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„Der Trend geht hin zu mehreren kürzeren Reisen“

Klaus Brähmig (CDU/CSU), Vorsitzender des Tourismusausschusses

Klaus Brähmig (CDU/CSU), Vorsitzender des Tourismusausschusses

© DBT/Zumbansen

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag, 5. März 2013, die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin eröffnet. Sie dauert vom 6. bis 10. März, am 9. und 10. März ist sie für private Besucher geöffnet. Mit dabei war auch der indonesische Präsident Dr. Susilo Bambang Yudhoyono. Indonesien ist in diesem Jahr Partnerland der weltweit größten Reisemesse. Stammgäste der ITB sind in jedem Jahr auch die Abgeordneten des Tourismusausschusses des Bundestages. Der Ausschussvorsitzende Klaus Brähmig (CDU/CSU) nimmt im Interview zur Bedeutung der ITB und der Tourismusbranche insgesamt Stellung und gibt eine Einschätzung der Entwicklung in einzelnen Reiseländern. Das Interview im Wortlaut:


Herr Brähmig, am 6. März beginnt in Berlin die Internationale Tourismusbörse (ITB). Was macht für Sie den Reiz dieser Messe aus?

Auf der Internationalen Tourismusbörse ist die Welt sozusagen zu Hause. Hier bietet sich uns die Gelegenheit, Kontakt mit Tourismuspolitikern oder Vertretern anderer Länder aufzunehmen oder bestehende Kontakte zu vertiefen. Die ITB ist das touristische Schaufenster der Welt. Da können sich auch die Entwicklungs- und Schwellenländer in das Geschehen einbringen.

Was plant der Ausschuss zur ITB?

Geplant ist wie in jedem Jahr ein Messerundgang, bei dem Stände verschiedener Länder besucht werden. Unter anderem werden wir auch den Messestand von Israel und Ägypten besuchen und bei den Treffen die Bedeutung der Einhaltung des Friedensvertrages betonen. Wir werden mit dem ägyptischen Tourismusminister Hisham Zaazou Gespräche führen. Diesen Austausch werden wir Ende März in Ägypten im Rahmen einer Delegationsreise weiterführen, bei der wir uns vor Ort über die Lage in Ägypten informieren wollen. Wir werden uns auch wie jedes Jahr von der Deutschen Zentrale für Tourismus über aktuelle Entwicklungen und geplante Marketingschwerpunkte informieren lassen. Auch in diesem Jahr wird der Tourismusausschuss eine Persönlichkeit aus der Tourismusbranche für ihre besonderen Leistungen im Deutschlandtourismus auszeichnen.

Wer wird das sein?

Das kann ich noch nicht verraten. Da müssen Sie sich noch bis zum 7. März gedulden.

Indonesien ist das offizielle Partnerland der Messe. Welche tourismuspolitischen Kontakte gibt es zu dem Land?

Ich freue mich auf die Präsentation Indonesiens auf der ITB. Wir als Tourismusausschuss hatten bislang keinen Kontakt zu dem Land.

Gut drei Jahre nach Beginn des „Arabischen Frühlings“ muss man konstatieren, dass sich viele Erwartungen in Sachen Freiheit und Demokratie nicht erfüllt haben. Folge der Entwicklungen sind unter anderem Einbrüche im Tourismusgeschäft. Was muss beispielsweise in Ägypten passieren, damit sich die Haupteinnahmequelle Tourismus wieder erholt?

Persönlich denke ich, dass es für die Tourismusbranche sehr wichtig ist, dass sich die politische Lage in Ägypten stabilisiert. Selbst gute Werbekampagnen und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis kommen nicht gegen Bilder in den Nachrichtensendungen an, die gewaltsame Auseinandersetzungen auf dem Tahirplatz zeigen. Solche Fernsehberichte beschädigen nachhaltig das Image. Selbst wenn in den Touristengebieten am Roten Meer Ruhe herrscht, hat diese Berichterstattung negative Auswirkungen auf das generelle Buchungsverhalten.

Ein weiteres Lieblingsreiseland der Deutschen ist Griechenland, das ebenfalls nicht aus den Negativschlagzeilen heraus kommt und gleichfalls sehr stark auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen ist. Wie ist hier die Situation?

Auch wenn die Zahlen in Griechenland wieder steigen, Griechenland ist nicht nur wegen der Wirtschaftskrise eingebrochen, sondern auch, weil die touristische Infra­struktur nicht überall den heutigen Anforderungen mehr entspricht. Die Konkurrenz im Mittelmeerraum ist einfach zu stark. Es wird berichtet, dass die Buchungen für Griechenland wieder zunehmen, aber ich denke, um langfristig Erfolg zu haben, müssen die Griechen ihre Hausaufgaben machen. Wir haben bereits ein griechisch-deutsches Tourismusforum durchgeführt, um eine Gelegenheit zum gegenseitigen Gedankenaustausch zu bieten. Sollte von der griechischen Seite weitere Unterstüt­zung gewünscht werden, sind wir gerne dazu bereit.

In Deutschland boomt der Tourismus. Profitieren wir von den Problemen in den einstigen Top-Destinationen?

Bei unseren Landsleuten liegt Deutschland schon lange im Trend. Rund ein Drittel der Urlaubsreisen der Deutschen führen ins eigene Heimatland. In den vergangenen Jahren kamen aber auch immer mehr ausländische Gäste zu uns. Die vielfältigen Angebote und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich dank der Marketingaktivitäten der Deutschen Zentrale für Tourismus auch im Ausland herumgesprochen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten geht der Trend von einem großen Urlaub hin zu mehreren kürzeren Reisen. Deutschland bietet sich hierfür mit seinem Angebot an Städte- und Kulturreisen und seiner zentralen Lage geradezu an. Das Statistische Bundesamt konnte daher auch mit 497,4 Millionen Übernachtungen in 2012 vom dritten Jahresrekord in Folge berichten.

Die 17. Legislaturperiode des Bundestages neigt sich dem Ende zu. Sie haben in den vergangenen vier Jahren den Tourismusausschuss geleitet. Welches Fazit ihrer Arbeit ziehen Sie?

Ich habe die Chance genutzt, in diesen vier Jahren einige Themen aufzugreifen und Entwicklungen anzustoßen. Als Beispiel möchte ich die Diskussion über ethisches Reisen nennen. Ganz wichtig war den Ausschussschussmitgliedern und mir, die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Schließlich steht die Tourismusbranche für fast drei Millionen nicht exportierbare Arbeitsplätze und einem Anteil von 4,4 Prozent an der Gesamtwirtschaft.

Könnten Sie sich vorstellen, weitere vier Jahre dem Ausschuss vorzusitzen?

Noch wichtiger als dass ich dem Ausschuss wieder vorsitze, ist meiner Meinung nach, dass die Zahl der Ausschussmitglieder in der kommenden Wahlperiode von derzeit 18 auf beispielsweise 24 erhöht wird. Dies würde der immer noch wachsenden Bedeutung der Branche gerecht werden.

(hau/05.03.2013)

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