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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Bundestag trauert um Dieter-Julius Cronenberg

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hat der Witwe und den Angehörigen des am 21. November im Alter von 83 Jahren verstorbenen ehemaligen Bundestagsvizepräsidenten Dieter-Julius Cronenberg (FDP) im Namen des ganzen Hauses seine Anteilnahme ausgesprochen. Der Bundestag erhob sich zu Beginn seiner Sitzung am Donnerstag, 28. November 2013, zu Ehren des Verstorbenen, die Flaggen auf dem Reichstagsgebäude wehten auf halbmast.

Cronenberg, der dem Bundestag von 1976 bis 1994 angehörte, war fast zehn Jahre lang, von 1984 bis 1994 Vizepräsident des Bundestages. Lammert bezeichnete den früheren Kollegen als „anerkannten Experten seiner Fraktion“ für Sozialpolitik und Alterssicherung, der an den Rentenreformen der damaligen Zeit maßgeblich beteiligt gewesen sei und zu vielen sozialpolitischen Entscheidungen beigetragen habe. Sein hohes Amt als Vizepräsident des Bundestages habe er souverän und überparteilich ausgeübt.

Namens des Bundestages bezeugte Lammert dem Verstorbenen Respekt und Dankbarkeit „für alles, was er über viele Jahre geleistet hat“. Bereits zuvor hatte ihn der Bundestagspräsident in einem Schreiben an Cronenbergs Ehefrau als „herausragenden Parlamentarier“ gewürdigt, dessen gesamtes politisches Wirken von einer zutiefst liberalen Haltung geprägt gewesen sei. 

„Respekt und Anerkennung“

„Für seine Arbeit hat er bei Kolleginnen und Kollegen aller Fraktionen Respekt und Anerkennung gefunden“, heißt es in dem Schreiben. Er sei froh, so Lammert, „Dieter-Julius Cronenberg als Kollege auch persönlich näher kennengelernt und einige Jahre parlamentarisch begleitet zu haben.“ Gerne denke er in diesen Tagen an die beeindruckende Feier zum 300-jährigen Jubiläum des mittelständischen Familienunternehmens der Cronenbergs im Hochsauerlandkreis zurück.

Mittelständischer Unternehmer

Der am 8. Februar 1930 in Neheim im Sauerland als Sohn eines Diplom-Kaufmanns geborene Cronenberg machte 1951 Abitur und studierte anschließend in Lausanne, in Aix-en-Provence und in Münster Rechtswissenschaften. Das Studium schloss er 1958 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen ab.

Nach einer Volontärzeit in verschiedenen Unternehmen trat Cronenberg 1960 in die Firma Julius Cronenberg o.H. ein. Der mittelständische Betrieb in Arnsberg (Westfalen), seit 1711 in Familienbesitz, hatte sich von der Produktion handgeschmiedeter Sensen und Sicheln zu einem Unternehmen entwickelt, das Schmiedeeisen, Fahnenmasten, Parkplatzsperren sowie Tür- und Fensterabdichtungen herstellt.

Renten- und Sozialpolitiker

1961 war Cronenberg in die FDP eingetreten und engagierte sich zunächst in der Kommunalpolitik. Zeitweilig war er Orts- und Kreisvorsitzender, 1969 wurde er stellvertretender Bezirksvorsitzender. 1973 kam er in den Landesvorstand, ein Jahr später wurde er zum Bezirksvorsitzenden gewählt. Ab 1969 war Cronenberg Fraktionsvorsitzender im Stadtrat von Neheim-Hüsten, ab 1975 in gleicher Funktion im Stadtrat von Arnsberg tätig.

1976 kam er über die nordrhein-westfälische FDP-Landesliste erstmals in den Bundestag. Im Februar 1979 wurde er zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. Sein Engagement galt besonders der Renten- und Sozialpolitik. Für seine Fraktion arbeitete er als sozialpolitischer Sprecher an der Renten- und Gesundheitsreform mit.

Zehn Jahre lang Bundestagsvizepräsident

1984 setzte er sich bei der Wahl zum Bundestagsvizepräsidenten fraktionsintern gegen Hildegard Hamm-Brücher durch. Zwei Mal, nach den Bundestagswahlen von 1987 und nach der ersten gesamtdeutschen Wahl 1990, wurde er in diesem Amt bestätigt.

Mit der Konstituierung des neu gewählten Bundestages am 16. Oktober 1994 schied Cronenberg aus dem Bonner Parlament aus, um nicht länger ein „verplanter Mensch zu sein“, wie er der Wochenzeitung „Das Parlament“ offenbarte. Cronenberg war seit 1961 verheiratet und hat drei Kinder. (vom/munz/28.11.2013)

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