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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Betriebswirtin aus dem Harz: Heike Brehmer

Heike Brehmer

© DBT/S. M. Neumann

Heike Brehmers politisches Engagement begann kurz vor dem Mauerfall im August 1989. Da trat die studierte Diplom-Betriebswirtin (FH) in die CDU ein. Warum, erklärt die Abgeordnete so: „In unserer Familie gibt es eine christliche Tradition. Ich bin katholisch, mein Großvater und mein Vater waren CDU-Mitglieder und mein Onkel Horst Gibtner war unter dem Ministerpräsidenten Lothar de Maizière Verkehrsminister der ersten frei gewählten DDR-Regierung nach dem Fall der Mauer. Natürlich war er Christdemokrat, und auch ich trat ganz bewusst in die CDU ein.“ Nach dem Fall der Mauer realisierte Heike Brehmer dann ihre ganz persönliche politische Wende. Sie kandidierte 1990 erstmals für den Kreistag und wurde in ihr erstes politisches Ehrenamt gewählt. Im gleichen Jahr übernahm sie die Aufgabe der Gemeindedirektorin der Gemeinde Tarthun. Sie trat das Amt am 1. Juli 1990, am Tag der Währungsunion an. Ein wahrlich symbolisches Datum für eine Betriebswirtin.

Bundestagsmandat 20 Jahre nach dem Mauerfall

Heike Brehmer sammelte mehr als 20 Jahre kommunalpolitische Erfahrungen, unter anderem als Leiterin eines gemeinsamen Verwaltungsamtes, als Landrätin, als Vorsitzende der CDU-Fraktion des Kreistages Aschersleben-Staßfurt und später als Mitglied im Landesvorstand der CDU in Sachsen-Anhalt. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall kandidierte sie erstmals und erfolgreich für den Deutschen Bundestag.

Den Satz von Albert Schweizer „Weil ich auf die Kraft der Wahrheit und des Geistes vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit“ hat sich Heike Brehmer zum Leitspruch gewählt. Sie möchte Politik für die Menschen machen, damit sie mit Zuversicht in die Zukunft blicken können.

Fernstudium in Weimar

Heike Brehmer studierte im Fernstudium Rechnungsführung und Statistik in Weimar. Eine Arbeitsstelle als Ökonomin fand sie in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in ihrem Wohnort Tarthun in Sachsen-Anhalt. Nach dem Mauerfall galt es eine kommunale Selbstverwaltung aufzubauen.

In dieser Umbruchzeit wurde Heike Brehmer angesprochen, ob sie für den Kreistag kandidieren und in der Gemeinde Tarthun die Aufgabe als Gemeindedirektorin übernehmen wolle. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Kommunalverfassung, deshalb orientierte man sich am niedersächsischen Modell.

Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes

Heike Brehmer ließ sich von der Aufgabe überzeugen und sagt heute rückblickend: „Ich war damals 28 Jahre alt, hatte zwei kleine Kinder und habe als Ökonomin in der LPG Tarthun gearbeitet. Die Tätigkeit als Gemeindedirektorin wollte ich zunächst nur für vier Jahre ausführen und mich dann an meinen Erfolgen messen lassen. Die Bedingungen, unter denen wir damals begonnen haben, sind heute unvorstellbar. Wir hatten keinen Computer, keinen Drucker, kein Kopiergerät und vor allem hatten wir keine Erfahrung, wie kommunale Selbstverwaltung funktioniert. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern haben wir mit viel Elan, Ideen, Tatkraft und vor allem Zusammenhalt in der Kommune viel geleistet. Stück für Stück haben wir die neue Zeit für uns erobert und sind mit den Aufgaben gewachsen.“

Heike Brehmer zeigte bald, dass sie politisches Talent besitzt und die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Sie war schon einige Jahre nach der Kandidatur für den Kreistag stellvertretende Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion in Aschersleben-Staßfurt, stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes und ab 2000 Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes in Aschersleben-Staßfurt.

Unterstützung durch die Konrad-Adenauer-Stiftung

Sie nutzte die Möglichkeiten der Konrad-Adenauer-Stiftung, an Schulungen teilzunehmen. Noch heute erinnert sich Heike Brehmer gern an die Zeit des Neubeginns als Gemeindedirektorin. „Wir hatten enorm viel Elan und Ideen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte uns zur Unterstützung für die kommunale Selbstverwaltung und den Aufbau von effektiven Verwaltungsstrukturen die Unterstützung von erfahrenen Kommunalpolitikern aus den alten Bundesländern angeboten. Dieses Angebot nahmen wir dankend an.“

Und weiter: „Herr Kroiss aus Northeim, Regierungsdirektor a. D., unterstützte uns im Aufbau der Verwaltungsgemeinschaft Bördeaue. So bekamen wir zum Beispiel Hilfe beim Anfertigen von Stellenplänen, Dienstanweisungen, und Arbeitsplatzbeschreibungen und wurden bei der Haushaltsaufstellung und der Kalkulation der Elternbeiträge für Kindertagesstätten geschult. Für diese Unterstützung und Hilfe waren wir sehr dankbar, denn vieles war für uns damals Neuland“, erzählt die Politikerin.

Ehrenamtliche Kommunalpolitikerin

Heike Brehmer war als ehrenamtliche Kommunalpolitikerin enorm engagiert, trug aber als Leiterin des gemeinsamen Verwaltungsamtes Bördeaue auch eine große Verantwortung. Im Jahr 2003 wurde sie Landrätin des Landkreises Aschersleben-Staßfurt. „Es war eine sehr anspruchsvolle und arbeitsintensive Aufgabe, die ich gern übernahm. Es war aber auch ein sehr schönes Gefühl, dass mir so viel Vertrauen entgegengebracht wurde“, sagt die Abgeordnete.

Heike Brehmer stellte sich aber nicht nur den neuen beruflichen Herausforderungen, sie übernahm mit den Jahren weitere Parteiämter. Sie wurde in den Landesvorstand der CDU Sachsen-Anhalt gewählt, trat der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft der CDU bei und wurde im Jahr 2007 zur Schatzmeisterin des CDU Kreisverbandes Salzland gewählt. Im Jahr 2008 wurde Heike Brehmer Geschäftsführerin des Studentenwerks Magdeburg. Da ahnte sie noch nicht, dass ihre Partei ihr bald eine große Chance bieten würde.

Direktkandidatin für den Wahlkreis Harz

Als die CDU im Jahre 2009 – zwanzig Jahre nach dem Mauerfall – im Wahlkreis Harz eine Kandidatin für den Bundestagswahlkampf suchte, wurde Heike Brehmer vorgeschlagen. Die engagierte Politikerin hatte viele Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt und war als Landrätin vielen Menschen bestens bekannt. Sie erfüllte alle Anforderungen, die eine glaubwürdige Kandidatin ausmacht und wurde von der Wahlkreismitgliedervollversammlung der CDU als Direktkandidatin für den Wahlkreis Harz nominiert.

„Ich war über das Vertrauen, das in mich gesetzt wurde, natürlich sehr stolz. Aber ich war mir auch der großen Verantwortung und Herausforderung bewusst. Damals war ich als Geschäftsführerin des Studentenwerks tätig. In der heißen Phase des Wahlkampfs hatte ich als Geschäftsführerin mit der Vorbereitung des neuen Semesters und der Umsetzung des Konjunkturpakets alle Hände voll zu tun und musste die entsprechenden Baumaßnahmen umsetzen. Das war schon eine stressige Zeit. Sehr oft war ich schon kurz nach 6 Uhr im Büro. Ich wollte meinen Job ordentlich machen und natürlich auch einen guten Wahlkampf absolvieren“, erzählt die Abgeordnete.

Anspannung am Wahlabend

Heike Brehmer besuchte Schulen, Seniorenheime, Betriebe oder stattete der Freiwilligen Feuerwehr einen Besuch ab. An den Wochenenden war sie in den Regionen des Wahlkreises Harz unterwegs, um mit den Menschen zu sprechen und sich denen vorzustellen, die sie nicht kannten. Wenn sie nach einem anstrengenden Tag spät nach Hause kam, beantwortete sie noch Anfragen von Bürgern, die sich per E-Mail an sie wandten, und organisierte ihren Terminkalender. Als der Wahlkampf dem Ende entgegenging, hatte Heike Brehmer unzählige Veranstaltungen besucht und ihre ganze Kraft eingesetzt, um das Direktmandat zu erringen.

Am Wahlabend wartete sie gemeinsam mit Parteifreunden im Blankenburger alten E-Werk auf die ersten Hochrechnungen. Die Auszählung der Wahlkreise verlief allerdings sehr schleppend, und die ersten Ergebnisse lagen erst gegen 18.30 Uhr vor. „Das war eine sehr angespannte Situation, bis ich endlich Gewissheit hatte, dass ich das Direktmandat gewonnen hatte“, sagt die Politikerin.

Direktmandat mit 33 Prozent der Erststimmen gewonnen

Das Engagement von Heike Brehmer hatte sich gelohnt, sie gewann das Direktmandat mit 33 Prozent der Erststimmen und lag vor der Kandidatin der Linkspartei und dem Kandidaten der SPD. „Ich konnte es am Wahlabend noch gar nicht fassen, dass ich zur Bundestagsabgeordneten gewählt worden war. Ich realisierte erst am nächsten Tag, dass ich es tatsächlich geschafft hatte und war natürlich überglücklich.“

Als Bundestagsabgeordnete liegen Heike Brehmer verschiedene Themen ihres Wahlkreises sehr am Herzen – so zum Beispiel gesunde Finanzen, eine nachhaltige Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik vor Ort, die Förderung von sozialen Einrichtungen, die finanzielle Unterstützung für Projekte der Hochschule Harz und anderer Forschungseinrichtungen, die Förderung von Kirchen, Schlössern und Denkmälern sowie der Status von Quedlinburg als Weltkulturerbe.

Auch 2013 Direktkandidatin

Im letzten November wurde Heike Brehmer mit 98 Prozent der Delegiertenstimmen zur Kandidatin für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Sie gibt schon einmal einige Themen vor, die ihr wichtig sind: Der Euro, die Energiewende, die frühkindliche Bildung, die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie der Tourismus im Harz.

Heike Brehmer ist im Bundestag ordentliches Mitglied in den Ausschüssen Arbeit und Soziales sowie Tourismus, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie im Ausschuss für Gesundheit. Sie ist Mitglied der Kommission Aufbau Ost der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, arbeitet in der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ist stellvertretende Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion. (bsl/25.02.2013)

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