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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Junger Betriebswirt aus Frankfurt: Christoph Schnurr

Christian Schnurr, FDP

Christian Schnurr, FDP

© DBT/Zippel

Christoph Schnurr ist gerade einmal 28 Jahre jung, aber schon die Hälfte seines Lebens parteipolitisch aktiv. Bereits mit 14 Jahren trat der Frankfurter den Jungen Liberalen bei, denn sein Interesse für Politik war schon als Schüler sehr groß. Mit 16 Jahren trat Christoph Schnurr der FDP bei und kandidierte bereits im Alter von 18 Jahren im Wahlkreis 184, Frankfurt am Main II das erste Mal für den Deutschen Bundestag.

Einzug in den Bundestag geschafft

„Natürlich war mir damals klar, dass ich auf dem Listenplatz, auf dem ich kandidierte, keine wirkliche Chance hatte, den Einzug in den Bundestag zu schaffen. Aber es war eine sehr interessante Erfahrung. Ich konnte mich als junger Politiker im Wahlkampf ausprobieren und das war spannend.“

Im Jahr 2002 schaffte der ehrgeizige Christoph Schnurr den Einzug in den Bundestag noch nicht, aber sieben Jahre später, im Jahr 2009, überzeugte er in seinem hessischen Wahlkreis viele Wählerinnen und Wähler und holte 9,3 Prozent der Erst- und 17,5 Prozent der Zweitstimmen. Und das, obwohl er zur gleichen Zeit in den Abschlussprüfungen seines Studiums der Internationalen Betriebswirtschaft steckte. Christoph Schnurr war auf der doppelten Erfolgsspur. Er hatte im Studium und in der Politik jeweils bestanden.

Am Gymnasium wurde das Interesse für Politik geweckt

Christoph Schnurr wuchs in einem eher unpolitischen Elternhaus auf. Weder seine Eltern, noch seine Großeltern waren politisch engagiert und Parteipolitik war in seiner Familie überhaupt kein Thema. Sein frühes Interesse für Politik wurde am Gymnasium geweckt. Er erzählt: „Ich besuchte das Goethe-Gymnasium in Frankfurt und im Politikunterricht setzen wir uns mit politischen Zusammenhängen, Strukturen und Ereignissen auseinander. Ich merkte sehr schnell, dass Politik etwas war, was mich sehr begeisterte, denn plötzlich las ich in den Zeitungen immer häufiger den Politikteil.“

Irgendwann fasste Christoph Schnurr dann den Entschluss, sich die Programme und Ziele der einzelnen Parteien anzusehen. Er informierte sich über die Jugendorganisationen der Parteien und schrieb Briefe mit der Bitte, ihm Informationsmaterial zuzusenden. „Die einzigen, die mir sofort geantwortet haben, waren die Jungen Liberalen“,  erzählt Christoph Schnurr rückblickend. Er ging auf Parteiveranstaltungen der FDP und fand den Freiheitsgedanken der Liberalen faszinierend.

„Ich war damals in einem Alter, in dem Jugendliche rebellieren und wo Freiheit und Unabhängigkeit besonders wichtig sind. Deshalb wurde ich mit 14 Jahren Mitglied der Jungen Liberalen“, sagt Christoph Schnurr und fügt an: „Natürlich habe ich mich damals noch nicht täglich mit Parteipolitik beschäftigt. Ich vergleich es immer mit Fußballspielen im Verein. Anfangs ist hat man Interesse und spielt einmal wöchentlich. Wenn der Trainer merkt, dass man Talent hat, wird man gefördert, man geht mehrfach in der Woche auf den Platz und übernimmt Verantwortung, um die Mannschaft nach vorn zu bringen. So ähnlich war es auch bei mir.“

Mit 18 Jahren erste Kandidatur für den Bundestag

Christoph Schnurr hatte offenbar nicht nur Talent, er hatte auch Ausdauer und Begeisterung für Parteipolitik. Mit 16 Jahren trat der Jungpolitiker der FDP bei, da war er in der 10. Klasse und mit seinem Engagement bereits vielen Mitgliedern aufgefallen. Ein Jahr später fragte der Kreisvorsitzende der FDP in Frankfurt, ob sich Christoph Schnurr vorstellen könnte, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren.

„Natürlich war ich erst einmal platt, dass ich für eine Kandidatur ausgewählt werden sollte. Aber ich sagte mir auch, warum soll nicht mal ein ganz junger Mensch eine solche Chance wahrnehmen? Hinzu kam, dass es zu dieser Zeit keinen Wahlkreiskandidaten gab. So wurde ich bereits mit 17 Jahren nominiert und kandidierte mit 18 zum ersten Mal für den Deutschen Bundestag.“

Erfahrungen gesammelt

Dass er 2002 das Mandat nicht gewann, weil er auf einem aussichtlosen Listenplatz kandidierte, sieht Christoph Schnurr keineswegs als Niederlage. „Bei mir war die Freude darüber groß, dass mir so viel Vertrauen entgegen gebracht wurde. Wie Wahlkampf funktioniert, wie man Menschen anspricht, begeistert und überzeugt, darin hatte ich mit 18 Jahren natürlich noch nicht viel Erfahrung. Ich hatte ja noch nie Wahlkampf gemacht. Aber ich bekam die Möglichkeit, mich auszuprobieren. Es war ein tolles Gefühl.“

Seine Eltern sahen die junge parteipolitische Karriere ihres Sohnes und die Kandidatur für den Bundestag gelassen optimistisch. Christoph sollte eigene Erfahrungen sammeln und seinen Weg gehen. Auch wenn sie es damals noch ungewöhnlich fanden, dass sich ihr Sohn so früh und so konsequent für eine Partei engagierte.

2006 Kandidat für den Frankfurter Römer

Ein Jahr nach seiner ersten Bundestags-Kandidatur machte Christoph Schnurr 2003 das Abitur am Goethe-Gymnasium in Frankfurt. Im gleichen Jahr absolvierte er seinen Grundwehrdienst und anschließend eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Während der Ausbildung, im Jahr 2004, wählte man ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Liberalen in Hessen.

Im zweiten Ausbildungsjahr kam es zur vorgezogenen Bundestagswahl und die FDP wählte ihn erneut zum Direktkandidaten im Frankfurter Wahlkreis 184. Zusätzlich wurde er von den Jungen Liberalen Hessen zum Spitzenkandidat auf die Landesliste der FDP gewählt und Christoph Schnurr konnte auf dem Landeslistenplatz sieben ein Zweitstimmenergebnis von 13,8 Prozent verbuchen. Das reichte zwar wieder nicht, um in den Bundestag einzuziehen, aber er hatte sein Ergebnis aus 2002 bereits verbessert.

„Auch ein wenig Glück gehabt“

In der FDP galt Christoph Schnurr inzwischen als Politiktalent, ein junger sympathischer Mann mit klaren Vorstellungen und intelligenten und praktischen Lösungsansätzen. Zur Kommunalwahl 2006 kandidierte Christoph Schnurr erfolgreich als Stadtverordneter für den Frankfurter Römer. Seit seinem Eintritt in der FDP im Jahr 2000, hatte der junge Politiker sehr viele Erfahrungen in der Kommunalpolitik sammeln können.

Er sagt rückblickend: „Natürlich hatte ich auch ein wenig Glück, dass ich Förderer hatte. Andererseits bin ich ein kommunikativer Mensch, der sich immer mit Engagement und Stimme einbrachte und der das Gespräch sucht. Für mich sind aber auch Ehrlichkeit und Kritikfähigkeit sehr wichtig und natürlich Glaubwürdigkeit. Denn nur so kann man auch sich selber immer wieder davon überzeugen, dass man das richtige tut.“

Studium und Wahlkampf 2009

Im Anschluss an seine Ausbildung zum Industriekaufmann studierte Christoph Schnurr Internationale Betriebswirtschaft in Frankfurt. Sein Engagement für die FDP blieb dabei ungebrochen. Zur Bundestagswahl 2009 kandidierte er als Spitzenkandidat der Jungen Liberalen in  Hessen erneut im Wahlkreis 184 Frankfurt II. Diesmal klappte es, er zog über Landeslistenplatz acht in den Deutschen Bundestag ein. Christoph Schnurr konnten seinen dritten Wahlkampf inzwischen professionell gestalten, denn er hatte ja zwei Generalproben absolviert.

Die Premiere gelang mit Bravour: „Im Wahlkampf 2009 spürte ich den großen Zuspruch der Menschen für die FDP. Ich hatte schließlich den eins zu eins Vergleich von zwei Bundestagswahlkämpfen zuvor. Egal, an welcher Veranstaltung ich teilnahm, in welcher Fußgängerzone ich mit den Bürgern am Wahlkampfstand sprach, es war eine sehr positive Stimmung bei den Wählerinnen und Wählern. Die Menschen brachten mir sehr viel Sympathie entgegen.“

Ein Anruf aus Berlin

Am Wahlabend war bei der ersten Hochrechnung schon klar, dass die FDP ein sensationelles Ergebnis erzielt hatte. Wie Christoph Schnurr abgeschnitten hatte, stand erst Stunden später fest. Er sagt: „Je später der Abend, desto mehr verdichtete sich zwar die Möglichkeit, dass ich es geschafft haben könnte. Aber erst morgens gegen vier Uhr bekam ich den Anruf aus Berlin: Herr Schnurr, ich begrüße Sie als neuen Abgeordneten des Bundestages, herzlichen Glückwunsch“.

Im Bundestag ist Christoph Schnurr ordentliches Mitglied im Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung (Unterausschuss des Auswärtigen Ausschusses) und im Verteidigungsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. (bsl)

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