, könnten die IPS-Teilnehmer von den hier aufgebauten Netzwerken „ein Leben lang profitieren“.

„Fragen Sie, besser einmal mehr als einmal zu wenig“

Bis zum 26. Juli werden die jungen Leute in den Büros „ihrer“ Bundestagsabgeordneten arbeiten, die Wahlkreise besuchen oder an Veranstaltungen der politischen Stiftungen teilnehmen. „Lernen Sie unsere parlamentarische Demokratie und die Arbeitsweise unserer Parlamentarier kennen“, forderte Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald (CDU/CSU) die Stipendiaten auf.

Mit den erlangten Erkenntnissen und den aufgebauten Netzwerken, sollen sich die Stipendiaten nach den Vorstellungen Oswalds später „in die jungen Demokratien ihren Heimatländern einbringen, parlamentarische Aufbauprozesse unterstützen und junge Menschen für Demokratie und Toleranz begeistern“. Damit der Lernprozess im Bundestag erfolgreich ist, hatte Oswald noch einen Tipp parat: „Fragen Sie, besser einmal mehr als einmal zu wenig.“ (hau)

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